Vergangenheit trifft Zukunft

ID. 2all wird zur Zeitmaschine: Retro-Tachos im Look von Golf und Käfer 

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Mit der Studie ID. 2all besinnt sich VW wieder auf alte Stärken und feiert seine Vergangenheit. Der Käfer und Golf I werden dabei nicht nur mit digitalen Kopien ihrer Tachos gewürdigt.

Bräuchte es einen Slogan für die Werbung für die VW-Studie ID. 2all wäre wohl „Back to the roots“ eine gute Wahl. Denn genau auf diese Wurzeln besinnen sich die Wolfsburger bei dem Elektroauto. Weg vom bisherigen ID-Design zurück zur gewohnten, leicht spießigen Optik. Ein echter Volkswagen eben. Trotz modernster Technik ist die Studie eine Zeitmaschine, die uns im Innenraum des Stromers in die Vergangenheit entführt.

Beim digitalen Tacho haben sich die Volkswagen-Ingenieure nämlich etwas Besonderes einfallen lassen. Zusätzlich zum modernen ID-Look gibt es auch zwei Retro-Versionen. Zur Wahl stehen der Look der Tachos des Käfers (Classic) sowie der ersten Generation des VW Golf (Retro).

ID. 2all wird zur Zeitmaschine: Retro-Tachos im Look von Golf und Käfer 

In der Classic-Ansicht des ID. 2all bekommt der Fahrer nur den runden Tacho des Käfers (der auch ohne Motor vom Fleck kommt) mit der Geschwindigkeit angezeigt. Eine Information über den Ladestand gibt es nicht. Anders beim Retro-Look des Golf. Hier liefert ein zweiter Zeiger Informationen zum Füllstand der Batterie.

Zusätzlich zum Tacho des Golf I und Käfers steht auch eine ID-Version zur Auswahl.

Sogar an die Matrix-Lämpchen zwischen den beiden Anzeigen haben die VW-Verantwortlichen bei der digitalen Kopie gedacht. Auch eine Uhr im 80er-Jahre-Stil findet sich in der Mitte der Anzeige. Nur das weiße Volkswagen-Logo gab es im Cockpit der ersten Golf-Generation nicht.

