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Ausputzen ist nicht für jede Pflanze sinnvoll: Lassen Sie lieber die Finger von welken Oleanderblüten, sonst richten Sie vielleicht einen folgenreichen Schaden an.
Es ist eine typische Handbewegung für Hobbygärtnerinnern und Hobbygärtner: Bei der täglichen Inspektion des Balkons oder Gartens zupft man im Vorbeigehen hier und da eine welke Blüte ab. Oder man zückt die Gartenschere und kürzt gleich den ganzen Stängel. Dieses kleine Aufräumen bei den Pflanzen ist fast meditativ beruhigend, aber beim Oleander keine gute Idee. Das Ausputzen führt wahrscheinlich dazu, dass nächstes Jahr die Blüte ausbleibt. Aber einen Teil sollte man doch entfernen.
Der Oleander wird nur in Ausnahmefällen ausgeputzt
Gut gepflegt blüht der Oleander von Juni bis September. Da kommt schon eine ordentliche Blütenanzahl zusammen. Bei sehr vielen Pflanzen ist das Entfernen alter Blüten zu empfehlen, denn dadurch wird die Bildung neuer Knospen angeregt und die Pflanzen entwickeln keine kräftezehrenden Samen. Das Ausputzen von Verwelktem beim Oleander ist jedoch nicht sinnvoll, da die Pflanze, ähnlich wie manche Pfingstrosen, an der Spitze der Blüten bereits die Blütenanlagen für die nächste Saison ausbildet. Entfernt man diese, schafft es der Oleander bis nächstes Jahr nicht, neue zu bilden.
Das Ausputzen ist eigentlich auch nicht nötig, da die welken Blüten von selbst abfallen. Doch nach einiger Zeit sollten Sie zur Schere greifen. Nämlich, wenn der Oleander Samenkapseln bildet. Diese kosten die Pflanze unnötig Kraft und verringern die Blütenzahl. Auch wenn der Oleander Krankheitszeichen zeigt, beispielsweise für den von den Pseudomonas-Bakterien verursachten Oleanderkrebs oder dem Pilzbefall mit Ascochyta.
Wenn es um einen richtigen, stärkeren Rückschnitt geht, haben Sie erst einmal Zeit, bis die Pflanze in das Winterquartier oder im Frühjahr wieder ins Freie kommt. Auch ein radikaler Rückschnitt im Spätwinter ist eine Option für alte und kahle Oleander.
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