VonDaniel Großertschließen
Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) von Käse abgelaufen, muss er nicht gleich weggeworfen werden. Sogar Schimmel muss kein Grund sein, ihn zu entsorgen.
Hamm - Käse gehört für viele Menschen in Deutschland fest auf den Frühstückstisch. Doch nicht immer schafft man es, alle Scheiben rechtzeitig vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zu verzehren. Und dann? Es gibt klare Anzeichen, ob der Käse noch gut ist oder weggeworfen werden muss.
Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen: Wann sollte man Käse wegwerfen?
Am Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) scheiden sich bei der Ernährung die Geister: Während die einen nichts mehr essen, sobald es auch nur um einen Tag überschritten ist, sind andere deutlich schmerzfreier und verzehren auch Produkte Tage oder Wochen nach dem Ablauf. Die Kampagne „Oft länger gut“ soll dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung zu verringern, indem Verbraucher nach Ablauf des MHD schauen, riechen und probieren, ob ein Produkt noch essbar ist.
Das kann auch auf Käse übertragen werden, wie die Initiative „Zu gut für die Tonne“ berichtet. Wenn er unangenehm riecht, sein Aussehen verändert hat oder schmierig wirkt, sollte er lieber entsorgt werden. Sieht der Käse dagegen normal aus und riecht nicht - ungewohnt - streng, kann er auch problemlos noch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verzehrt werden.
Käse nach Ablauf des MHD wegwerfen? Es kommt auf die Sorte an
Je nachdem, wie lange das Milchprodukt schon zu Hause gelagert wurde, kann sich auch Schimmel am Käse bilden. Ob man ihn dann noch essen kann oder direkt in den Müll werfen sollte, hängt von der Art des Käses ab. Laut „Zu gut für die Tonne“ sollte Frischkäse, Käse in Scheiben oder Weichkäse wie Camembert oder Brie bei Schimmelbefall besser vollständig entsorgt werden. Grund dafür sei, dass sich der Schimmel bei weicheren Sorten auch in tiefere Schichten ausbreiten könne. Das gelte natürlich nicht für Käse mit gewünschtem Edelschimmel wie Gorgonzola, Camembert oder Roquefort.
Bei Hartkäse bedeutet leichter Schimmelbefall aber nicht gleich, dass er in die Tonne muss. Bei Sorten wie beispielsweise Emmentaler, Bergkäse, Cheddar, Greyerzer oder Parmesan könnten Verbraucher den Schimmel großzügig (0,7 bis 1 Zentimeter) abschneiden. Dabei gelte: Je härter der Käse und je geringer der Wassergehalt, desto bedenkenloser kann er nach Entfernung der schimmeligen Stelle noch verzehrt werden - auch nach Ablauf des MHD. Allerdings sollte die Oberfläche bei Druck kaum nachgeben und trocken sein. Auch bei keimenden Kartoffeln gibt es klare Anzeichen, wann man sie wegwerfen und nicht mehr essen sollte. Wenn der Schimmelbefall beim Käse großflächiger oder an mehreren Stellen auftritt, sollte man Hartkäse aber auch lieber wegwerfen.
Um zu verhindern oder zumindest zu verzögern, dass sich überhaupt Schimmel am Käse bildet, gibt die Initiative „Zu gut für die Tonne“ hilfreiche Tipps: Der Käse sollte demnach im mittleren Fach des Kühlschranks und in separate Verpackungen wie speziellen Dosen mit Ventil oder in Butterbrotpapier gelagert werden. Verbraucher sollten zudem darauf achten, dass keine Brotkrümel am Käse haften: Durch die Hefe im Brot kann er schneller schimmeln. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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