Design muss sein: Zehn schöne Studien von ganz normalen Automarken

VW W12 Coupé
VW W12 Coupé: Der 600 PS starke Sportwagen wird auch als VW Nardo bezeichnet – nach dem italienischen Hochgeschwindigkeitskurs, auf dem er 2001 mit 310,99 km/h einen neuen Streckenrekord aufstellte. Später fuhr er in optimierter Version sogar 24 Stunden mit einem Durchschnittstempo von 322,89 km/h. Eine Serienfertigung des Zweisitzers mit W12-Mittelmotor wurde erwogen, kam mit Rücksicht auf die VW-Marke Lamborghini aber nicht zustande. © dpa
BMW 328 Hommage
BMW 328 Hommage: Der historische BMW 328 gilt als Rennsport-Ikone der späten 30er Jahre. 2011, zum 75. Geburtstag, stellten die Bayern eine moderne Neuinterpretation auf die Räder. Die Karosserie ist dank kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) besonders leicht und deutlich flacher als die des Originals – trotzdem ist dessen Charakter eindeutig zu erkennen. Zur Leistung des Dreiliter-Sechszylinders schwieg BMW, wahrscheinlich waren es 258 PS. © BMW
Genesis Essentia Concept
Genesis Essentia Concept: Die noch junge Edelmarke aus dem Hyundai-Konzern profiliert sich regelmäßig mit Studien. 2018 zeigte sie diesen Gran Turismo auf der New Yorker Auto Show: Das erste Elektroauto der Marke, das deren konsequenten Umstieg auf Stromer vorwegnahm. Designelemente sind in aktuellen Serienmodellen zu finden, die Karbon-Karosserie dagegen nicht. © Genesis
Ford-Studie Indigo
Ford Indigo: Spätestens, seit Ford in den 60er-Jahren bei den 24 Stunden von Le Mans mehrfach Ferrari ausknockte, gelten die Amerikaner auch als Rennwagen-Spezialisten. Die Studie Indigo zeigte 1996 Design und Technologie für die 500 Meilen von Indianapolis (daher der Name: Indy go!). Motorbauer Cosworth verdoppelte einen V6 von Ford zu einem 441 PS starken V12, die von Designer Claude Lobo gestaltete Karosserie besteht aus Kohlefaser. © Ford
Škoda Vision 7S
Škoda Vision 7S: Das Konzept für einen nach Škoda-Art familiengerechten, aber schicken Elektro-SUV stammt von 2022 – für 2026 verspricht die tschechische VW-Tochter die Serienproduktion eines ähnlich aussehenden Siebensitzers. Der fünf Meter lange Wagen soll dann der erste von mehreren Stromern werden, die sich optisch klar von den braven Verbrennern unterscheiden. © Ivo Hercik/Škoda
Studie Opel Manta GSe ElektroMod
Opel Manta GSe ElektroMod: 2021 war Opel mutig – und zeigte ein 148 PS starkes Elektroauto, das trotz eher bescheidener Reichweite tatsächlich als zeitgemäße Neuauflage des Kult-Coupés durchgegangen wäre. Mittlerweile hat die Stellantis-Marke zwar bestätigt, dass der Name wiederbelebt wird, diesen wird ab 2026 aber ein SUV tragen.  © Opel
Studie Renault Air4
Mit dem Air4 will Renault das 60-jährige Jubiläum des R4 feiern. © Lionel Koretzky/TheArsenale
Studie Audi Skysphere Concept
Audi Skysphere Concept: Unter dem „Sphere“-Label hat die VW-Tochter schon mehrere Studien gezeigt, die auf ihre elektrische Zukunft hinweisen. Diese Kombination aus 4,94-Meter-Roadster und 5,19 Meter langem, autonom fahrendem Coupé mit variablem Radstand ist die spektakulärste. Sie entstand 2021 in Audis Designzentrum im kalifornischen Malibu, ihr E-Motor an der Heckachse leistet 631 PS. © Audi
Studie Citroën Oli
Citroën Oli: Die Stellantis-Marke war mal als Design-Pionier bekannt, mittlerweile musste sie diese Aufgabe an Konzernschwester DS abtreten. Was sie nicht daran hindert, 2022 mit dem Oli eine Art elektrischen Mini-Hummer vorzuführen. Der E-Motor leistet 136 PS, eine Smartphone-Halterung ersetzt den Touchscreen. Fans extrovertierter Fahrzeuge hoffen auf eine Serienfertigung des 4,20 Meter kurzen City-Hüpfers für 25.000 Euro – aber wahrscheinlich vergeblich. © Citroën
Studie Nissan IDx Freeflow
Nissan IDx Freeflow: Lange vor VW, nämlich schon 2013, präsentierten die Japaner ein Auto namens ID – allerdings mit 1,6-Liter-Verbrennungsmotor. Das kantige Design der 4,10 Meter kurzen Limousine würde aber auch heute noch gut in das elektrische Zeitalter passen. Schade, dass Nissan da etwas den Anschluss verloren hat. © Nissan

ID. 2all wird zur Zeitmaschine: Klassisches Radio und Kassette im Infotainment

Doch die Tachos sind nicht das Einzige, was im Stile der 50er und 80er erstrahlt. Mit viel Liebe zum Detail wird auch das Infotainment des Elektroautos angepasst. Wer sich für die Käfer-Ära entscheidet, findet dort ein klassisches Radio mit zwei großen Drehknöpfen und einem Frequenzband.

Wer sich für den Classic-Stil des Käfers entscheidet, bekommt auch ein altes Radio.

Wer beim Golf einen Kassettenspieler erwartet, liegt nicht ganz falsch. Immerhin war diese in den 1980ern das Musikmedium schlechthin. Entsprechend ist auf dem Mittelbildschirm des ID. 2all eine Kassette mit animierten Vor- und Rückspulknöpfen zusehen. Daneben befindet sich noch ein Klemmbrett, das aber wohl eher seltener im Golf I zu finden war.

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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Ein nettes Detail ist zudem das Wappen der Stadt Wolfsburg, das sich auf dem Drehknopf befindet, mit dem man zwischen den Stilen wechseln kann. Zudem ist es im Tacho des Käfers und als Anhänger auf dem Golf-Klemmbrett zu sehen. Mit der Reminiszenz an die eigene Vergangenheit macht VW einen guten Schritt, um wieder zu einer echten „Love Brand“ zu werden. Das ist nämlich das Ziel, wie Markenchef Thomas Schäfer jüngst erklärte. Die Zeiten, wo man versuchte Tesla nachzueifern, scheinen also vorbei.

Rubriklistenbild: © Volkswagen

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