Mark Zuckerberg gegen Elon Musk

Konkurrenz zu Twitter: Neuer Kurznachrichtendienst soll in Europa in wenigen Tagen online gehen

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Countdown läuft: Der neue Kurznachrichtendienst Threads geht wohl in wenigen Tagen auch in der EU online – das sind die Funktionen und die Unterschiede zu X.

Menlo Park/USA – Die neueste Social-Media-App von Zuckerbergs Unternehmen Meta, „Threads“, könnte schon in den nächsten Tagen in den Ländern der Europäischen Union starten. Auf der Website des neuen Kurznachrichtendienstes erscheint seit Freitag, den 8. Dezember 2023 ein ominöser Countdown. Diesem zufolge scheint es, dass Threads am 14. Dezember 2023 um zwölf Uhr mittags launchen will.  

Ursprünglich war „Threads“ am 15. Juli 2023 (erneut) online gegangen. Aufgrund des Inkrafttretens der neuen EU Digitalgesetze – dem Digital Services Act (DSA) und dem Digital Markets Act (DMA) – hatte Meta vorerst aber davon abgesehen, Threads auch in der EU-Region anzubieten.  

Schon im Jahr 2019 veröffentlichte Instagram eine Anwendung namens Threads. Diese wurde jedoch im Jahr 2021 eingestellt. Nun feiert sie ein großes Comeback, und will auch in den EU-Ländern verfügbar werden.

Threats und Threads: EU-Parlament führt strengere Richtlinien für Internet-Konzerne ein

Die automatische Verknüpfung von Nutzerdaten zwischen Instagram und Threads könnte ebenfalls für rechtliche Bedenken gesorgt haben. Eine offizielle Ankündigung steht noch aus, aber laut dem „Wall Street Journal“ könnte Threads in der EU möglicherweise zusätzliche Funktionen bieten, wie beispielsweise die Option, Beiträge nur zu lesen, ohne selbst welche zu posten. Dies könnte eine Anpassung an die geltenden EU-Richtlinien sein. 

Threads ist als direkter Konkurrent zu Elon Musks X – ehemals Twitter – zu betrachten. Der Dienst hatte zum Start bereits auf Metas Foto- und Videoplattform Instagram Hunderte Millionen Nutzer verbunden, wie Facebook-Gründer und Meta-Chef Mark Zuckerberg beim Launch im Juli vermeldete. Doch die Aktivität der Nutzer ging in den folgenden Monaten zurück. Trotzdem bleibt Mark Zuckerberg optimistisch und sieht in Threads langfristig einen Dienst mit “einer Milliarde Nutzern”. 

Die neuen Digitalgesetze der Europäischen Union: DSA und DMA

Das Gesetz über digitale Dienste, auch Digital Services Act (DSA) genannt, dient dazu, einen sichereren digitalen Raum zu schaffen, in dem die Grundrechte aller Nutzer digitaler Dienste geschützt werden. Dazu zählen Online-Vermittler und Plattformen, darunter Online-Marktplätze, soziale Netzwerke (Facebook, Instagram, usw.), Content-Sharing-Plattformen, App-Stores und Online-Reise- und Unterkunftsplattformen.

Das Gesetz über digitale Märkte, auch Digital Markets Act (DMA) genannt, zielt darauf ab, gleiche Wettbewerbsbedingungen von Online-Diensten zu schaffen. Dies diene der Förderung von Innovation, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Binnenmarkt und weltweit. Es betrifft vor allem sogenannte Gatekeeper-Plattformen, die eine systemische Rolle im Binnenmarkt haben und als Engpässe zwischen Unternehmen und Verbrauchern für wichtige digitale Dienste fungieren. Es schafft nicht nur einen faireren Wettbewerb, sondern bietet Verbrauchern gleichzeitig mehr Auswahlmöglichkeiten.

Threads oder Twitter: Ein Blick auf die Funktionen und Unterschiede

Die frisch vorgestellte App Threads – der neue Twitter- beziehungsweise X-Konkurrent – von Zuckerberg-Unternehmen Meta, entwickelt vom Instagram-Team, ist eine Social-Media-Plattform für das Teilen textbasierter Inhalte und Videos. Das Thread-Konto eines jeden Nutzers ist dabei in Instagram integriert. Threads bietet Usern die Möglichkeit Posts mit bis zu 500 Zeichen, einschließlich Links, Fotos und Videos mit bis zu fünf Minuten Länge, zu teilen.  Aber was sind die genauen Unterschiede?

