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In viralen TikTok-Videos teilt Tierarzt Ben seine persönliche Meinung zu beliebten Hunderassen. Seine Auswahl hat Millionen Nutzer erreicht – und sorgt für Diskussionen.
Der Tierarzt Ben (@ben.the.vet) hat in mehreren TikTok-Videos dargelegt, welche zehn Hunderassen er sich persönlich nie anschaffen würde. Er stellt jedoch klar, dass diese Videos lediglich seine persönliche Ansicht darstellen und nicht als allgemeingültig betrachtet werden sollten. Er fordert jeden dazu auf, sich seine eigene Meinung über die Hunde zu bilden. Die Videos haben bereits Millionen von Nutzern erreicht und sind so zu einem viralen Phänomen auf der Social-Media-Plattform geworden. Er betont in den Videos, dass er selbstverständlich auch die genannten Hunderassen bei sich aufnehmen würde, wenn sie Hilfe benötigen würden. Seine Liste bezieht sich laut eigener Aussage ausschließlich auf den Kauf eines Welpen von einem Züchter.
Hunden ein Zuhause geben: Vorsicht beim Welpenkauf vom Züchter
Wenn Sie sich für einen Hundewelpen interessieren, sollten Sie bei Ihrer Suche unbedingt darauf achten, einen seriösen und vertrauenswürdigen Züchter auszuwählen. Besonders wichtig sind sorgfältige Zuchtpraktiken, gesunde Hunde (Wie sehen die Hunde aus? Haben sie einen Stammbaum, Gesundheitszeugnisse und Impfpässe?) und die Einhaltung der Hygienestandards. Wenn das Gelände des Züchters ungepflegt wirkt, sollten Sie lieber Abstand nehmen. Stellen Sie sicher, dass der Züchter Ihrer Wahl die Gesundheit seiner Hunde im Blick hat und sich um ihr Wohlbefinden kümmert. Informieren Sie sich auch über die Gesundheit der Elterntiere.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Hundewelpen nicht das Ergebnis sogenannter Rückkreuzungen (auch Rückverpaarung genannt: Verpaarung der Nachkommen mit ihren Eltern) sind. Die schwerwiegende Konsequenz wäre eine erhebliche Einschränkung des Genpools, die wiederum zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen könnte. Vergessen Sie nicht, dass in Tierheimen tausende Tiere auf eine Adoption und ein neues Zuhause warten.
Zehn Hunderassen, von denen ein Tierarzt abrät – und warum: 1. Chow-Chow
Über den Chow-Chow sagt Tierarzt Ben: „Ich bin mir sicher, dass es ein paar Nette unter ihnen gibt. Aber ich finde einfach, dass sie oft kein sehr nettes Temperament haben. Sie können sehr distanziert sein und beim Tierarzt sind sie oft sehr aggressiv. Es ist ziemlich schwer, ihnen einen Maulkorb anzulegen und sie leiden ziemlich häufig an Augenproblemen. Die violetten Zungen sind außerdem ein bisschen nervtötend.“
2. Cavalier King Charles Spaniel
„Sie sind die liebenswertesten Hunde und wenn ich mir eine Hunderasse aussuchen würde, würde ich mich für den Cavvy entscheiden, wenn er nicht so viele gesundheitliche Probleme hätte. So gut wie alle bekommen die gleiche Art von Herzkrankheit: die Mitralklappenerkrankung, was bedeutet, dass viele von ihnen ihre letzten Tage hustend und stotternd verbringen, nach Luft ringen und schließlich an Herzversagen sterben. Meiner Meinung nach ist es nicht fair, einen Hund zu züchten, bei dem die Wahrscheinlichkeit einer Krankheit so hoch ist“, so Ben über den Cavalier King Charles Spaniel.
