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„Hartz und herzlich“-Star Jean erhält zu seinem Ausbildungsgehalt zusätzlich Bürgergeld. Seiner Meinung nach bekommt er zu viel Geld im Monat.
Kassel – In Deutschland waren im Jahr 2022 rund 17,3 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Laut Statistischem Bundesamt entspricht das etwa 20,9 Prozent, also einem Fünftel, der Bevölkerung. Einer der Betroffenen ist Jean aus der RTL-Zwei-Sendung „Hartz und herzlich“. Der zweifache Vater schilderte, dass ihm das Ausbildungsgehalt vorne und hinten nicht reicht. Deswegen bezieht er nun zusätzlich Bürgergeld, womit er monatlich 1500 Euro zur Verfügung hat.
Bürgergeld-Empfänger legt seinen Verdienst offen – und findet es „unfair“
Aber zuerst einmal auf Anfang: Der Bürgergeld-Empfänger der beliebten Doku-Serie hat endlich seinen Platz in der Arbeitswelt gefunden. Seit einiger Zeit macht er eine Ausbildung zum Verkäufer, die ihm nach eigenen Angaben Spaß bereitet. Doch das Gehalt reichte ihm nicht, weswegen er es mit der sogenannten Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) aufstocken wollte. Das wäre aber am Ende zu viel Geld gewesen, so Jean. Stattdessen wurde ihm empfohlen, andere Leistungen zu beanspruchen – also Bürgergeld.
Tatsächlich ist das Ausbildungsgehalt eines Verkäufers nur ein Bruchteil des in 2023 berechneten Durchschnittsgehalts in Deutschland von 4323 Euro brutto. Das Portal Ausbildung.de gibt an, dass der durchschnittliche Verdienst eines angehenden Verkäufers im ersten Lehrjahr zwischen 785 und 900 Euro liegt. Im zweiten Lehrjahr sei dann mit 835 bis zu 1065 Euro zu rechnen. Das Einstiegsgehalt liege dagegen bei rund 2000 Euro brutto im Monat – also die Hälfte des deutschen Durchschnittsgehalts.
Durch das zusätzliche Bürgergeld geht es dem 22-Jährigen mittlerweile finanziell sehr gut. „Ich bekomme gutes Geld. Das ist schon viel im Gegensatz zu einem normalen Arbeiter“, gibt er zu. Laut DerWesten wisse er gar nicht, was er damit anfangen solle. „Ich habe Geld und mir ist langweilig eigentlich.“ Es sei zwar nicht zu teuer, aber es gebe nichts, was ihn interessiert, weil er habe „ja alles“, zitiert ihn das Portal. Zudem hat Jean eine deutliche Meinung zu seinem monatlichen Budget: Er findet es unfair.
„Will nicht so viel Geld haben“: Bürgergeld-Empfänger wäre mit weniger zufrieden
„Eigentlich will ich das nicht erzählen, weil ich schon viel Geld bekomme – mein Ausbildungsgehalt und das vom Jobcenter“, so der Bürgergeld-Empfänger. „Für Leute, die Vollzeit arbeiten, ist es eigentlich schon recht unfair, was ich verdiene.“ Denn er meint, dass so manche Vollzeitkräfte weniger verdienen als 1500 Euro pro Monat, auf die er mit zusätzlich Bürgergeld kommt. Laut dem Statistischen Bundesamt verdienten im Jahr 2023 aber nur 1,4 Prozent der Vollzeitbeschäftigten unter 1500 Euro brutto.
Dennoch betont er, dass er seinen Verdienst nicht gutheißt: „Ich finde das schlecht. Ich will ja eigentlich nicht so viel Geld haben“, so der Bürgergeld-Empfänger und Star aus der Sendung „Harz und herzlich“. Weiter führt er aus: „Mehr Geld heißt auch mehr ausgeben. Das ist für meine Verhältnisse einfach zu viel Geld.“ Allerdings will der 22-Jährige nun etwas Gutes mit seinem Budget aus Gehalt und Bürgergeld tun und eine Katze aus dem Tierheim bei sich zu Hause in Rostock aufnehmen. (cln)
Rubriklistenbild: © Patrick Pleul / dpa / RTL Zwei
