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Die Zeitumstellung sorgt Jahr für Jahr für Diskussionen. Häufig geht es darum, ob sie wirklich Sinn macht. Doch was passiert, wenn sie abgeschafft wird?
Zweimal im Jahr drehen wir an den Uhren und einmal im Jahr drehen wir durch: Die Zeitumstellung steht vor der Tür. Während viele von uns die zusätzliche Stunde Schlaf im Herbst genießen, ist der Mini-Jetlag im Frühjahr weniger willkommen. Die Diskussion über die Abschaffung der Zeitumstellung ist so alt wie die Maßnahme selbst. LUDWIGSHAFEN24 erklärt, was passieren würde, wenn wir die Uhren einfach nicht mehr umstellen.
Was passiert, wenn man die Zeitumstellung abschafft?
Die Abschaffung der Zeitumstellung könnte unser tägliches Leben ziemlich durcheinanderwirbeln. Vor allem die Koordination von Arbeitszeiten und internationalen Geschäften wäre betroffen. Zudem wäre es eine echte Herausforderung, die verschiedenen Interessen der EU-Länder unter einen Hut zu bringen. Manche Länder bevorzugen die Sommerzeit, andere die Winterzeit, und einige wollen gar nichts ändern. Das könnte zu einem Flickenteppich von Zeitzonen führen, der den internationalen Handel und die tägliche Pendelroutine erheblich stören könnte.
Ab wann gilt eigentlich im Jahr 2025 die Sommerzeit? Ein weiteres Problem wäre die Koordination zwischen den EU-Ländern. Der BR beschreibt, dass ohne eine abgestimmte Entscheidung ein Chaos droht. Grenzpendler, Fluggesellschaften und Bahnbetreiber wären die Leidtragenden. Die EU hat sich seit Jahren nicht mehr mit dem Thema beschäftigt, weil die Mitgliedsstaaten einfach nicht auf einen Nenner kommen. Ein Ende der großen gemeinsamen Zeitzone könnte erhebliche Probleme verursachen.
Was würde ohne Zeitumstellung passieren? So reagiert der Körper
Gesundheitlich hätte die Abschaffung der Zeitumstellung sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Laut der Berliner Morgenpost sieht Schlafmediziner Dieter Kunz die Zeitumstellung als gesundheitlich sinnvoll an, da sie den Körper an die wechselnden Lichtverhältnisse anpasst. Ohne diese Anpassung könnte unsere innere Uhr durcheinandergeraten, was besonders im Winter problematisch wäre. Der circadiane Rhythmus, der durch Licht und Dunkelheit gesteuert wird, könnte aus dem Takt geraten, was zu Schlafstörungen und anderen gesundheitlichen Problemen führen könnte.
Eine dauerhafte Sommerzeit könnte besonders problematisch sein. Denn die innere Uhr könnte bei permanenter Sommerzeit im Winter eher aus dem Gleichgewicht geraten. Das späte Morgenlicht könnte Winterdepressionen verstärken und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Teenager, die ohnehin Schwierigkeiten haben, morgens wach zu werden, wären besonders davon betroffen. Auf diese Art kommt der Körper besonders bei der Umstellung zur Sommerzeit mit dem Mini-Jetlag klar.
Was spricht für die Abschaffung der Zeitumstellung?
Dennoch gibt es auch gute Argumente für die Abschaffung der Zeitumstellung. Gesundheitliche Vorteile wären beispielsweise die Reduzierung von Schlafstörungen und Unfällen. Der Mini-Jetlag, den viele Menschen zweimal im Jahr erleben, könnte vermieden werden. Außerdem würde die Abschaffung der Zeitumstellung die Anzahl der Unfälle im Straßenverkehr verringern, da die Menschen besser ausgeruht und konzentrierter wären.
Ein weiterer Punkt ist die geringe Energieeinsparung, die durch die Zeitumstellung erzielt wird. Eine Studie der Queen‘s University Belfast beschreibt, dass die Umstellung auf Sommerzeit kaum Einfluss auf den Energieverbrauch hat. Die Einsparungen durch weniger Beleuchtung werden durch erhöhten Heizbedarf im Frühjahr und Herbst wieder ausgeglichen. Das ursprüngliche Argument für die Einführung der Zeitumstellung, nämlich Energie zu sparen, zieht also nicht mehr. Wer nicht weiß, wann die Uhr vor oder zurückgestellt werden muss, kann sich anhand von Eselsbrücken Abhilfe schaffen.
Was wäre, wenn immer Sommerzeit wäre?
Eine dauerhafte Sommerzeit klingt verlockend: Lange Sommerabende, an denen man im Straßencafé sitzt und die Sonne genießt. Doch was passiert im Winter? Dann würde die Sonne erst spät aufgehen, und viele Menschen müssten im Dunkeln zur Arbeit oder Schule. Besonders Jugendliche, die ohnehin Schwierigkeiten haben, früh aufzustehen, wären davon betroffen.
Auch wenn das ständige Umstellen verschiedener Uhren auch an diesen Geräten nervig ist, warnt Christian Cajochen, Leiter des Zentrums für Chronobiologie in Basel, vor den Folgen: Mehr Winterdepressionen und eine verringerte Leistungsfähigkeit könnten die Folge sein. Auch die innere Uhr könnte aus dem Takt geraten, was zu gesundheitlichen Problemen führen könnte. Die dauerhafte Sommerzeit wäre also nicht nur Sonnenschein und gute Laune.
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