Im richtigen Takt

Leben nach der „inneren Uhr“: Forscher finden perfekten Zeitpunkt für Sport, Kaffee und Abendessen

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Jeder Mensch tickt anders. Die einen sind Frühaufsteher, die anderen drehen erst abends richtig auf. Wer seine Leistungskurve kennt, kann seinen Tag sinnvoll planen.

Sie wissen, wann Sie in Höchstform sind? Herzlichen Glückwunsch. Diese Erkenntnis spart Zeit und Energie. Ein Beispiel: Wer morgens lange braucht, um in Schwung zu kommen, der sollte in den Morgenstunden keine fordernden Aufgaben erledigen. Im Büro dann besser einfache Jobs vornehmen, die wenig Konzentration erfordern.

Auch in Hinblick auf Sport, die Essenszeiten und den ersten Koffein-Kick können Empfehlungen in Hinblick auf den individuell passendsten Zeitpunkt abgegeben werden.

Perfekte Uhrzeit für Sport, Abendessen, Koffein

So zeigten Studien etwa, dass man seinen eigenen Biorhythmus kennen sollte, um die für sich persönlich beste Zeitspanne für Sport zu finden. Wer gerne früh aufsteht und sich direkt fit fühlt, sollte entsprechend diese Zeit für das Training nutzen. Für Spättypen, die eher abends aktiv werden, eignet sich dagegen besser der spätere Tag dafür, heißt es vonseiten der AOK.

Sie gehen morgens laufen? Die optimale Zeit für Sport, wie Wissenschaftler sagen.

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Was versteht man unter Biorhythmus?

Unser Körper reagiert auf innere und äußere Einflüsse. Oftmals ist auch die Rede von der „inneren Uhr“, die über Fitness, Konzentrationsfähigkeit bis hin zu Wohlbefinden entscheidet. Der wohl bekannteste Biorhythmus ist der Schlaf-Wach-Rhythmus. Doch auch der Aktivitätszyklus oder der Trinkrhythmus zählen zu den Biorhythmen, die für natürliche Schwankungen der Körperfunktionen sorgen.

Empfehlungen für ein Leben nach dem Biorhythmus – ein Überblick:

  • Sport sollte zu der Stunde getrieben werden, zu der man sich am fittesten fühlt. Bei Morgenmenschen ist das meist eher die Zeit zwischen sieben und neun Uhr. Sogenannte „Eulen“ sollten dagegen die Trainingseinheit eher auf die Abendstunden legen.
  • Der beste Zeitpunkt für den ersten Kaffee ist frühestens 60 bis 90 Minuten nach dem Aufstehen. Soweit die Empfehlung des Neurowissenschaftlers Steven Miller, den das Wissenschaftsmagazin GEO zitiert. Ihm zufolge schüttet unser Körper direkt nach dem Aufstehen das Stresshormon Cortisol in höheren Mengen aus, um uns fit für den Tag zu machen. Wer zusätzlich noch Kaffee trinkt, sorgt für einen weiteren Energieschub, der Puls und Blutdruck weiter in die Höhe treibt. Infolge werden wir GEO zufolge anfälliger für Stress.
  • Das Verdauungssystem ist morgens am aktivsten und läuft abends und nachts auf Sparflamme. Entsprechend sollte man abends eher auf leichte Kost setzen. Vor allem wer einen empfindlichen Magen und Verdauungsprobleme hat, „sollte auf kleine Abendmahlzeiten achten – spätestens drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen“, rät Ökotrophologin Astrid Donalies von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung im Interview mit der Apotheken Umschau.