3. Dackel
Auch einen Dackel würde sich der Tierarzt nicht zulegen: „Dackel sind wirklich liebenswerte Hunde und einige meiner Lieblingspatienten sind ‚Würstchenhunde‘, aber jeder vierte von ihnen entwickelt im Laufe seines Lebens Rückenprobleme, die von einfachen Schmerzen bis hin zu kompletten Lähmungen reichen können. Dies bedeutet oft, dass sie an der Wirbelsäule operiert werden müssen, was natürlich ein enormes Unterfangen ist und eine sehr lange Erholungszeit nach sich zieht. Sie sind auch fantastische Persönlichkeiten, aber bieten einfach zu viel Potenzial für Herzschmerz.“
4. Shar Pei
Auch der Shar Pei gehört zu den Hunderassen, die Ben nicht haben möchte: „Sie haben sogar eine Krankheit, die nach ihnen benannt ist, namens Shar-Pei-Fieber. Es gibt Leute, die weniger übertriebene Shar Peis züchten, aber die meisten von ihnen sind zu faltig. Sie sind so faltig, dass man ihnen die Augenlider festtackern muss, damit die Haare nicht auf ihren Augen reiben. Sie bekommen ständig Hautprobleme und sie haben winzige, enge Ohrkanäle. Beim Tierarzt versuchen sie oft, die Mitarbeiter zu beißen. Die meisten Shar Peis, die ich sehe, haben eine Menge gesundheitlicher Probleme.“
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5. Bulldoggen und Möpse
Flachgesichtige oder brachycephale Hunderassen: „Hunderassen wie Französische Bulldoggen oder Bulldoggen oder Möpse: Die Gesellschaft hat die Tatsache normalisiert, dass diese Hunde schnauben, weil sie nicht gut atmen können. Es gibt Exemplare, die gesünder sind als andere. Aber sie sind so anfällig für so viele Probleme. Probleme mit der Wirbelsäule, Hautprobleme, Augenprobleme. Die Tatsache, dass mehr als die Hälfte von ihnen einen Kaiserschnitt vornehmen lassen muss, um zu gebären, ist ethisch bedenklich genug, sodass ich niemals einen haben möchte. Wenn Sie damit einverstanden sind, ist das in Ordnung, aber ich persönlich finde es nicht sehr fair.“
6. Dobermann
Einen Dobermann würde Ben nie privat halten: „Ich habe schon viele wirklich Liebenswürdige getroffen, aber es ist schockierend, wie viele von ihnen eine Herzkrankheit namens ‚Dilatative Kardiomyopathie‘ bekommen. Über die Hälfte, also die Mehrheit der Dobermänner, bekommt diese Art von Herzerkrankung. Die Prognose ist in der Regel recht schlecht und ich habe schon einen Dobermann gesehen, der deshalb vor meinen Augen tot zusammengebrochen ist, noch bevor ich einschreiten konnte. Das war traumatisch genug, um niemals selbst einen besitzen zu wollen.“
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7. Border Collie
Überraschenderweise zählt auch der Border Collie zu den Hunderassen, die Ben nicht haben möchte: „Sie sind zwar ziemlich gesund, sie neigen etwas zu Epilepsie, aber ich finde einfach, dass sie eine Hunderasse sind, die sich nicht gut an das Leben als Haustier anpassen kann. Ihr Gehirn braucht konstante Stimulation, sie wollen arbeiten und wenn sie nicht durchwegs beschäftigt werden, können sie schnell durchdrehen. Ich habe schon einige Kollegen gesehen, die sehr ängstlich waren oder zwanghaftes Verhalten entwickelt haben, wie etwa sich dauernd im Kreis zu drehen. Ich würde mir einen holen, wenn ich ein Hirte wäre, aber ich bin keiner und ich glaube nicht, dass mein Lebenswandel ihnen geben könnte, was sie brauchen.“
8. Boxer
Selbst als passionierter Tierarzt würde er sich keinen Boxer-Welpen zulegen: „Ich habe viele wirklich süße Artgenossen getroffen, aber die Liste von Problemen, für die sie genetisch bedingt anfällig sind, ist ganz schön schockierend.“. Er zeigt ein Buch in die Kamera, das 74 Krankheiten auflistet, für die Boxer besonders anfällig sind. Darunter fallen Aortenstenose, Gehirntumore, Hautkrebs und Hornhautgeschwüre. „Ich habe zu viele Boxer mit all diesen Problemen gesehen und ich finde das einfach nicht fair.“
9. Deutsche Dogge
Ebenso sieht Ben, der Veterinärmediziner, die Deutsche Dogge als eine problembehaftete Hunderasse an: „Ich glaube, tief in meinem Herzen bin ich einfach kein Fan von großen Hunden. Mein Auto ist nicht groß genug, genauso wie mein Haus, die Tierarztrechnungen sind gigantisch, weil alle Medikamente nach Gewicht berechnet werden, was mehr Geld kostet. Oft werden sie auch nur etwa sieben Jahre alt und mir würde es schwerfallen, einen Hund zu lieben und ihn dann innerhalb so kurzer Zeit zu verlieren, aber jeder so wie er meint.“
10. Flat Coated Retriever
Trotz seiner Einschätzung, dass der Flat Coated Retriever ein hervorragender Familienhund ist, würde der Tierarzt ihn nicht für sein eigenes Zuhause in Betracht ziehen: „Ich weiß einfach zu viel. Wenn man ein Veterinäronkologe ist (was ich nicht bin), bekommt man viele dieser Hunde zu sehen. Sie sind sehr anfällig für eine aggressive Krebsart namens Histiozytäres Sarkom. Sie sind das Vorzeigeobjekt dieser Erkrankung: Rund 50 Prozent aller Flat Coats sterben an Krebs. Natürlich müssen sie an irgendetwas sterben, aber ich persönlich würde diesen Liebeskummer vermeiden wollen.“
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