Hat eine Katze ihre wilden fünf Minuten, geht es hoch her: den Kratzbaum rauf und wieder runter. Was lustig aussieht, kann einen ernsten Hintergrund haben.
Wenn die Katze plötzlich am Rad dreht, kann das einfach aufgestaute Energie sein, die raus muss. Was auch als Zoomie bei Katzen bekannt ist, kann allerdings ernste Ursachen haben.
Die berühmten „wilden fünf Minuten“ sind bei Katzen erst einmal nichts Ungewöhnliches. Besonders morgens und abends sind die Stubentiger besonders aktiv und machen ihrer Energie gerne Luft, indem sie wie wild durch die Wohnung brettern, oft begleitet von tiefem Maunzen. Dieses Katzenverhalten kann jedoch auch andere Ursachen haben. Manche sind harmlos und lassen sich einfach beseitigen. Andere wiederum sind ernst.
Zoomies bei Katzen aufgrund von Langeweile
In den meisten Fällen haben Katzen Zoomies, wenn sich viel Energie angestaut hat. Besonders Wohnungskatzen haben häufiger Zoomies als Freigänger, weil sie sich weniger bewegen und auch nicht jagen. Geht die Katze zu Hause regelmäßig die Wände hoch, kann mehr Auslastung und Beschäftigung dieses Verhalten abmildern. Mindestens 30 Minuten am Tag sollte man mit seiner Katze spielen, am besten verteilt auf zehnminütige Spieleinheiten. Abwechslung ist besonders wichtig: Mit Katzenspielzeug wie einer Reizangel kann die Jagd auf Beutetiere imitiert werden, Futtersuch- und Geschicklichkeitsspiele sind gut für die geistige Auslastung. An diesen Zeichen erkennen Sie, dass Ihre Katze glücklich ist.
Manche Katzen sprinten auch nach dem Besuch der Katzentoilette wie wild durch die Gegend. Über die Ursache sind Experten sich uneins. Einige behaupten, es liege daran, dass der Katze ihr eigenes Katzenklo zu dreckig ist oder sie den Geruch unangenehm findet. Andere meinen hingegen, der Energieausbruch sei ein Ausdruck von Erleichterung nach dem Klogang. Diese Katze aus den USA schlägt bei ihrem Zoomie sogar Purzelbäume.
Hinter dem Zoomie kann eine Krankheit stecken
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Doch nicht immer sind Zoomies harmlos. Was für den Menschen vielleicht lustig aussieht, kann für die Katze bitterer Ernst sein. Nämlich dann, wenn eine Erkrankung hinter den wilden fünf Minuten steckt. Das sogenannte Rolling Skin-Syndrom kann sich wie ein Zoomie äußern, nur dass die Katze dabei unter anderem auch ihren eigenen Schwanz attackiert und sich selbst verletzt. Das Fell zuckt und bewegt sich wellenförmig vom Nacken bis zum Schwanz. Bei diesen vier Verhaltensauffälligkeiten sollten Katzenhalter aufmerksam werden.
Diese Katzenkrankheit ist noch relativ unerforscht. Die Tierklinik Ismaning berichtet auf ihrer Webseite von einem Fall, in dem der betroffene Kater extrem überempfindlich war und sich kaum noch anfassen ließ. „Stress scheint dabei eine Rolle zu spielen“, wird Internistin Lara Ißl dort zitiert. Als Sonderform der Epilepsie kann das Rolling Skin-Syndrom, auch als felines Hyperästhesie-Syndrom bekannt, mit Medikamenten gut behandelt werden, auch wenn es nicht heilbar ist. Ein geregelter Tagesablauf und Pheromonstecker können helfen, Stress bei Katzen zu reduzieren.
Verhaltensänderungen immer abklären lassen
Doch nicht immer müssen gleich ernste Gründe hinter den Ausrastern stecken. Manche Katzen strotzen tatsächlich einfach nur so vor Energie. Einige Katzen lieben es, diese Energie in einem Laufrad herauszulassen. Allerdings sollte man beim Kauf auf einen ausreichend großen Durchmesser achten, damit die Katze dabei nicht in eine unnatürliche Haltung kommt.
Kommen dem Katzenhalter die wilden fünf Minuten seiner Katze allerdings seltsam vor oder ändert die Katze ihr Verhalten plötzlich, sollte man dies am besten direkt medizinisch abklären lassen. Manchmal können auch Gesundheitsprobleme wie Juckreiz oder andere Schmerzen hinter dem Verhalten stecken. Ursache können eine Erkrankung der Analdrüsen der Katze, Fell- und Hautkrankheiten oder ein Befall mit Parasiten sein. Ein Tierarztbesuch bringt in jedem Fall Klarheit.