Social-Media-Trend eskaliert

Hype um Dubai-Schokolade eskaliert: Lindt-Produkt gibt es für fast 3000 Euro

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Lindts Angebot einer limitierten Dubai-Schokolade erreicht neue Extreme. Fans zahlen drei- bis vierstellige Summen. Der Preis schnellt in die Höhe.

Göttingen – In einer Zeit von steigenden Lebenshaltungskosten und sparsamen Deutschen, setzt sich ein Produkt neue Maßstäbe im Schokoladensegment: „Dubai Schokolade(werblicher Link). Aufgrund ihrer Exklusivität ist momentan nicht nur in aller Munde, sondern sorgt auch für Rekordpreise im Internet. Die Schokotafeln, die es nur an wenigen Standorten in Deutschland und nur für kurze Zeit zu kaufen gibt, erreicht inzwischen Spitzenpreise im vierstelligen Bereich. Auf Plattformen wie Ebay und Kleinanzeigen gehen die kostspieligen Tafeln den Re-Sale.

Cleveres Marketing und hohe Nachfrage: Der Hype um die exklusive Dubai Schokolade erreicht neue Superlative. (Symbolbild)

Neuer Schoko-Mega-Hype in den sozialen Medien: Die Geschichte hinter der Dubai-Schokolade

Der Trend zur Dubai-Schokolade begann bereits vor einigen Monaten in den sozialen Netzwerken. Die exotische Kombination aus Vollmilchschokolade, Pistazien-Creme, Sesam-Tahini und dem orientalischen Kadayif-Teig – eine traditionelle Zutat in der arabischen Küche, die in Deutschland auch als Engelshaar bekannt ist – schuf den Hype um das luxuriöse Geschmackserlebnis. Zahlreiche Videos und Geschmackstests auf TikTok und Instagram sorgten für Millionen von Klicks und ließen die Nachfrage steigen.

Der Schweizer Hersteller Lindt griff diesen Trend auf und schuf eine limitierte Auflage der „Dubai Schokolade“ mit einer Stückzahl von nur 1000 Tafeln. Alle handgefertigt, nummeriert und handverpackt. Der Verkaufsstart in Düsseldorf am 9. November sorgte für lange Warteschlangen. Die Fans waren schon Stunden vor Ladenöffnung vor Ort, um eine der begehrten Tafeln für den Preis von 14,99 Euro zu ergattern.

Hype um Dubai-Schokolade eskaliert: Explodierende Preise auf dem Zweitmarkt

Doch die limitierte Auflage führte schnell zu einem lukrativen Schwarzmarkt. Bereits kurze Zeit nach Verkaufsstart tauchten die ersten Tafeln im Netz auf, mit Preisen, die sich um ein Vielfaches steigerten. Auf Ebay erreichen die Angebote Preise von bis zu 250 Euro, wie etwa der WDR berichtet. Wer also den Ladenpreis nicht zahlen konnte, muss für eine Tafel der Dubai-Schokolade auf dem Zweitmarkt ein Vielfaches zahlen – bis hin zu utopischen Summen.

Der absolute Rekordpreis liegt momentan bei 2900 Euro für eine Tafel, die auf Kleinanzeigen.de in Göttingen für diesen Betrag ausgeschrieben ist. Derzeit handelt es sich bei diesen teuren Angeboten aber um Einzelanzeigen, und es bleibt fraglich, ob die Schokolade tatsächlich zu diesen Summen gekauft wird. Solche Angebote erregen auch auf Social Media Aufmerksamkeit. Unter einem Facebook-Post zu einer Dubai-Schokolade für 2800 Euro kommentieren Nutzer mit „Geisteskrank“, „Dummheit hat keine Grenzen“ oder „Wird ja immer bekloppter“.

Unglaublich aber wahr: Auf Ebay-Kleinanzeigen wird eine limitierte Tafel für 2.900 Euro VB angeboten

Limitierte Auflage von Lindt-Tafeln: Ein Hype, der bis zur Kriminalität reicht

Der Erfolg dieser limitierten Schokolade geht allerdings weit über eine übliche Begeisterung hinaus. Die Nachfrage hat inzwischen ein Niveau erreicht, das sogar zu kriminellen Handlungen führt. Ein Kunde berichtete auf Instagram etwa von einem Diebstahl seiner Dubai-Schokolade.

Laut Bild wurde ihm die Autoscheibe eingeschlagen. Die Tafel, die er zuvor in Düsseldorf gekauft hatte, sei gestohlen worden. Er vermute, dass der Dieb ihn von Düsseldorf bis nach Duisburg verfolgt haben könnte, um die limitierte Schokolade in die Finger zu bekommen. „Sollte mir jemand aus Düsseldorf bis Duisburg gefolgt sein, wäre das schon sehr gruselig“, äußerte der Bestohlene gegenüber der Zeitung.

Guter Geschmack und cleveres Marketing: Warum die Dubai-Schokolade so beliebt ist

Die Beliebtheit der Dubai-Schokolade liegt einerseits an ihrer Rezeptur, die eine Brücke zwischen traditioneller europäischer Schokolade und orientalischen Zutaten schlägt, und andererseits am Faktor der limitierten Verfügbarkeit. Dabei lässt sich die Schokolade zu Hause auch ganz einfach selbst kreieren.

Lindt selbst hatte von Anfang an die Exklusivität der „Dubai Chocolade“ betont und durch eine sorgfältige Auswahl der Verkaufsstandorte und -daten sowie die auf 1000 Stück begrenzte Auflage zusätzliche Begehrlichkeit geschaffen. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, wird die Schokolade nach der Erstveröffentlichung in Düsseldorf nun an weiteren Standorten wie Berlin, Frankfurt und Köln verkauft – und soll danach auch im Online-Shop des Herstellers erhältlich sein. Die Verkaufstellen lauten wie folgt:

  • Berlin LP12, am 11.11.
  • Frankfurt, am 12.11.
  • Hamburg, am 13.11.
  • Aachen, am Dom, am 14.11.
  • Stuttgart, am 15.11.
  • Köln, am 16.11.
  • Danach online auf der Lindt-Website

Ob dies den Hype abmildert oder eher steigert, bleibt abzuwarten. Zusätzlich spielt die Vermarktung auf Social Media eine wesentliche Rolle. Der Hype begann mit selbstgemachten Rezepten und Geschmackstests von Influencern, die das Besondere der Dubai-Schokolade hervorhoben. Für die Verbraucher bleibt jedoch eine wichtige Frage: Ist die Schokolade wirklich 15 Euro, 250 Euro oder gar 3000 Euro wert? (ls)

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