Kaffee: Welche 8 gesundheitlichen Vorteile als wissenschaftlich erwiesen gelten

Frau trinkt Kaffee und lächelt in die Kamera.
Kaffee macht wach und wirkt auf manche sogar euphorisierend. Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass der Trank aus der Kaffeebohne sogar Depressionen vorbeugen kann. Zwei bis drei Tassen täglich verringerten bei Frauen das Erkrankungsrisiko um 15 Prozent. Tranken sie mehr als drei Tassen, war das Risiko sogar um 20 Prozent geringer, heißt es vonseiten der Apotheken Umschau.  © Joseffson/Imago
Frau trägt Kaffeetasse.
Kaffee wird mit einem niedrigeren Diabetes-Risiko in Verbindung gebracht. Professor Chahan Yeretzian, Leiter des Coffee Excellence Centers an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften erklärt im Interview mit der Apotheken Umschau, dass die gesundheitsfördernde Wirkung vor allem auf die in Kaffee enthaltenen Substanzen Koffein und Antioxidantien zurückzuführen ist. Letztere schützen vor freien Radikalen, die unsere Zellen angreifen und so sogar das Krebsrisiko erhöhen. Doch warum schützt Kaffee vor Diabetes? Woran genau das liegt, ist noch nicht völlig geklärt, informiert die Apotheken Umschau. Kaffee verbessere offenbar die Empfindlichkeit für das Hormon Insulin, infolge könne der Körper Zucker besser verarbeiten. Bestimmte Stoffe, die der Körper nach dem Genuss ausschüttet, wirken zudem gefäßschützend und entzündungshemmend, heißt es weiter.  © Imago
Mann sitzt am Arbeitsplatz, eine Kaffeetasse steht auf dem Tisch.
Kaffee hemmt sogar die Aktivität von Coronaviren – allerdings bislang nur im Laborversuch. Trotzdem sollen die potenziell antiviral wirksamen Effekte von Kaffee in dieser Aufzählung einen Platz finden. Professor Nikolai Kuhnert von der Jacobs University und sein Team hatten im Labor untersucht, wie Inhaltsstoffe von Kaffee und Coronaviren miteinander interagieren. Sie fanden dabei heraus, dass eine chemische Verbindung in der Kaffeebohne die Fähigkeit des Spike-Proteins von Coronaviren hemmt, an die sogenannten ACE-2-Rezeptoren in menschlichen Zellen anzudocken. Die Schlussfolgerung der Forschenden: Kaffee könnte Corona-Infektionen verhindern. Um diese These zu beweisen, fehlt allerdings noch ein klinischer Versuch am Menschen.  © Jose Luis Carrascosa/Imago
Tasse Kaffee und Gebäck
Kaffee wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus: so das Ergebnis einer Studie von ungarischen Forschern. Ein Team der Semmelweis-Universität in Budapest um Dr. Judit Simon vom Herz- und Gefäßzentrum der Universität untersuchte, ab wie vielen Tassen Kaffee pro Tag eine lebensverlängernde Wirkung einsetzt. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass bis zu drei Tassen Kaffee täglich mit einem geringeren Risiko für Schlaganfälle und tödliche Herzkrankheiten verbunden sind.  © Annie Hall/Imago
Frau trinkt Kaffee
Kaffee ohne Zucker habe sich in einer großen Metaanalyse als effizienter Schutzfaktor für die Leber erwiesen, wird Professor Dr. Christian Trautwein, Direktor der Medizinischen Klinik III der RWTH Aachen, von der Pharmazeutischen Zeitung (PZ) zitiert. Eine Menge von drei bis fünf Tassen Kaffee täglich gilt als besonders empfehlenswert, so die PZ. Sie vertragen Koffein nicht sonderlich gut? Dann greifen Sie zur koffeinfreien Alternative: Auch diese Art von Kaffee entfaltet leberschützende Wirkung.  © Julia Bradley/Imago
Zwei Frauen frühstücken.
Ein Espresso zum Frühstück? Ja, gerne – wenn es nach der leberschützenden Wirkung von Kaffee geht. Eine groß angelegte italienische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Substanzen im Kaffee vor Leberkrebs schützen können. Ein Team um Carlo LaVecchia vom pharmakologischen Forschungsinstitut „Mario Negri“ in Mailand hatte untersucht, wie sich Kaffeetrinken auf das Leberkrebs-Risiko auswirkt. Wie das Ärzteblatt berichtete, kam es in der Gruppe der Kaffeetrinker ganze 40 Prozent seltener zu Leberkrebs. Der Erklärungsansatz der Forschenden: Eine Reihe von bioaktiven Substanzen in Kaffee wirkt sich in Summe protektiv auf die Leber aus.  © William Perugini/Imago
Zwei Tassen Kaffee von oben, Milchschaum ist verziert
Das Demenzrisiko soll durch regelmäßigen Kaffeegenuss sinken. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam um Yuan Zhang von der School of Public Health an der Tianjin Medical University in Tianjin, China. „Wir fanden heraus, dass Kaffee- und Teekonsum einzeln oder in Kombination mit einem geringeren Schlaganfall- und Demenzrisiko verbunden sind“, so eine Erkenntnis der chinesisch-US-amerikanischen Forschergruppe. Das Demenzrisiko war bei Menschen, die zwei- bis dreimal täglich Kaffee tranken, sogar um bis zu 28 Prozent geringer als bei Studienteilnehmern, die keinen Kaffee tranken. © Manfred Segerer/Imago
Frauen prosten sich mit Kaffeetassen zu.
Bei Kopfschmerzen kann ein Espresso wahre Wunder wirken. Denn das enthaltene Koffein hat schmerzstillende Wirkung. Daher wird Koffein in Kombipräparaten gegen Kopfschmerzen genutzt. Darin enthalten, steigert Koffein den schmerzlindernden Effekt von ASS und Paracetamol um bis zu 70 Prozent, informiert die Apotheken Umschau.  © Jake Jakab/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Zeljko Dangubic/Imago

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