Mit Katzen spielen

Spaß oder Frust: Laserpointer als Spielzeug für Katzen

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Laserpointer werden gern als Katzenspielzeug genutzt. Viele Katzen scheinen den Lichtpunkten gern hinterherzujagen. Aber macht ihnen das Spiel wirklich Spaß?

In jedem Schmusetiger schlummert ein kleiner Jäger. Lichtreflexe sind für viele Katzen besonders interessant – noch spannender werden sie, wenn sie schnell durch die Wohnung huschen. Deshalb sind Laserpointer beliebte Katzenspielzeuge. Der Katzenhalter kann sich bequem aufs Sofa setzen und den kleinen Lichtpunkt durch die Wohnung flitzen lassen – und mit ihm seine Katze. Eine Win-win-Situation? Nicht ganz.

Katzen jagen mit allen Sinnen

Laserpointer werden oft als Katzenspielzeug genutzt. Allerdings sind sie nicht ungefährlich.

Der Beute hinterherzujagen, ist nur die eine Seite des Spiels. Für ein ganzheitliches Jagderlebnis muss die Katze ihre Beute auch fangen und „erlegen“ können. Das ist beim Laserpointer nicht möglich. Außerdem macht der Lichtpunkt weder Geräusche noch gibt er Gerüche von sich – auch das sind für die Katze wesentliche Komponenten, um all ihre Sinne in das Spiel zu integrieren. Hier erfahren Sie, welche Spielzeuge für Katzen besser geeignet sind.

Tierpsychologin Beatrice Gröfke bezeichnet Laserpointer als Katzenspielzeug auf ihrer Webseite sogar als „problematisch“ und warnt vor der Gefahr für das empfindliche Katzenauge: „Katzen besitzen mehr von den lichtempfindlichen Stäbchen in ihrer Netzhaut“, nennt sie einen wesentlichen Unterschied zum menschlichen Auge, und weiter: „Sie können ihre Pupillen stärker erweitern und haben zudem eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut, das Tapetum lucidum. Dieses wirft einfallendes Licht noch einmal zurück auf die Stäbchen und ermöglicht den Katzen ihre hervorragende Nachtsicht. Natürlich wird auch Laserbelichtung durch das Tapetum lucidum verstärkt. Das bedeutet, dass Katzenaugen um ein Vielfaches anfälliger für Verletzungen durch den Laserpointer sind.“ Welche Besonderheiten Katzenaugen außerdem haben und wie sie die Welt sehen, erfahren Sie hier.

Sich mit Katzen beschäftigen? Acht Rassen, die besonders verspielt sind

Eine Maine Coon liegt auf dem Sofa und spielt mit einer Katzenangel.
Die Maine Coon ist ein begabter Jäger und sehr intelligent, verspielt und geschickt mit den Pfoten. Sie sollen sogar gut und gern apportieren. © Pond5 Images / Imago
Eine weiße flauschige Türkische Angora liegt auf dem Boden und zeigt ihren Bauch.
Die lebensfrohe Türkische Angora erfreut sich an traditionellen Spielen mit Angel, Bällen und Katzenmäusen. © Pond5 Images / Imago
Zwei haarlose Sphynx-Katzen spielen zusammen auf dem Boden.
Sphynx sind intelligent und lebhaft. Viele von ihnen lieben es, mit Artgenossen oder Menschen zu kuscheln und zu spielen. © Pond5 Images / Imago
Bengalkatzen spielen auf einer Steinmauer auf einer Wiese.
Die Bengalkatze ist clever und gelehrig – mit Target-Training fordern Sie die Rasse richtig. Sie lieben es außerdem, zu klettern und mit Wasser zu spielen.  © Imagebroker / Imago
Zwei Babykatzen spielen zusammen vor einem Holzhaufen
Besonders Babykatzen spielen gerne mit ihren Artgenossen.  © Blickwinkel / Imago
Eine Britisch Kurzhaarkatze liegt bequem auf einem weiß verziertem Stuhl.
Die Britisch Kurzhaar gilt als ausgeglichen und menschenfreundlich. Sie sind keine großen Akrobaten, ihr Charakter zeugt eher von ruhigerer Natur. © Westend61 / Imago
Eine Siamkatze spielt auf einer Wiese und steht auf ihren Hinterbeinen.
Die Siamkatze ist sehr anhänglich und schlau. Die Rasse wird oft auch als der Hund unter den Katzen bezeichnet, da sie besonders für das Clickertraining geeignet ist.  © Imagebroker / Imago
Eine Frau spielt mit ihrer Balinesen-Katze auf dem Bett.
Balinesen möchten beschäftigt werden – und das am liebsten rund um die Uhr! Sie sind intelligent und begeistern sich für Knobelspiele. Am liebsten spielt die Rasse aber mit „ihrem“ Menschen.  © Pond5 Images / Imago
Vier Katzen der Rasse Abessinier spielen miteinander und mit kleinen Bällen.
Die Abessinier sind neugierig, intelligent und durchaus verspielt. Ob Futterspiele oder kleine Kunststücke – die Rasse möchte gefordert werden. © SNA/Imago
Eine grau-gestreifte Katze steht neben einem Bücherstapel und schaut sich um.
Junge Katzen haben in ihrem Leben noch viel zu entdecken. Spiele sind daher essenziell wichtig. © YAY Images / Imago

Tierärzte warnen vor Laserpointern für Katzen

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. warnt sogar vor Laserpointern als Katzenspielzeug. Im Merkblatt Nummer 195 „Tierschutzwidriges Zubehör für Katzen und tierschutzwidriger Einsatz von Zubehör“ heißt es: „Laserpointer bergen bei unkontrolliertem Einsatz Verletzungsmöglichkeiten.“ Deshalb sollte man der Katze auf keinen Fall in die Augen leuchten oder den Laserpointer auf reflektierenden Oberflächen nutzen. Zudem sollte der Laserpointer ausdrücklich für Katzen geeignet, also für sie ungefährlich sein. LED-Pointer sind eine risikoärmere Alternative.

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Das Spiel mit dem Licht kann frustrierend sein

Allerdings kann das Spiel mit dem Laserpointer zu Frust führen, wenn der Katzenhalter es zu sehr ausreizt. „Es kommt oft vor, dass die Katze sich dann in unangemessener bis zerstörerischer Weise an Einrichtung, Mitkatzen, Menschen oder sogar an sich selbst auslässt“, schreibt Beatrice Gröfke und warnt vor Zwangsstörungen und problematischem Verhalten als Folge: „Manche werden besessen davon, Lichter und Schatten zu jagen“, berichtet sie auf ihrer Webseite. „Andere Katzen beginnen beispielsweise, sich exzessiv zu lecken und kahl zu putzen oder Haare auszureißen“, schildert die Katzenexpertin.

Um eine Katze überhaupt erst zum Spielen zu animieren, kann der Laserpointer ein nützliches Hilfsmittel sein. Allerdings sollte man den Lichtpunkt am Ende des Spiels auf einen Gegenstand richten, den die Katze auch wirklich „erlegen“ kann. Ein Leckerli danach krönt den Jagderfolg. Nichtsdestotrotz sind Reizangeln oder Bälle die geeigneteren Spielzeuge für Stubentiger.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Pond5 Images

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