Diabetes kann die Folge sein

Immunsystem in Gefahr: Wenn die Thymusdrüse erkrankt ist

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Die Thymusdrüse bildet Abwehrzellen im menschlichen Körper und spielt bei der Immunabwehr eine wichtige Rolle. Ist sie krank, können sich Autoimmunerkrankungen entwickeln.

Das Immunsystem ist das Abwehrsystem im menschlichen Körper gegen fremde Stoffe und Keime. Deshalb ist ein gesundes Immunsystem für die Abwehr von Krankheitserregern unverzichtbar. Eine wichtige Rolle spielt dabei die sogenannte Thymusdrüse. Das Organ sitzt hinter dem Brustbein, wo es Abwehrzellen bildet und fehlentwickelte Zellen eliminiert. Ist die Thymusdrüse jedoch krank, kann dies weitreichende Folgen für die Gesundheit haben.

Immunsystem in Gefahr: Kranke Thymusdrüse kann Gesundheit schaden

Die Thymusdrüse ist ein Organ, das hinter dem Brustbein liegt. Es ist ein wichtiger Teil des sogenannten erworbenen Immunsystems.

Die Thymusdrüse ist ein wichtiger Teil des sogenannten erworbenen Immunsystems. Im Gegensatz zum angeborenen Immunsystem, welches die erste Immunabwehr darstellt und auf die schnelle Abwehr von bestimmten Bakterien und Viren spezialisiert ist, lernt das erworbene Immunsystem das ganze Leben lang immer wieder dazu. So kann es neue Immunzellen produzieren und unzählige körperfremde Zellen abwehren. Die Immunzellen werden in der Thymusdrüse geprägt und erhalten ihr immunologisches Gedächtnis gegenüber bestimmten Antigenen. So entstehen weiße Blutzellen, die der Immunabwehr dienen: die sogenannten T-Zellen, oder auch T-Lymphozyten. Gemeinsam mit den B-Lymphozyten, die im Knochenmark gebildet werden, stellen sie die Basis für die erworbene Immunantwort des Körpers dar.

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Frau hält Glas Wasser in der Hand.
Wer ausreichend trinkt, hält die Schleimhäute in Mund und Rachen feucht. Das ist wichtig, weil diese die erste Schutzbarriere des Körpers gegen Viren und Bakterien darstellen. Trocknen die Schleimhäute aus, können Viren leichter andocken und sich einen Weg in den Körper bahnen. Auch das Lutschen von Bonbons hilft dabei, die Schleimhäute feucht zu halten.  © Tanya Yatsenko/Imago
Korb voll mit Gemüse und Obst
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse sorgt dafür, dass dem Körper wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugeführt werden. Es wird vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen einem gesunden Darm und einem gesunden Immunsystem besteht, denn ein Großteil der Antikörper produzierenden Zellen befinden sich im Darm, informiert das Portal München Klinik, der Gesundheitsversorger der Stadt München. © Oleksandr Latkun/Imago
Frau krault im Schwimmbad
Auch Bewegung macht uns weniger anfällig für Krankheitserreger. Mitverantwortlich ist die antientzündliche Wirkung von Sport und Bewegung auf unseren Körper. Davon profitiert auch unser Immunsystem, so Professor Karten Krüger von der Justus-Liebig-Universität in Giessen im Interview mit der Krankenkasse BKK Provita. Sein Forschungsgebiet: Die Wirkung von Bewegung auf unser Immunsystem. Ihm zufolge wird man seltener krank und übersteht eine Erkrankung besser, wenn man sich regelmäßig bewegt, gut schläft, sich ausgewogen ernährt und ein gutes Stressmanagement pflegt.  © Imago
Hand, die Weinglas und Zigarette hält
Inhaltsstoffe in Zigarettenrauch und Alkohol blockieren die körpereigene Abwehr und machen uns so anfälliger für Krankheiten. Nach einer durchzechten Nacht kann das Immunsystem Studien zufolge sogar bis zu 24 Stunden lang nicht wie gewohnt arbeiten, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Auch Rauchen fördert wie Alkohol Entzündungsprozesse im Körper, was eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegsinfekte zur Folge haben kann. Zudem trocknet Zigarettenrauch die Schleimhäute aus, was deren Abwehrkraft abschwächt.  © macondo/Imago
Frau öffnet das Fenster zum Lüften
Vor allem im Herbst und im Winter sollten Sie regelmäßig lüften. Denn trockene Heizungsluft trocknet die Schleimhäute in Mund und Nase aus. Diese stellen die erste Barriere für Viren und Bakterien dar. Im ausgetrockneten Zustand sind die Schleimhäute weniger widerstandsfähig. © Roman Möbius/Imago
Wanderweg im Bergischen Land nahe der Müngstener Brücke
Bewegung an der frischen Luft stärkt unsere Atemwege. Auch das Immunsystem profitiert, weil über die Haut durch Kontakt mit Sonnenlicht Vitamin D produziert wird. „Es ist wissenschaftlich unstrittig, dass eine ausreichende Vitamin D-Versorgung zur normalen Funktion des Immunsystems beiträgt. Auch zeigen Studien, dass Menschen mit einer unzureichenden Vitamin D-Versorgung ein erhöhtes Risiko für akute Atemwegsinfekte aufweisen und von der Gabe von Vitamin D-Präparaten profitieren können“, heißt es in einem Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung.  © Olaf Döring/Imago
Gestresste Frau im Büro
Stress ist ein wahrer Immunkiller. Durch die Ausschüttung von Stresshormonen verlieren die Immunzellen die Fähigkeit, sich zu vermehren, um Krankheitserreger abzutöten. Auch die Menge an Antikörpern in unserem Speichel verringert sich, so eine Information des Universitätsspitals Zürich.  © Joseffson/Imago
Frau schaltet den Wecker aus
Ausreichend Schlaf zählt zu den Grundpfeilern eines intakten Immunsystems. Wissenschaftler der Universität Tübingen und der Universität Lübeck konnten dem ärztlichen Journal zufolge zeigen, dass bereits nach drei Stunden ohne Schlaf die Funktion der T-Zellen beeinträchtigt war. „T-Zellen zirkulieren ständig im Blutkreislauf und suchen nach Erregern. Die Adhäsion (Anmerkung der Redaktion: bedeutet so viel wie „Haftkraft“) an andere Zellen erlaubt ihnen dabei, im Körper zu wandern und beispielsweise an infizierte Zellen anzudocken, um sie anschließend zu beseitigen“, sagt Erstautor Stoyan Dimitrov.  © Oleksandr Latkun/Imago

