Welpe mit Mutter.
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Ab dem Zeitpunkt seiner Geburt durchläuft ein Welpe verschiedene Entwicklungsphasen. Wie Sie Ihren Hund vom Tag seines Einzugs an in seinem neuen Zuhause optimal unterstützen, erfahren Sie in unserer Bildergalerie.
Drei frischgeborene Welpen schlafen zusammen auf einer weißen Decke.
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Die neonatale/vegetative Phase – erste und zweite Lebenswoche: Mit der Geburt erblicken die Mini-Vierbeiner zum ersten Mal das Licht der Welt – jedoch nur metaphorisch: Denn die Winzlinge sind noch blind und taub, ihre wichtigsten Empfindungen in dieser ersten Phase sind Hunger und Kälte. Sie verschlafen die meiste Zeit und suchen den Kontakt zur Mutter. Auf der Suche nach Nahrung und Wärme zeigen die kleinen Hunde das sogenannte Suchpendeln: Während ihrer kriechenden Fortbewegung, die anfangs nur rückwärts stattfindet, pendeln sie mit dem Kopf hin und her und finden so die Zitzen der Mutterhündin. Dieses Verhalten zieht außerdem die Aufmerksamkeit der Hundemama auf sich und bewirkt, dass sie ihre Jungen in Richtung Gesäuge stupst oder sich anderweitig um sie kümmert. Ab der zweiten Lebenswoche kommen dann bereits die ersten Steh- und Gehversuche dazu. Auch riechen und schmecken können die Hundebabys in diesem Alter schon. In dieser Entwicklungsphase sollten Welpen zwar behütet, jedoch nicht überversorgt werden. Erste Kontakte zum Besitzer fördern schon im Welpenalter die Sozialisation und sorgen beim Hundenachwuchs für ein stabileres emotionales Gleichgewicht im Erwachsenenalter.
Drei Wochen alter Labradorwelpe in einer Hand.
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In der Übergangsphase bis zur dritten Lebenswoche bestehen die Tage des Welpen hauptsächlich aus Schlafen und Trinken an den Zitzen der Mutter. Jetzt öffnen sich die Augen, das Gehör entwickelt sich und die Milchzähne brechen durch. Ab dem 17. oder 18. Tag setzt schließlich das Sehvermögen ein und die zunehmenden Sinneseindrücke führen dazu, dass die Hundebabys erstmals auf ihre Umwelt reagieren. Obwohl sie immer noch viel schlafen, werden sie insgesamt aktiver, sodass Muskelaufbau und Koordination zunehmen. Außerdem findet in dieser Phase eine erste Sozialisierung statt, indem die Welpen Kontakt zu ihren Wurfgeschwistern aufnehmen. Durch regelmäßige Streicheleinheiten wird die Gewöhnung an den Menschen gefördert.
Ein acht Wochen alter Welpe liegt auf einem Hundebett.
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Die darauffolgende Prägephase, die etwa von der vierten bis zur achten Lebenswoche andauert, wird als eine der wichtigsten Entwicklungsphasen für das gesamte Hundeleben angesehen. In dieser Phase werden zahlreiche Weichen für das spätere Verhalten des Hundes gestellt. Alles, was das Gehirn in dieser Zeit aufnimmt oder auch nicht, bleibt das gesamte Hundeleben erhalten. Je mehr positive Eindrücke der Welpe jetzt sammeln darf, desto besser ist das für seine Sozialisierung. Er sollte daher andere Hunde und Tiere sowie Menschen und Reize kennenlernen, um als erwachsener Hund ein angstfreies und selbstbewusstes Leben führen zu können. Dem Welpen sollten zu diesem Zeitpunkt daher zahlreiche Möglichkeiten geboten werden, seine Umwelt neugierig zu erkunden und sich auszuprobieren. Eine optimale Prägephase ist die Basis für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung.
Rauhaardackelwelpe mit Laub im Mund.
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Die Zeit ab der achten bis zur 12. Lebenswoche (beziehungsweise 16. Woche) nennt man die Sozialisierungsphase. Da Welpen (frühestens) ab der achten Woche an ihre neuen Besitzer abgegeben werden dürfen, sind sie nun meist schon in ihrem neuen Zuhause und lernen jeden Tag dazu. Sie vertiefen das in der Prägephase Gelernte und probieren sich aus. Möglichst viele neue und positive Erfahrungen und Kontakte lassen sie selbstbewusster werden. Als Besitzer sollten Sie wissen, dass diese Entwicklungsphase Ihren Welpen entscheidend prägt und großen Einfluss auf Ihre künftige Beziehung zu ihm hat. Damit sich Ihr neuer Liebling gut einlebt und wohlfühlt, sollten Sie auf seine Bedürfnisse eingehen. Gemeinsame Erkundungstouren und ausreichend Erholung sollten sich abwechseln. Doch wichtig zu wissen ist auch, dass die Erziehung jetzt beginnt und die Narrenfreiheit aus dem Hundefamilienverband ein Ende hat. Konsequenz hat daher in dieser Phase oberste Priorität.
Zwei Welpen spielen miteinander.
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Die Rangordnungsphase (circa 13. bis 16. Woche) löst die Sozialisierungsphase ab und läutet gleichzeitig das Ende der Welpenzeit ein. Der kleine Flegel testet nun seine Grenzen aus und erkundet, welchen Platz er im Familienrudel einnehmen kann. Diesem Verhalten sollten Sie unbedingt mit liebevoller Bestimmtheit begegnen. Machen Sie Ihrem Hund klar, dass Sie der Ranghöhere sind. Nur so können Sie jetzt das gegenseitige Vertrauen und den Respekt aus der Sozialisierungsphase festigen. Durch Regeln und Grenzen kann sich Ihr Vierbeiner orientieren und seinen Platz im Sozialverband Familie verinnerlichen.
Hund sitzt auf der Veranda.
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Die Zeit ab dem vierten Monat wird auch die juvenile Phase genannt. Der Zahnwechsel markiert ihren Beginn, der Eintritt der Geschlechtsreife (Läufigkeit bei der Hündin, Beinheben beim Rüden) ihr Ende – bei kleineren Hunden kann das bereits mit sechs Monaten der Fall sein, bei größeren mitunter erst mit zwei Jahren. Mit Beginn der juvenilen Phase haben Hunde etwa zwei Drittel ihrer Erwachsenengröße erreicht. In dieser Zeit baut der Hund hauptsächlich seine motorischen Fähigkeiten aus und gewinnt an Stärke. Eine zweite Angstphase mit etwa vier Monaten ist nicht selten: Bereits bekannte Umweltreize werden plötzlich als Bedrohung wahrgenommen. Durch Ruhe und Gelassenheit zeigen Sie Ihrem Junghund, dass Sie für ihn da sind und dass er sich auf Sie verlassen kann.
Sechs Monate alter zobelfarbener English Show Cocker Spaniel-Welpe, der mit flatternden Ohren läuft.
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Während der sogenannten Rudelordnungsphase zwischen dem fünften und sechsten Lebensmonat findet nicht nur der Gebisswechsel des jungen Hundes statt. Er sucht auch seinen festen Platz im Rudel. Als Besitzer müssen sie ihm klarmachen, dass er im Familienrudel die unterste Position einnimmt. Ist diese Frage geklärt, wird sich Ihr Vierbeiner Ihnen als Rudelführer unterordnen und anschließen.
Junger Schäferhund mit Spielzeug.
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Im Alter von sechs Monaten bis zu einem Jahr erleben viele Hunde eine „Null-Bock-Phase“ – ein Anzeichen dafür, dass Pubertät und Geschlechtsreife einsetzen. Mit einem Schlag scheint der rebellische Junghund seine gesamte bisherige Erziehung vergessen zu haben. Schuld daran ist das Hormonchaos aufgrund der aktiv werdenden Geschlechtshormone. Ähnlich wie bei Teenagern kann es passieren, dass er den Eindruck erweckt, eine lange Leitung zu haben und verwirrt zu sein. Ist er in einem Moment das Selbstbewusstsein auf vier Pfoten, kann er schon im nächsten Augenblick verunsichert und schutzbedürftig Ihre Nähe suchen. Sein Spielverhalten aus der Welpenzeit weicht einem verstärkten Jagdverhalten und plötzlichem Territorialverhalten. Konfliktkontakte, auch mit anderen Hunden, sollten Sie jetzt allerdings unbedingt vermeiden. Stattdessen sollten Sie dem aufmüpfigen Junghund mit souveräner, aber liebevoller Konsequenz begegnen und ihn an die Rangordnung erinnern. Der Besuch einer Hundeschule ist empfehlenswert, bis der Hund mindestens ein Jahr alt ist. Nach Abschluss der Pubertät ist der Hund ausgewachsen. Je nach Rasse und Größe ist dies zwischen 24 und 36 Lebensmonaten der Fall.
Australian Shepherd liegt im Gras.
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Je nach Rasse und Größe befinden sich Hunde ab dem sechsten beziehungsweise zwölften Lebensmonat in der sogenannten adoleszenten Phase. Sie beginnt mit der Geschlechtsreife und geht mit etwa zwei Jahren in die Reifezeit über. Die Pubertät ist ein Teil der Adoleszenz.

