Katzenernährung

Auf dem Prüfstand: So erkennen Sie gutes Katzenfutter

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Beim Katzenfutter hat man die Qual der Wahl. Doch nicht alles, was in den Supermarktregalen steht, ist auch wirklich gut für die Katze. Wie Sie hochwertiges Futter erkennen.

Die Auswahl an Katzenfutter ist schier unendlich. Von teuer bis günstig ist alles dabei. Doch der Preis sollte nicht allein darüber entscheiden, was letztendlich bei der Katze im Napf landet. Denn minderwertiges oder gar ungeeignetes Futter kann Katzen auf Dauer krank machen.

Vegane Ernährung für Katzen? Keine gute Idee

Vorab: Katzen sind reine Fleischfresser, sogenannte Karnivore. Pflanzliche Bestandteile können sie nur in geringem Maße verdauen. Im Vergleich zu Hunden und Menschen als Alles-Esser haben sie einen viel kürzeren Darm, der nicht auf die Verdauung von Pflanzenstoffen ausgelegt ist und diese gar nicht verwerten kann. Zum Vergleich: Der Darm der Katze ist nur dreimal so lang wie ihr Körper, der des Schafs als Pflanzenfresser 24-mal so lang wie sein Körper. Wer seine Katze vegetarisch oder vegan ernährt, verstößt damit sogar gegen das Tierschutzgesetz.

Trotzdem ist in vielen Katzenfuttermitteln Gemüse oder Obst enthalten. Denn das würde die Katze über den Mageninhalt ihrer Beutetiere sowieso aufnehmen. Wenn die pflanzlichen Bestandteile maximal fünf Prozent betragen, ist alles im grünen Bereich.

Gut, wenn’s schmeckt. Besser, wenn das Katzenfutter auch gesund ist. Das ist nicht immer der Fall. (Symbolbild)

Vorsicht bei Zucker und künstlichen Zusatzstoffen

Wenn Zucker im Katzenfutter enthalten ist, sollten alle Alarmglocken schrillen. Denn Zucker ist auch für Katzen ungesund und macht sie dick. Und das rächt sich: Übergewicht und schlechte Ernährung können im Alter zu Katzendiabetes führen. Doch Zucker ist auf den ersten Blick nicht immer direkt als solcher zu erkennen. Häufig tarnt er sich mit Begriffen wie Glucose, Karamell oder Cassia-Gum oder ist in Form von Rübenschnitzeln enthalten.

Zehn Krankheiten, die Katzen lindern können

Junge mit blauem Gipsarm sitzt mit dem Tablet auf dem Sofa
Schnurrt eine Katze, verursacht das Vibrationen in ihrem Körper. So wird die Muskulatur der Katze stimuliert, was wiederum das Knochenwachstum angeregt. Das funktioniert auch beim Menschen, auf dem die schnurrende Katze liegt. © Imago/Images
Ältere Frau sitzt am Fenster und streichelt eine weiße Katze.
Patienten mit Osteoporose profitieren ebenfalls vom Schnurren. Auch hier erhöht die Frequenz zwischen 25 und 40 Hertz die Knochendichte und fördert den Knochenaufbau. Es gibt sogar Katzenschnurr-Kissen, die diesen Effekt imitieren. © IMAGO/Peopleimages
Junge Frau mit schmerzendem Arm lässt sich von einem Arzt untersuchen.
Das Katzenschnurren wirkt sich nicht nur auf die Knochen positiv aus. Die Vibrationen helfen auch bei Muskel- und Gelenkbeschwerden. Auch bei Problemen mit der Wirbelsäule und den Bandscheiben kann Schnurren die Heilung fördern. © Imago/Andrey Popov
Graue Katze in den Armen einer Frau.
Neben Knochen, Muskeln und Gelenken profitiert auch die Lungenfunktion von den Vibrationen. Studien zufolge führt die sogenannte „Katzenschnurr-Therapie“ zu erleichtertem Schleimauswurf und einer besseren Atemleistung. © IMAGO/xGalka3250x
Rot weiße Katze auf blauem Kissen wird am Kopf gekrault.
Die Haltung von Stubentigern wirkt sich zudem positiv auf die Abwehrkräfte aus. So sind Kinder, die mit Haustieren aufwachsen, Studien zufolge besser vor Atemwegserkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma geschützt. © IMAGO/xibebeshkax
Blutdruckmessen zu Hause mit einem Blutdruckmessgeraet.
Vom Schnurren zum Streicheln: Wer regelmäßig mit seinem Haustier kuschelt, senkt dadurch seinen Blutdruck. Das hängt mit der vermehrten Ausschüttung des Glückshormons Oxytocin zusammen. © IMAGO/Frank Hoermann und SVEN SIMON
Ein Rettungswagen mit Notarzt steht in der Kölner Südstadt.
Ist der Blutdruck im Normalbereich, sinkt das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden. © IMAGO/Christoph Hardt
Seniorin im Pflegeheim hält Katze
Von den Glückshormonen profitieren Seniorinnen und Senioren in Pflegeheimen ebenso wie Demenzkranke. © IMAGO/imageBROKER/Oleksandr Latkun
Kleiner Junge im grünen Shirt kuschelt mit grauer Katze.
Auch hyperaktiven Kindern helfen Katzen weiter. Die Fellknäuel verlangen ihnen Ruhe ab und wirken dadurch stressreduzierend. © IMAGO/xinnaStok567x
Lächelnde, junge Frau kuschelt mit Katze auf der Couch
Katzen helfen auch Menschen mit Depressionen – indem sie Aufmerksamkeit einfordern und „ihrem Menschen“ das Gefühl geben, gebraucht zu werden. Wer eine Katze hat, ist nicht einsam. © IMAGO/Anastasiia Nelen

