Kaffee neutralisiert

Unangenehmen Eigengeruch erkennen: Wie Sie selbst herausfinden können, ob Sie stinken

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Von Schweiß bis Knoblauchgeruch: Viele Menschen empfinden diese Aromen als unangenehm. Herauszufinden, wie man selbst riecht, ist aber nicht ganz einfach.

Jeder Mensch riecht anders. Den einen Körpergeruch empfinden wir als unangenehm, den anderen als anziehend. Die Psyche hat immensen Einfluss. So erklärt Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum als Deutschlands bekanntester Geruchsforscher im GEO-Interview: „Jedes Duftmolekül, das beim Einatmen in die Nase gelangt, wird im Gehirn zusammen mit der Stimmung abgespeichert, in der ich in dem Moment bin. Jeder Duft bekommt also einen Stempel: War ich gut drauf, einen guten, habe ich in dem Moment etwas Schlechtes erlebt, speichere ich ihn negativ ab“. Wer etwa Weihnachten immer eine gute Zeit mit seinen Liebsten hat, wird den Duft von Plätzchen und weihnachtlichen Gewürzen als gut empfinden. Wer an Weihnachten nie etwas geschenkt bekommt und sich viel streitet, wird weihnachtliche Düfte eher als unangenehm wahrnehmen, so Hatt weiter.

Beeinflusst wird der Körpergeruch von vielen Faktoren: die Ernährung, das verwendete Parfüm, die Nutzung von Deodorant und die Körperhygiene an sich. Auch die Gene beeinflussen den Eigenduft: „Unsere Gene bestimmen, welchen Duft wir haben, und weil jeder Mensch unterschiedliche Gene hat, hat auch jeder seinen eigenen Geruch. Bei der Partnerwahl beeinflusst uns der Körpergeruch des anderen. Die Natur hat es so eingerichtet, dass wir jemanden bevorzugen, der genetisch möglichst verschieden von uns ist“, so Hanns Hatt im GEO-Interview. Die Kombination unterschiedlicher Gene kann positive Effekte auf den Nachwuchs haben, etwa ein besseres Immunsystem.

Warum wir Schwierigkeiten haben, unseren Eigengeruch wahrzunehmen

Ob Sie für jemanden gut riechen, ist also individuell sehr verschieden. Doch man kann einiges dafür tun, dass man selbst keinen für viele Menschen unangenehmen Eigengeruch entwickelt. Die Körperhygiene ist dabei neben dem Wechseln und Reinigen der Kleidung der wichtigste Faktor.

Parfüm übertüncht so manch schlechten Geruch.

Selbst einzuschätzen, wie man riecht, ist mal mehr, mal weniger schwierig. Wer ein Shirt mit hohem Polyester-Anteil trägt und einige Stunden wandern war, wird den eigenen Schweißgeruch danach wahrscheinlich wahrnehmen. Doch in der Regel haben wir Probleme, uns selbst zu riechen. Denn weil uns ständig und überall Düfte und Gerüche entgegenschlagen, muss sich unser Gehirn vor einer Überladung mit Informationen schützen, weshalb das Nervensystem den Geruch des eigenen Körpers ignoriert, informiert gesundheit.de als unabhängiges Gesundheitsportal der Funke-Mediengruppe. Erst bei einer starken Änderung des Körpergeruchs wie zum Beispiel vernachlässigter Körperhygiene würden wir einen Eigengeruch wahrnehmen, heißt es weiter.