Zum Vergleich: Bei Twitter beziehungsweise X sind maximal 280 Zeichen möglich. Lediglich Nutzer, die das Bezahl-Abo, das sogenannte Twitter Blue-Abo, haben, können bis zu 4.000 Zeichen posten. 

Instagram und Threads: Das Twitter von Meta – die wichtigsten Funktionen 

Beide Plattformen fokussieren sich auf textbasierten Austausch, und ermöglichen das Anhängen von Fotos, GIFs und Videos. Sowohl Threads als auch X beziehungsweise Twitter unterstützen das Verknüpfen mehrerer Beiträge. Twitter bietet Funktionen wie Web-Client, Benutzerlisten, Lesezeichen, und den Abonnementdienst Twitter Blue, sowie Werbung, die Threads derzeit nicht hat. Threads profitiert jedoch vom Meta-Netzwerkeffekt und der potenziellen Integration von Instagram-Nutzern. Die Unterschiede im Überblick:

Funktion/Merkmal:X (Twitter):Threads:
Textbasiertes TeilenJaJa
Unterstützung von Fotos, GIFs, VideosJaJa
Verknüpfung mehrerer BeiträgeJaJa
Feed-OptionenFor you und FollowFor you und Follow
Web-ClientJaJa
BenutzerlistenJaNein
LesezeichenJaNein
Abonnementdienst (z.B. Twitter Blue)JaNein
WerbeoptionenJaNein
Maximale Zeichenanzahl240 Zeichen500 Zeichen
Maximale Videolänge2 Minuten, 20 Sekunden, 512 MB5 Minuten
HashtagsJaEingeschränkt
Netzwerkeffekt (Meta-Integration)Nicht direkt durch MetaJa, durch Meta-Integration
ListenJaNein
API-ZugangJaNein, aber in Arbeit
Verfügbarkeit für Instagram-NutzerJa, aber separate PlattformJa, Integration mit Instagram-Nutzern

Mark Zuckerbergs Twitter-Alternative Threads: Countdown bis zum EU-Start am 14. Dezember 

Der Kurznachrichtendienst Threads von Meta könnte in wenigen Tagen in der Europäischen Union starten. Ein Countdown auf der Threads-Website zeigt an, dass der Dienst am 14. Dezember verfügbar sein wird. Die App, eine Alternative zu Elon Musks X (ehemals Twitter), wurde bei ihrem Start im Juli 2023 bewusst von der EU ausgeschlossen – angeblich aufgrund rechtlicher Unsicherheiten im Zusammenhang mit neuen Digitalgesetzen. Der Countdown könnte darauf hinweisen, dass der Dienst bald auch in der EU verfügbar sein wird, aber offizielle Ankündigungen oder Informationen über mögliche Anpassungen der Funktionen für EU-Nutzer sind bisher nicht verfügbar. 

Die Konkurrenz zwischen den Social-Media-Plattformen intensiviert sich nicht zuletzt auch aufgrund der Tatsache, dass die Nutzerzahlen von X nach dem Kauf durch Elon Musk stetig abgenommen haben. Dadurch sieht Zuckerberg in „Threads“ das Potenzial, die einstige Bedeutung von Twitter wiederzuerlangen. Ob es sich bei dem Countdown wirklich um den Timer zum EU-Launch handelt, wurde weder bestätigt noch dementiert. Mark Zuckerberg und Instagram-Chef Adam Mosseri halten aber an der Überzeugung fest, dass Threads auch in der EU erfolgreich sein wird. Obwohl das Meta-Unternehmen in der Vergangenheit immer wieder horrende Strafen auferlegt bekommen hat, aufgrund von Verstößen gegen die Datenschutz-Richtlinien innerhalb der EU.

Rekordstrafe für Meta: 1,2 Milliarden Euro wegen DSGVO-Verstoß 

Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, wurde im Mai 2023 von der irischen Datenschutzbehörde DPC mit einer Rekordstrafe von 1,2 Milliarden Euro wegen eines Verstoßes gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU belegt. Das Bußgeld bezieht sich auf die Beteiligung von Facebook an der Massenüberwachung durch Geheimdienste vor zehn Jahren. Meta musste zudem jegliche Übermittlung europäischer personenbezogener Daten in die USA stoppen.

Dazu kommt noch die Schadensersatzforderung in Höhe von 550 Millionen Euro, die Meta Anfang Dezember 2023 ereilte. Die spanische Medienvereinigung AMI hatte Meta wegen unlauteren Wettbewerbs verklagt. (ls/dpa)

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