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Teuer im Discounter: Analyse zeigt, wie viel mehr der Einkauf im Supermarkt kostet

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Angesichts der hohen Inflation kaufen Verbraucherinnen und Verbraucher verstärkt bei Discountern ein. Eine Analyse zeigt, dass die nicht immer günstiger sind.

Kassel – Die enormen Preisanstiege bei Lebensmitteln bereiten der deutschen Bevölkerung weiterhin große Sorge. Beim Einkaufen in Supermärkten und Discountern wie Aldi, Lidl und Co. wird daher noch mehr auf den Geldbeutel geschaut.

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind aufgrund der rasant gestiegenen Inflation zunehmend verunsichert und wollen gerade bei teurer werdenden Lebensmitteln günstiger einkaufen. Insbesondere Schnäppchen- und Aktionspreise bei Discountern versprechen größere Ersparnisse gegenüber Supermarktketten wie Rewe und Edeka. Doch sind die Discounter wirklich immer die günstigere Wahl? Eine Analyse der Preis-App Smhaggle bringt Klarheit.

Alles wird teurer: Sind Discounter wirklich so viel günstiger als Supermärkte?

Supermärkte und Discounter auf dem Prüfstand: Preisanalyse zeigt überraschendes Ergebnis

Wie die WirtschaftsWoche berichtet, geht aus der Preisanalyse zwischen Supermärkten und Discountern hervor, dass es gerade bei den Aktionspreisen deutliche Preisunterschiede zwischen den einzelnen Lebensmittelhändlern gibt.

Die Studie stellt fest, dass entgegen der Erwartung vieler Verbraucherinnen und Verbraucher die Discounter bei den vermeintlich günstigen Aktionsangeboten häufig die teureren Preise anbieten. „Die Discounter sind bei Aktionsangeboten in aller Regel nicht günstiger als die Supermärkte“, sagt Sven Reuter, Gründer und Chef der Smhaggle-Betreibergesellschaft My-Valueshopping laut WirtschaftsWoche. Überraschend ist, dass „vor allem Lidl oft teurer als die Konkurrenz ist, was die Aktionspreise betrifft“, so Reuter.

Discounter, wie Lidl und Kaufland im Check: Wer führt die Billigriege 2022 an?

Das Team um Reuter hat für die Analyse alle Aktionsangebote im Jahr 2022 der größten Lebensmittelhändler untersucht und mit den Preisen der Produkte verglichen, die zeitgleich bei anderen Händlern als Sonderangebot ausgeschrieben wurden.

„Lidl lohnt sich“ laut Studie also nicht immer: Denn, wie sich bei einem direkten Vergleich zwischen Edeka und Lidl herausstellt, war „Edeka im Schnitt 2,18 Prozent günstiger als Lidl“ – bei gleichem Aktionsangebot, so Reuter. Der Abstand zu Rewe hingegen fiel geringer aus. Kaufland verkaufte identische Aktionsartikel sogar um 4,48 Prozent günstiger als ihr Schwester-Unternehmen. Insgesamt hatte Kaufland 2022 „die meisten Angebotsartikel im Sortiment und die günstigsten“, so Preisexperte Reuter weiter. Kaufland überrascht auch mit Spar-Tricks, bei denen Kunden ihr Geld zurückbekommen.

Wie Lidl-Mitarbeiter in einer ZDF-Dokumentation verrieten, täuscht der Discounter der Schwarz-Gruppe seine Kundinnen und Kunden sogar mit bestimmten Tricks, um mehr Gewinn zu machen.

Spartipps im Supermarkt: Eigenmarken kaufen lohnt sich

Dass Verbraucherinnen und Verbraucher unterm Strich dann doch mehr Geld im Supermarkt ausgeben, hängt laut WirtschaftsWoche mit dem größeren Markenangebot zusammen. Zudem werden teure Waren laut Verbraucherzentrale häufig auf Augenhöhe platziert, weshalb Verbraucherinnen und Verbraucher meist zu den teuren Produkten greifen. Daher rät die Verbraucherzentrale insbesondere auf Preisschilder zu achten. Auch ein Einkaufszettel kann Spontan-Einkäufe verringern.

Wer beim Einkauf im Supermarkt auf die günstigen Eigenmarken setzt, kann im Durchschnitt rund 34 Prozent sparen, schreibt das Verbraucherportal Chip. Denn eine aktuelle Studie der Stiftung Warentest hat ergeben, dass die Eigenmarken qualitativ nicht schlechter sind als die Markenprodukte. (Vivian Werg)

Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber/ Imago

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