Blauzungenkrankheit: Ist das Virus auch für Hunde und Katzen gefährlich?
VonSophie Kluß
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Die Blauzungenkrankheit bedroht vor allem Schafe und Rinder, für Menschen ist das Virus hingegen ungefährlich. Doch wie sieht es mit Hunden und Katzen aus?
Die Blauzungenkrankheit breitet sich aktuell rasant aus. „Fälle von Blauzungenkrankheit nehmen explosionsartig zu“, titelt beispielsweise das Mindener Tageblatt am 24.07.2024. Für betroffene Tiere kann die Tierseuche ein tödliches Ende nehmen, Heilung ist jedoch nicht ausgeschlossen. Vor allem Wiederkäuer sind von der Viruserkrankung betroffen. Die Symptome seien bei Schafen jedoch meist viel deutlicher ausgeprägt als bei Rindern, informiert der Arzneimittelhersteller MSD. „Neben den vorgenannten Tierarten sind aber auch andere Wiederkäuer (Ziegen, Wildwiederkäuer) und Neuweltkameliden (Alpakas, Lamas) empfänglich“, so das biopharmazeutische Unternehmen weiter.
Was ist die Blauzungenkrankheit?
Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), beschreibt die Blauzungenkrankheit (Bluetongue disease - BT) als „eine virusbedingte, hauptsächlich akut verlaufende Krankheit der Schafe und Rinder.“ Die Übertragung der Krankheit finde verstärkt bei feuchtwarmem Wetter in der warmen Jahreszeit statt. Als Überträger werden die sogenannten Gnitzen, auch als Bartmücken bekannt, aufgeführt. Die heimischen Insekten reagieren auf Kohlenstoffdioxid und stechen die Tiere meist im offenen Gelände. Eine Übertragung von Tier zu Tier erfolgt laut MSD nicht.
Symptome der Blauzungenkrankheit
Zu den Symptomen, die meist nur bei Schafen zu finden sind und sich erst rund sieben bis acht Tage nach der Infektion zeigen, gehören:
Erhöhte Körpertemperatur
Apathie und Absonderung von der Herde
Gerötete und angeschwollene Maulschleimhäute
Vermehrter Speichelfluss
Schaumbildung vor dem Maul
Angeschwollene Zunge, die aus dem Maul hängen kann
Lahmheit: geröteter und schmerzender Kronsaum an den Klauen
Bei tragenden Tieren könne die Krankheit außerdem zu Fehlgeburten führen. Eine blaue Verfärbung der Zunge sei laut dem FLI hingegen „sehr selten“. Rinder zeigen dem FLI zufolge diese Symptome:
Entzündungen der Zitzenhaut und Schleimhäute im Bereich der Augenlider, Maulhöhle und Genitalien
Ablösungen von Schleimhäuten im Bereich der Zunge und des Mauls
Blasen am Kronsaum
Gegen das Virus sei eine Impfung derzeit der einzige effektive Schutz. Eine Infektion mit BT ist zudem in allen EU-Mitgliedstaaten anzeigepflichtig.
Ist die Blauzungenkrankheit für Hunde und Katzen gefährlich?
Zwar kann die Blauzungenkrankheit für Wiederkäuer, vor allem für Schafe und Rinder, lebensgefährlich sein. In Bezug auf Hunde und Katzen gibt die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e.V. allerdings Entwarnung. „Menschen und Tiere, wie Hunde oder Katzen, sind von der Blauzungenkrankheit nicht betroffen“, schreibt die Vereinigung auf ihrer Website. Auch der Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten sei ohne Bedenken weiterhin möglich. Somit müssen sich Hunde- und Katzenhalter auch keine Sorgen um die Sicherheit des Futters ihrer Lieblinge machen.