Unternehmen mit Stellungnahme

Kaufland-Kunden stocksauer über Aufpreis auf Kassenbon – „Ist schon alles teuer genug“

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Ein Extra-Betrag auf dem Kassenbon löst bei Kaufland-Kunden Empörung aus. Wie lange gibt es ihn schon? Das Unternehmen reagiert.

Kassel – 237 Kilogramm Verpackungsmüll fiel pro Kopf 2021 an. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Die weltweite Verschmutzung durch Plastik ist ein immer drängenderes Problem. Rückstände des sehr langlebigen Plastiks wurden mittlerweile in den entlegensten Gegenden der Welt und in praktisch jedem Teil des menschlichen Körpers nachgewiesen. Um Plastikmüll zu reduzieren, werden etliche Maßnahmen ergriffen – auch in Supermärkten. Seit dem 1. Januar 2022 gibt es ein Verbot für Plastiktüten im Kassenbereich.

Ausgenommen sind jene Tüten, die im Obst- oder Gemüsebereich sowie an Frischetheken genutzt werden. Kostenlos sind sie aber nicht, wie Kunden von Kaufland nun auffiel. Über den Aufpreis beschweren sie sich. Das Unternehmen reagierte auf Anfrage von IPPEN.MEDIA und lieferte Aufklärung.

Plastiktüten im Selbstbedienungsbereich

Die Tüten im Selbstbedienungsbereich sind sehr dünn (< 0,015 mm), sie leisten aber trotzdem einen enormen Beitrag zur Plastikverschmutzung. Laut des Statistischen Bundesamtes geht ein Gesamtverbrauch Deutschlands von 2,25 Milliarden auf sie zurück. Pro Kopf sind das etwa 28 Tüten. Die Daten stammen aus dem Jahr 2021 und wurden 2023 veröffentlicht.

Kaufland-Kundin empört über Aufpreis von Plastiktüten für Obst und Gemüse – „Schon alles teuer genug“

Eine Kaufland-Kundin wollte Verpackungsmüll sparen. Ihre Idee: Das Obst in Plastiktüten im Selbstbedienungsbereich packen. „Da dachte ich, ich nehme mir paar Tüten mit und lass den Verpackungsmüll im Laden. Die Tüten kann ich ja öfter wieder benutzen“, erklärte die Frau auf der Social-Media-Plattform Facebook.

Die Mitarbeiterin an der Kaufland-Kasse habe dann aber pro Tüte einen Cent verlangt. „Hab ich ja noch nie von gehört“, so die Kundin offenbar empört. Als Reaktion gab sie die Tüten zurück. Schließlich „ist schon alles teuer genug“, schrieb sie. Noch dazu würden die Plastiktüten bei Netto nichts kosten – und eine andere Kaufland-Kundin habe angeblich keinen Aufpreis für die Tüten zahlen müssen.

Auch einem weiteren Kaufland-Kunden fiel der Plastiktüten-Aufpreis kürzlich auf. Er postete ein Foto, das seine Ware in einer Plastiktüte zeigt – inklusive Bon. „Bei Aldi ist das inzwischen auch so. Was für Abzocker“, schrieb eine Facebook-Userin unter diesen Beitrag.

Seit wann kosten Plastiktüten im Selbstbedienungsbereich? Kaufland klärt auf

Unter einen der beiden Beiträge kommentierte eine Facebook-Userin, dass „an jeder Rolle, an der man die Tüten herauszieht“, ein Hinweis zu dem Aufpreis stehe. Das mag aber vermutlich in jeder Filiale unterschiedlich sein. „Das ist schon lange bei vielen Läden so“, kommentierte ein anderer Nutzer, ohne jedoch ein konkretes Datum zu nennen. Aldi verlangt schon seit 2019 den Preis von einem Cent.

Ein Aufpreis bei Kaufland sorgt für Wirbel. Das Unternehmen bezog Stellung.

Kaufland erklärte auf Anfrage von IPPEN.MEDIA: „Mit der Bepreisung der Knotenbeutel mit einem Cent, die mittlerweile branchenüblich ist, wollen wir unsere Kunden für den bewussteren Verbrauch von Einwegplastik sensibilisieren und Anreize schaffen, sich bei Obst und Gemüse für nachhaltige Alternativen zu entscheiden.“ Kaufland würde bereits seit Jahren die mehrfach verwendbaren Frischetaschen für Obst und Gemüse anbieten. Durch deren Verwendung, so teilte das Unternehmen mit, ließen sich im Jahr bis zu 693 Tonnen an Einwegbeuteln einsparen.

Viele Kunden setzen sich aber ohnehin schon für die Umwelt ein – und verzichten komplett auf Plastik, wenn sie Obst oder Gemüse einkaufen. „Ich habe für Obst und Gemüse meine eigene Tüte mit, um Plastikmüll zu vermeiden“, erklärte eine Facebook-Userin beispielsweise. (mbr)

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook Juergen Niklas

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