VonMalin Annika Miechowskischließen
Bei Discounter Lidl und Supermarkt Kaufland soll es bestimmte Produkte dauerhaft günstiger geben. Das dürfte bei den Herstellern für Unmut sorgen.
Dortmund – Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und Inflation sorgen seit einiger Zeit dafür, dass der wöchentliche Einkauf beim Blick ins Portemonnaie schmerzt. Die Preise für Lebensmittel steigen, daher ist die Freude für Kunden bei Angeboten umso größer. Doch das aktuelle Versprechen von zwei Geschäften hat auch einen Nachteil, wie RUHR24 berichtet.
Lidl und Kaufland versprechen dauerhaften Rabatt – mehrere Produkte mit niedrigeren Preis
Alltägliche Produkte wie Kartoffel-Chips, die von Stiftung Warentest untersucht wurden, sind für Kunden im Supermarkt plötzlich zur Luxusware geworden. Dazu gehören auch aus Milch hergestellte Artikel, die für gewöhnlich im Kühlregal zu finden sind.
Lidl habe den „Preis von zahlreichen Käseartikeln“ reduziert. Auch Kaufland, das wie Lidl ebenfalls zur Schwarz-Gruppe gehört, zieht mit (weitere News zu Discountern und Supermärkten bei RUHR24).
Kunden zahlen durch das dauerhafte Angebot bei Lidl ab sofort beispielsweise für 400 Gramm Gouda, Edamer, Tilsiter oder Butterkäse in Scheiben von der Eigenmarke „Milbona“ nur noch 2,99 Euro. Bislang lag der Preis pro Packung bei 3,49 Euro. Supermarkt Kaufland bietet 400 Gramm Gouda der Eigenmarke „K-Classic“ ab sofort ebenfalls für knapp 3 Euro an.
Damit wollen Lidl und Kaufland ihre Kunden durch gestiegene Kosten, wie beim Heizen in der Wohnung oder im Haus, beim Einkauf entlasten. Dass dies möglich ist, liege nach Angaben von Lidl an einer „Entspannung auf vereinzelten Rohstoffmärkten“, die man dann „direkt an seine Kunden“ gebe. Insgesamt 600 Produkte unterschiedlicher Art habe der Discounter und Aldi-Konkurrent bereits im Preis reduziert.
Käse bei Lidl und Kaufland jetzt noch günstiger – Geht Rabatt zulasten der Milchbauern?
Nachdem bei Supermärkten wie Edeka zahlreiche Produkte aus dem Sortiment geschmissen wurden, ist der Einkauf bei der Konkurrenz dadurch noch verlockender. Vor allem bei den Grundnahrungsmitteln nutzen Verbraucher laut NDR daher Angebote, um Geld einzusparen.
Doch was für die Kunden zunächst wie unschlagbare Schnäppchen aussieht, bei denen man gerne zugreift, kann für die Hersteller, also die Milchproduzenten, problematisch sein. Im vergangenen Jahr gab es für Milchbauern zwar nach Angaben des Portals TopAgrar Online 16,9 Cent mehr pro Liter Milch und 7,9 Cent für Bio-Betriebe als im Jahr 2021. Doch im vergangenen Monat sah dies schon anders aus.
So haben die Hersteller im Februar 2023 schon deutlich weniger Geld für ihre Produkte erhalten, berichtet die Seite Agrarheute. Auf 100 Kilogramm Milch gerechnet seien dies 4,50 Euro weniger.
Dazu kommen auch für die Hersteller gestiegene Betriebskosten für Strom, Viehhaltung und Produktion der Ware. Inwiefern sich der dauerhafte Rabatt beim Käse von Lidl und Kaufland auf die Milchbauern auswirkt, ist offiziell nicht bekannt.
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