- VonBettina Menzelschließen
Wer im Supermarkt zu Fertiggerichten greift, erwartet wohl kaum besonders gesundes Essen. Doch: Gerade bei den Zutaten gibt es Qualitätsunterschiede bei Instant-Menüs.
Berlin – Manchmal muss es schnell gehen: Im stressigen Alltag greift so mancher Verbraucher gerne zu Fertiggerichten. Doch wie gut sind Instant-Nudeln, Curry und Co wirklich? Das testete die ARD-Sendung „Servicezeit“ und nahm dafür stichprobenartig vier asiatische Instant-Produkte genauer unter die Lupe.
Asia-Fertiggerichte im Check: Diese Produkte wurden getestet
| Gericht | Marke | Preis |
| Bami Goreng | Frosta | 0,94 Euro pro 100 Gramm |
| Rotes Thai Curry mit Huhn | Youcook | 0,94 Euro pro 100 Gramm |
| Green Curry | Asia Green Garden | 0,85 Euro pro 100 Gramm |
| Instant-Nudelsuppe mit „Duck Flavour“ | YumYum | 1,15 Euro pro 100 Gramm |
Wie gesund sind Instant-Nudeln, Curry und Co? „Lange Liste an Zusatzstoffen“
Die asiatische Küche gilt als sehr gesund, Asia-Fertiggerichte hingegen haben einen schlechten Ruf. Sie würden viel Glutamat und Salz enthalten, so ein beliebter Vorwurf. Doch stimmt das wirklich? Die ARD-Tester kauften dafür Produkte aus dem Kühlregal, Instant-Nudelsuppen und Fertigmischungen zum Aufwärmen und ließen sie von der Ernährungsexpertin Britta Schautz sowie von zwei professionellen Köchen bewerten.
Man sehe bei den Gerichten „eine lange Zutatenliste mit einem Cocktail an Zusatzstoffen“, so die erste Analyse der Ernährungsexpertin. Als Verbraucher lasse sich bei all den E-Nummern schwer erkennen, was in den Gerichten tatsächlich enthalten sein. „Das ist von der Industrie natürlich auch so gewollt“, so Schautz. Der Hersteller Frosta gehe mit gutem Beispiel voran, indem es die Herkunft seiner Inhaltsstoffe transparent aufliste, was nicht vorgeschrieben sei, meint die Ernährungsexpertin. Im gleichen Atemzug kritisierte sie allerdings die Herkunft des Frosta-Hähnchens aus Thailand.
Asia-Fertiggerichte im Test: Das sind die Ergebnisse in der Übersicht
- Bami Goreng - Frosta
Plus: hoher Gemüseanteil von 45 Prozent, bunte Optik, leichte Schärfe
Minus: Hähnchen aus Thailand importiert, daher Haltungsbedingungen unklar. Laut Angaben von Frosta sind die Haltungsbedingungen in dem gewählten Betrieb in Thailand sogar besser als der Standard in Deutschland. - Rotes Thai Curry mit Huhn - Youcook
Plus: Knackiges Gemüse, lockerer Reis, Kalorien und Salzanteil laut Ernährungsexpertin in Ordnung
Minus: Kein Original thailändischer Geschmack wegen fehlenden Gewürzen wie Kreuzkümmel, roten Chilis, Ingwer, nur 16 Prozent Gemüse, nur ein Prozent Wildreis - Green Curry - Asia Green Garden
Plus: -
Minus: „Fader“ Geschmack, geringer Kokosmilch- und Spinatanteil, hoher Sahneanteil, Hähnchen aus Thailand importiert, daher Haltungsbedingungen unklar - Instant-Nudelsuppe - YamYam
Plus: Geschmack
Minus: Inhaltsstoffe wie Glutamat, viel Salz, Palmöl, viele Zusatzstoffe und Aromen, leere Kalorien und keine gesunden Inhaltsstoffe
Wo gibt es den Testsieger?
Einige bekannte Supermärkte führen den Testsieger bereits im Sortiment. Allerdings oft nur „die Großen“. Wer sich das Suchen sparen möchte, kann das Rote Thai Curry mit Huhn von Youcook (werblicher Link) auch ganz bequem online bestellen. Beispielsweise bei Amazon und dort als Kunde sogar ohne Versandkosten.
Fazit der Tester: Fertiggerichte haben mit asiatischer Küche wenig zu tun
Die Tester betonten bei allen Gerichten, dass diese nicht authentisch asiatisch zubereitet seien. Wer also ein klassisches Asia-Menü erwartet, wird enttäuscht. Unterm Strich schneidet das Rote Thai Curry mit Huhn im ARD-Test am besten ab – besonders bei den Inhaltsstoffen und Zutaten. Das gelte generell für die teureren Produkte in den Boxen, so die Tester. Schlusslicht bei den Inhaltsstoffen ist ganz klar die Instant-Nudelsuppe. Diese habe mit dem gesunden Image der asiatischen Küche wenig zu tun, heißt es. Wer es sich leisten kann, sollte also etwas tiefer in die Tasche greifen – auch wenn es schnell gehen muss. Wer dennoch nicht auf Instant-Ramennudeln verzichten will, kann sie mit einem Trick aufbessern, mit Erdnussbutter verfeinern oder Alternativen eine Chance geben.
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