ADAC Ecotest

Reichweite im Test: Hyundai Ioniq 6 überzeugt als Stromsparer

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Wie weit ein Elektroauto kommt, ist kaufentscheidend. Oftmals werden die Werksangaben aber verfehlt. Der ADAC hat getestet, welcher Stromer am weitesten kommt.

Jeder dritte Deutsche kann sich vorstellen, auf ein Elektroauto zu wechseln. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Reichweite. Hier versuchen die Hersteller immer höhere Werte zu realisieren. Doch oftmals weichen die diese von den Herstellerangaben ab.

Wie weit die Elektroautos wirklich kommen, überprüft der ADAC im sogenannten Ecotest. Neben der Reichweite liegt das Augenmerk des Automobilklubs auch auf dem Stromverbrauch. Denn die Reichweite der Stromer hängt eben nicht nur von der Größe der Batterie ab.

ADAC testet Reichweite von Elektroautos: BMW iX kommt am weitesten

Doch wer ist der Reichweiten-König unter den Elektroautos? Dem ADAC EcoTest zufolge gebührt die Krone dem BMW iX xDrive 50. Die 105,2-kWh-Batterie ermöglicht eine Reichweite von satten 610 Kilometern. Das entspricht in etwa der Strecke von München nach Düsseldorf. Laut BMW sollen sogar bis zu 1.200 Kilometer möglich sein. Dicht dahinter folgt der Mercedes-Benz EQS 450+ (107,8 kWh) mit einer Reichweite von 575 Kilometern.

Kein Elektroauto ist so sparsam wie der Hyundai Ioniq 6.

Die Überraschung des Tests war indes der Hyundai Ioniq 6. Aus dem 77,4-kWh-Akku holten die Tester des ADAC beachtliche 555 Kilometer raus. Damit liegt der Koreaner nur knapp hinten, den Konkurrenten aus München und Stuttgart.

ModellReichweite (in km)Batterie in kWh (Netto)
BMW iX xDrive 50\t610105,2
Mercedes-Benz EQS 450+ Electric Art\t575107,8
Hyundai Ioniq 6 ) UNIQ-Paket 2WD\t55577,4
BMW i7 xDrive 60\t545101,7
Mercedes-Benz EQE 350+\t53090,6
Mercedes EQS 580 Electric Art 4Matic\t530108,4
BMW i4 eDrive40\t49080,7
Nio ET7 48590
Ford Mustang Mach-E Extended Range\t480\t88
Polestar 2 Long Range Single Motor\t480\t75
Kia EV6\t47077,4
Hyundai Ioniq 5 Techniq-Paket 2WD\t47077,4

Hyundai Ioniq 6 überzeugt mit niedrigem Stromverbrauch

Sein Erfolgsgeheimnis ist dabei der niedrige Stromverbrauch. Im ADAC Test kam der Ioniq 6 mit 15,5 kWh pro 100 Kilometer aus und lag damit nur knapp über der Werksangabe von 14,3 kWh. Direkt dahinter folgt der Hyundai Kona Elektro (16,7 statt 14,7 kWh ). Und auch das Tesla Model 3 (16,8 statt 14,4 kWh) überzeugte durch Effizienz. Der Reichweiten-König BMW iX braucht mit 20,4 kWh im Vergleich deutlich mehr Energie, liegt aber ebenfalls nur knapp über den Werksangaben (20 kWh).

Das sind die zehn meistgebauten Elektroautos Europas

Ein Renault Zoe
Platz 10 – Renault Zoe: Der französische Stromer ist inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, dennoch gehört der Renault Zoe auch im Jahr 2022 noch zu den meistproduzierten Elektroautos Europas. © Renault
Ein Audi e-tron
Platz 9 – Audi e-tron: Der erste reine Stromer von Audi gehört auch 2022 zu den meistgebauten E-Autos in Europa. Das Foto zeigt die Sportback-Variante. © Audi
Mehrere Tesla Model Y in Grünheide
Platz 8 – Tesla Model Y: Für den europäischen Markt wird das Tesla Model Y in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin gebaut – und es reicht für den achten Platz im Produktions-Ranking. © IMAGO/Jochen Eckel
Ein Audi Q4
Platz 7 – Audi Q4: Ein weiterer Audi gehört zu den meistproduzierten E-Autos Europas: Der Q4 wird wie einige weitere Stromer des VW-Konzerns in Zwickau gefertigt. © Audi
Ein Hyundai Kona
Platz 6 – Hyundai Kona: Ein Koreaner hat es ebenfalls unter die zehn meistproduzierten E-Autos Europas geschafft – der Hyundai Kona wird im tschechischen Hyundai-Werk in Nosovice gebaut. © Hyundai
Ein Peugeot e-208
Platz 5 – Peugeot e-208: Mit dem Peugeot e-208 hat es ein Fahrzeug aus dem Stellantis-Konzern auf den fünften Platz geschafft. © Peugeot
Ein Skoda Enyaq
Platz 4 – Skoda Enyaq: 50.765 Einheiten des Skoda Enyaq verließen im Jahr 2022 das Werk in Tschechien – das reicht für den vierten Platz im europäischen Elektroauto-Produktionsranking. Das Foto zeigt die RS-Version des Stromers. © Skoda
Ein VW ID.3
Platz 3 – VW ID.3: Die Elektro-Kompaktlimousine VW ID.3 wird in Zwickau gebaut – 52.229 Exemplare rollten im Jahr 2022 dort vom Band. © Volkswagen
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4: Auch den zweiten Platz belegt ein Volkswagen – der ebenfalls in Zwickau produzierte ID.4 wurde 63.685 Mal gebaut. © Volkswagen
Ein Fiat 500e
Platz 1 – Fiat 500e: 66.325 Exemplare des italienischen Stromers liefen 2022 in Mirafiori vom Band – damit war er das meistgebaute E-Auto Europas. © Fiat

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„Dass größere und schwerere Fahrzeuge tendenziell einen höheren Stromverbrauch haben, liegt auf der Hand. Doch wie groß die Unterschiede tatsächlich sind, überrascht“, betont der ADAC. Kein Wunder als dass der besonders aerodynamische Hyundai Ioniq 6 hier die Nase vorne hat. Ein CW-Wert von 0,21 sorgt für besonders wenig Luftwiderstand, was den Stromverbrauch senkt. Dass der cW-Wert alleine aber nicht reicht, zeigt der Mercedes-Benz EQS. Mit 0,20 ist er noch windschnittiger als der Ioniq 6, verbraucht aber deutlich mehr Strom. Im Test des ADAC lag der Verbrauch bei 21,5 kWh. Deutlich über der Werksangabe von 16,8 kWh. Dafür wiegt der Stromer aus Stuttgart aber auch fast 600 Kilogram mehr.

Rubriklistenbild: © Hyundai

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