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Wie Sie Igeln im Garten helfen können, die zu früh aus dem Winterschlaf aufwachen

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Sehen Sie öfter Igel durch den Garten laufen? Die Temperaturen zum Jahresstart waren außergewöhnlich mild. Zum Leidwesen vieler Tiere.

In milden Wintern kommt es immer wieder vor, dass Igel statt im Winterschlaf zu sein, putzmunter durch die Gärten laufen. Viele sorgen sich um diese Igel, wie der Naturschutzbund (Nabu) schildert. „Dass Igel bei hohen Temperaturen aufwachen, ist aber normal und bei gesunden Tieren auch unproblematisch“, erklärt der Nabu auf seiner Website zunächst. Aber, so heißt es dort weiter: Passiere das im Laufe des Winters öfter, könne das an den Kräften der Igel zehren; denn das Nahrungsangebot sei dann relativ schlecht.

Igel im Garten: Wie man ihnen hilft, wenn sie öfter zu früh aus dem Winterschlaf erwachen

„Am besten helfe man den Igeln daher mit einem Fressnapf, gefüllt mit hochwertigem Feucht- oder Trockenfutter für Katzen mit hohem Fleischanteil; ein zusätzlicher Wassernapf wird ebenfalls gerne angenommen“, rät der Nabu in solchen Fällen. Wie auch im restlichen Jahr gelte: „Bitte kein Dosenfutter und keine Speisereste verfüttern.“ Erfahren Sie zudem hier, welche Nahrung Igel niemals essen dürfen. Direkte Hilfe benötigen aufgewachte Winterigel zudem nur, wenn sie krank oder deutlich geschwächt sein sollten, so der wichtige Hinweis des Nabu. „Sobald die Temperaturen sinken, werden sich die Igel wieder in ihr Winterquartier zurückziehen.“ Das ideale Winterquartier für Igel bestehe aus einem Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub.

Die Temperaturen sind zu Jahresbeginn außergewöhnlich mild? Wenn Igel dadurch früher als üblich erwachen, brauchen sie auch früher Energie.

Erwacht ein Igel früher als üblich aus dem Winterschlaf, braucht er entsprechend früher Energie. Dafür verbrauche er das sogenannte braune Fett, erklärte Derk Ehlert, Wildtierexperte der Berliner Umwelt-Senatsverwaltung einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) von Mitte Januar zufolge. Das könne schnell in Energie umgewandelt werden. „Wenn es wieder kälter wird, fehlt den Tieren dann diese Energie für den eigentlichen Frühjahrsstart.“ Denn normalerweise wachen Igel erst zwischen Ende März und Mitte April endgültig aus dem Winterschlaf auf.

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Wer ist wer? Zehn Vögel am Futterhäuschen, die viele Menschen nicht kennen

Eine Haubenmeise (Parus cristatus) sitzt im Winter auf einem Ast.
Die Haubenmeise (Parus cristatus) ist an ihrer Punkfrisur recht leicht zu erkennen. © imagebroker/Imago
Drei Stieglitze ( Carduelis carduelis ) am Futterspender
Er ist kein Model, aber er sieht gut aus: Der Distelfink (Carduelis carduelis) oder Stieglitz ist mit seinem gelben Flügelstreif unverkennbar. © Manngold/Imago
Zwei Eichelhäher im Schnee (Garrulus glandarius)
Die nicht gerade kleinen Eichelhäher (Garrulus glandarius) sind mit ihren blau schillernden Flügelfedern sehr auffällig.  © McPHOTO/Imago
Ein Zaunkönig (Troglodytes troglodytes / Nannus troglodytes) auf einem Ast
Schwänzchen in die Höh‘? Dann handelt es sich um einen Zaunkönig (Troglodytes troglodytes). © UIG/Imago
Goldammer (Emberiza citrinella) auf einem Holzpfosten
Die männliche Goldammer (Emberiza citrinella) ähnelt oft einem entflogenen Kanarienvogel. © Shotshop/Imago
Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) auf einem Ast mit Schnee
Der Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) ist ein ziemlicher Raufbold, der sich am Futterhaus energisch Platz verschafft. © BIA/Imago
Grünfink (Chloris chloris), Männchen
Er ist meist laut und leuchtend grün-gelb: Der Grünfink (Chloris chloris) tritt am Futterhaus recht dominant auf. © BIA/Imago
Ein Kleiber (Sitta europaea) frisst aus einer Hand.
Der Kleiber (Sitta europaea) ist häufig zu sehen, aber vielen unbekannt. Man erkennt ihn gut daran, dass er kopfüber klettern kann. © McPHOTO/Imago
Grünspecht (Picus viridis) frisst an Apfel.
Nein, der Grünspecht (Picus viridis) ist kein exotischer Papagei. Aber da er als Nahrung Ameisen bevorzugt, sieht man ihn oft am Boden. © Jürgen Kosten/Imago
Männlicher Erlenzeisig (Spinus spinus) an halbierter Kokosnussschale
Der Erlenzeisig (Spinus spinus) sitzt gern in – genau – Erlen. Aber er ist im Schwarm auch in Birken und beim Futterspender anzutreffen. © imagebroker/Imago

Igel im Garten: Mildes Wetter stört ihren Winterschlaf

Wenn ein Igel häufig aufwacht oder sogar vollständig wach wird, bestehe die Gefahr, dass er seine Fettreserve vorzeitig aufbraucht und den Winter nicht überlebt, wie auch Oekotest.de angesichts der vergleichsweise milden Temperaturen bereits zum Jahresstart berichtet hatte. „Deshalb ist es wichtig, dass Sie bei warmem Winter wachen Igeln, die umherlaufen, Futter anbieten.“ Falle die Durchschnittstemperatur unter vier Grad und der Igel erscheine weiterhin am Futternapf, sollte man die Zufütterung jedoch stoppen, damit der Igel wieder in den Winterschlaf falle, rät das Igelzentrum Zürich (IZZ) dem Bericht zufolge.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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