Die richtige Pflege je nach Hauttyp: Wie Sie trockene, fettige oder sensible Haut am besten versorgen

Junge Frau am Strand
Vor allem junge Menschen kämpfen oft mit fettiger Haut. Pickel und Mitesser sind bei diesem Hauttyp häufig, weil die Talg-Überproduktion zu einer Verstopfung der Poren führt. „Für Sie ist wichtig, dass Ihre Pflegeprodukte nicht zu reichhaltig sind. Das bedeutet, Ihre Haut benötigt Feuchtigkeit, aber nicht noch mehr Fett“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel. Die morgendliche und abendliche Reinigung sei ebenfalls wichtig, um die Haut vom überschüssigen Talg zu befreien. Waschschaum und eine leichte Creme mit Salizylsäure sowie ein Gesichtswasser würden sich aufgrund der antibakteriellen und entfettenden Wirkung besonders anbieten bei fettiger Haut.  © Stephan Klapszus/Imago
Frau blickt in Spiegel
Sensible Haut erkennen Sie daran, dass Sie besonders empfindlich auf äußere Reize wie heiße und kalte Luft reagiert. Auch Kontakt mit Duft- und Konservierungsstoffen hat häufig Hautirritationen wie Rötung zur Folge. Aggressive Peelings, Seife und andere reizende Waschsubstanzen sollten nicht verwendet werden, informiert das Hautarztzentrum Kiel auf seiner Website. „Ihre Haut braucht eine Pflege, die viel Feuchtigkeit enthält, sie nicht beschwert und bestenfalls frei von Duft-, Konservierungs- und Farbstoffen ist“, heißt es weiter: „Eine leichte Tages- und Nachtpflege für empfindliche Haut reich völlig aus. Zum Reinigen sollten Sie ein mildes Waschgel ohne Peelingmaterialien verwenden“.  © Imago
Trockene Haut eincremen
In den meisten Fällen ist falsche Pflege die Ursache von zu trockener Haut. Wie die Krankenkasse AOK informiert, sollten Menschen mit trockener Haut auf langes, häufiges und heißes Duschen bzw. Baden verzichten, milde und rückfettende Reinigungsmittel verwenden und zu Feuchtigkeitscreme greifen. Trotz dieser Maßnahmen bleiben die Probleme bestehen? Dann könnte eine Hautkrankheit dahinter stecken, die behandelt werden muss.  © Imago
Frau trägt Lippenstift auf und schaut in den Spiegel
Trockene Wangen und zu Pickeln und Mitessern neigende T-Zone (Stirn, Nase und Kinn) sind typische Merkmale der Mischhaut. Die Pflege dieser Haut sollte zweigeteilt werden: Die trockenen Stellen sollten nur mit Wasser oder sanften Reinigungsmitteln in Berührung kommen. Die fettigen Stellen können mit Substanzen gereinigt werden, die entfettend wirken, etwa Salizylsäure. „Sie können zudem zwei verschiedene Cremes verwenden: Eine für fettige Haut und eine für normale oder trockene Haut“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel.  © Aleksei Isachenko/Imago
Wegweiser zu einer Hautärztin in Luxemburg
Ihre Hautprobleme bleiben bestehen, obwohl Sie Ihre Pflegeroutine geändert haben? In dem Fall könnte es sein, dass Sie an einer Hautkrankheit leiden, die behandelt werden muss. Suchen Sie einen Hautarzt oder eine Hautärztin auf. Diese/r kann die richtige Diagnose stellen und je nach Befund die passende Therapie empfehlen.  © Sascha Steinach/Imago

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Rieche ich gut oder schlecht?

Um herauszufinden, wie man riecht, kann es helfen, nach einem langen Spaziergang an der frischen Luft, an getragenen Kleidungsstücken zu Hause zu schnüffeln. Der Duft von Kaffeepulver oder Kaffeebohnen hat neutralisierende Wirkung auf Gerüche und soll die Nase aufnahmefähig machen für neue Düfte. „Das funktioniert wirklich“, wird Professor Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum von n-tv.de zitiert. In Parfümerien findet man deshalb oft kleine Behälter mit Kaffeebohnen. Auch für den Eigengeruch-Test kann man sich diese Wirkung zunutze machen. Einfach erst an Kaffee und dann an der Achselhöhle oder dem Fuß riechen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/dpa

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