VonKirsten Lemkeschließen
Laserpointer werden gern als Katzenspielzeug genutzt. Viele Katzen scheinen den Lichtpunkten gern hinterherzujagen. Aber macht ihnen das Spiel wirklich Spaß?
In jedem Schmusetiger schlummert ein kleiner Jäger. Lichtreflexe sind für viele Katzen besonders interessant – noch spannender werden sie, wenn sie schnell durch die Wohnung huschen. Deshalb sind Laserpointer beliebte Katzenspielzeuge. Der Katzenhalter kann sich bequem aufs Sofa setzen und den kleinen Lichtpunkt durch die Wohnung flitzen lassen – und mit ihm seine Katze. Eine Win-win-Situation? Nicht ganz.
Katzen jagen mit allen Sinnen
Der Beute hinterherzujagen, ist nur die eine Seite des Spiels. Für ein ganzheitliches Jagderlebnis muss die Katze ihre Beute auch fangen und „erlegen“ können. Das ist beim Laserpointer nicht möglich. Außerdem macht der Lichtpunkt weder Geräusche noch gibt er Gerüche von sich – auch das sind für die Katze wesentliche Komponenten, um all ihre Sinne in das Spiel zu integrieren. Hier erfahren Sie, welche Spielzeuge für Katzen besser geeignet sind.
Tierpsychologin Beatrice Gröfke bezeichnet Laserpointer als Katzenspielzeug auf ihrer Webseite sogar als „problematisch“ und warnt vor der Gefahr für das empfindliche Katzenauge: „Katzen besitzen mehr von den lichtempfindlichen Stäbchen in ihrer Netzhaut“, nennt sie einen wesentlichen Unterschied zum menschlichen Auge, und weiter: „Sie können ihre Pupillen stärker erweitern und haben zudem eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut, das Tapetum lucidum. Dieses wirft einfallendes Licht noch einmal zurück auf die Stäbchen und ermöglicht den Katzen ihre hervorragende Nachtsicht. Natürlich wird auch Laserbelichtung durch das Tapetum lucidum verstärkt. Das bedeutet, dass Katzenaugen um ein Vielfaches anfälliger für Verletzungen durch den Laserpointer sind.“ Welche Besonderheiten Katzenaugen außerdem haben und wie sie die Welt sehen, erfahren Sie hier.
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Tierärzte warnen vor Laserpointern für Katzen
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. warnt sogar vor Laserpointern als Katzenspielzeug. Im Merkblatt Nummer 195 „Tierschutzwidriges Zubehör für Katzen und tierschutzwidriger Einsatz von Zubehör“ heißt es: „Laserpointer bergen bei unkontrolliertem Einsatz Verletzungsmöglichkeiten.“ Deshalb sollte man der Katze auf keinen Fall in die Augen leuchten oder den Laserpointer auf reflektierenden Oberflächen nutzen. Zudem sollte der Laserpointer ausdrücklich für Katzen geeignet, also für sie ungefährlich sein. LED-Pointer sind eine risikoärmere Alternative.
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Das Spiel mit dem Licht kann frustrierend sein
Allerdings kann das Spiel mit dem Laserpointer zu Frust führen, wenn der Katzenhalter es zu sehr ausreizt. „Es kommt oft vor, dass die Katze sich dann in unangemessener bis zerstörerischer Weise an Einrichtung, Mitkatzen, Menschen oder sogar an sich selbst auslässt“, schreibt Beatrice Gröfke und warnt vor Zwangsstörungen und problematischem Verhalten als Folge: „Manche werden besessen davon, Lichter und Schatten zu jagen“, berichtet sie auf ihrer Webseite. „Andere Katzen beginnen beispielsweise, sich exzessiv zu lecken und kahl zu putzen oder Haare auszureißen“, schildert die Katzenexpertin.
Um eine Katze überhaupt erst zum Spielen zu animieren, kann der Laserpointer ein nützliches Hilfsmittel sein. Allerdings sollte man den Lichtpunkt am Ende des Spiels auf einen Gegenstand richten, den die Katze auch wirklich „erlegen“ kann. Ein Leckerli danach krönt den Jagderfolg. Nichtsdestotrotz sind Reizangeln oder Bälle die geeigneteren Spielzeuge für Stubentiger.
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