Getreide sollte möglichst nicht oder nur in kleinen Mengen im Futter enthalten sein, da es viel Energie hat und ein echter Dickmacher ist. Farb- und Konservierungsstoffe haben in gutem Katzenfutter hingegen nichts verloren. Die Krux: Nur weil ein Futter der Katze schmeckt, heißt das nicht, dass es auch wirklich gut ist. Generell gilt: Je mehr Fleisch im Futter ist, desto besser. Mindestens 60 Prozent sollten es sein. Ab 70 Prozent kann man von gutem Futter sprechen, ab 90 Prozent ist es wirklich hochwertig.

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Ein Blick aufs Etikett schafft Klarheit – oder doch nicht?

Eigentlich steht auf den Dosen alles drauf, was man über deren Inhalt wissen muss. Es braucht aber auch ein bisschen Knowhow, um die Deklaration richtig lesen und einordnen zu können. Ein kleiner Tipp vorab: Die Zutaten sind mengenmäßig sortiert. Das, was vorne steht, ist in der Rezeptur am meisten vorhanden. Man unterscheidet zwischen der offenen, der halboffenen und der geschlossenen Deklaration. Bei der offenen reicht es, wenn Oberbegriffe aufgeführt sind, zum Beispiel „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“. Was genau damit gemeint ist, bleibt aber unklar. Das muss nicht per se schlecht sein, doch bei minderwertigem Futter sind damit auch Federn, Hufe und sogar Urin gemeint. Das klingt nicht nur unappetitlich, sondern hat auch keinen wirklichen Nährwert für die Katze.

Nass- oder Trockenfutter?

Katzen-Ernährungsexperten raten zu Nass- statt zu Trockenfutter. Letzteres entzieht dem Katzenkörper viel Flüssigkeit und da Katzen von Natur aus wenig trinken, kann Trockenfutter auf Dauer zu Nierenproblemen führen.

Heißt es auf der Dose: „zu 100 Prozent aus frischem Fleisch“, kann sich das nur auf das tatsächlich enthaltene Fleisch beziehen – und das wiederum ist gerade bei minderwertigem Futter erstaunlich wenig. Nur vier Prozent sind gesetzlich vorgeschrieben. Die halboffene Deklaration ist da schon etwas genauer. Sie verrät, welche tierischen Bestandteile im Futter enthalten sind, beispielsweise Herz, Muskelfleisch oder Leber. Die geschlossene Deklaration ist am präzisesten. Alles, was drin ist, ist prozentual genau aufgelistet. Die Bezeichnung „Lebensmittelqualität“ weist auf besonders hochwertige Inhaltsstoffe hin.

Das verbirgt sich hinter Rohasche, Rohprotein und Taurin

Wenn von Rohasche oder Taurin die Rede ist, kann man schon mal stutzig werden. Dabei handelt es sich um analytische Bestandteile. Unter Rohasche versteht man einen Wert, der wichtige Nährstoffe, wie Mineralstoffe und Spurenelemente, zusammenfasst. Dieser kann bei Nassfutter bis zu zwei Prozent ausmachen. Taurin hingegen ist eine essenzielle Aminosäure und für Katzen lebenswichtig. Gut sind 1.000 bis 1.500 Milligramm pro Kilogramm Katzenfutter. Rohfaser meint nichts anderes als unverdauliche Ballaststoffe. Mehr als vier Prozent sollten es nicht sein.

Ein Blick auf die Fütterungsempfehlung lohnt sich ebenfalls. Ist die angegebene Menge, die pro Tag gefüttert werden soll, eher niedrig, kann das auf gute Qualität hindeuten. Hochwertiges Futter ist auf den Kilopreis gerechnet zwar teurer, hat aber auch eine höhere Nährstoffdichte. Die Katze muss also weniger davon fressen, um mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt zu sein. Das gleicht den höheren Preis wiederum aus.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Pond5 Images

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