Entwicklung von Hunden

Vom flauschigen Welpen zum tapsigen Senior – die verschiedenen Lebensphasen von Hunden

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Viele Hunde begleiten ihre Besitzer ein Leben lang. Welche Lebensphasen die Vierbeiner vom Welpen bis zum rüstigen Senior durchlaufen und was wann wichtig ist.

Das Leben ist ein Kreislauf, auch für unsere geliebten Vierbeiner: Als kleine Welpen kuscheln und spielen Hunde ausgiebig mit ihren Menschen, im Erwachsenenalter sind sie treue Begleiter und als Hundesenioren sind sie schließlich auf die liebevolle Pflege ihrer Besitzer angewiesen.

Wichtig zu wissen ist allerdings, dass sich die verschiedenen Entwicklungsphasen bei Hunden je nach Rasse und Größe unterscheiden können. Allgemein gilt: Je größer die Rasse, desto später wird der Hund erwachsen. Zudem ist jeder Vierbeiner einzigartig – daher können die genannten Phasen zwar eine grobe Orientierung bieten, wann Ihr Hund in eine andere Lebensphase wechselt; in Stein gemeißelt sind die Übergänge allerdings nicht. Ein Gespräch mit dem Tierarzt kann Aufschluss darüber geben, in welcher Phase sich Ihr Liebling gerade befindet und was jetzt für ihn wichtig ist.

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