Neben der Herstellung der wichtigen Abwehrzellen, den T-Lymphozyten, hat die Thymusdrüse eine weitere Aufgabe. Sie filtert selbstreaktive – also fälschlicherweise gegen den eigenen Körper gerichtete – Immunzellen heraus und deaktiviert diese. Bei dem Organ handelt es sich folglich um eine Art Qualitätskontrolle des Immunsystems, wie Dr. Thomas Boehm, Direktor am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg, gegenüber t-online.de erklärt. Da die Thymusdrüse wesentlich am Aufbau des Immunsystems beteiligt ist, ist sie bei der Geburt das größte Organ im Lymphsystem und bei Babys und Kleinkindern besonders aktiv. Bei Erwachsenen ist sie geschrumpft, da die meisten krankmachenden Erreger schon bekannt sind und Abwehrzellen auch auf Vorrat produziert wurden. „Die Thymusdrüse ist wie ein Muskel: Je weniger sie gebraucht wird, desto kleiner wird sie. Das heißt aber nicht, dass sie im Erwachsenenalter nicht aktiv ist. Bei Bedarf produziert sie Abwehrzellen nach“, so Boehm.

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Immunsystem: Was eine kranke Thymusdrüse im Körper anrichten kann

Wenn die Thymsdrüse erkrankt oder selbstreaktive Zellen übersieht, dann schwächt das nicht nur die Immunabwehr, sondern kann auch Folgen für die Gesundheit haben. Falsch kodierte und gegen den Körper gerichtete Zellen können zum Ausbrechen einer Autoimmunerkrankung führen, wenn sie die Thymudrüse verlassen und in den Körper gelangen. Sind sie dort erstmal unterwegs, dann gibt es laut dem Immunologen „kein Zurück mehr“ und bestimmte Auslöser wie etwa Infekte können sie aktivieren. Folgende Krankheiten zählen unter anderem zu den Erkrankungen, die auf eine Fehlfunktion des Organs zurückzuführen sind:

  • rheumatoide Arthritis
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Multiple Sklerose

Wie Boehm zudem erklärt, könne die Aktivität der Thymusdrüse nicht gezielt gestärkt und ihre Funktion nicht unterstützt werden. Er empfiehlt jedoch Maßnahmen, die allgemein das Abwehrsystem stärken. Dazu zählen neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zum Beispiel gesunder Schlaf, ausreichend Bewegung und der Verzicht auf Rauchen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © focalpoint/IMAGO

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