Kann Wasser schlecht werden? Öko-Test klärt über Haltbarkeit und Gefahren auf
VonStella Henrich
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Wasser ist eine wertvolle Ressource und steht hierzulande immer zur Verfügung. Doch kann die Flüssigkeit auch schlecht werden?
Kassel ‒ Wir drehen den Wasserhahn auf und wie selbstverständlich fließt Wasser heraus. Wir nutzen Leitungswasser zum Spülen, zum Waschen, zum Putzen, aber auch zum Trinken. Wasser ist im Grunde ein Allrounder im Haushalt. Es ist immer verfügbar und kann laut Verbraucherzentrale NRW auch bedenkenlos getrunken werden. Bundesweit ist die Qualität gut und es gehört zu den bestkontrollierten Lebensmitteln hierzulande. Ein aktueller Test-Bericht von Öko-Test kommt nun zu einem etwas differenzierterem Ergebnis. Getestet wurden Haltbarkeit, Sauberkeit und (Un-)Bedenklichkeit von Wasser – sowohl auf der Leistung, der Plastik- bzw. Glasflasche oder dem Wassersprudler. Dabei gingen die Tester auch der Frage nach, kann Wasser eigentlich schlecht werden?
Kann Wasser schlecht werden? - Bei ungeklärter Herkunft besser abkochen
Reines Wasser kann nicht verderben. Es enthält weder Eiweiße noch Zucker, die „vergären oder von Bakterien oder Pilzen in Energie umgewandelt werden könnten“, schickt Öko-Test seinem Bericht vorweg. Es könne daher nicht schimmeln, wie beispielsweise Cola, Kaffee oder Tee. Allerdings könnten manche Keime, die sich im Wasser sammeln, der menschlichen Gesundheit schaden. Es sollte daher immer abgekocht werden, wenn die Herkunft unklar ist.
Das gilt für Haltbarkeit von Wasser:
Kein Wasser ist unbegrenzt haltbar, weil weder Leitungswasser noch Mineralwasser jemals vollständig keimfrei sind
Wasser in Glasflaschen ist wenig Umwelteinflüssen ausgesetzt, es kann theoretisch viele Jahre genießbar bleiben
Wasser in Kunststoffflaschen ist nicht so lange haltbar wie in Glasflaschen und hat meist ein früheres Mindesthaltbarkeitsdatum. Außerdem neigt Kunststoff dazu, nach gewisser Zeit Gerüche durchzulassen oder anzunehmen. Das kann den Wassergeschmack beeinträchtigen. Hersteller weisen mit dem Hinweise „geruchsneutral lagern“ auf der PET-Flasche daraufhin.
Destilliertes Wasser ist potenziell unbegrenzt haltbar, verfügt aber nicht über Inhaltsstoffe wie Magnesium oder Calcium.
Quelle: Öko-Test
Kann Wasser schlecht werden? Flaschen aus Kunststoff und Glas bergen Risiken
In einem früheren Test des Öko-Magazins haben Untersuchungen ergeben, dass Leitungswasser besser als Mineralwasser ist. Dazu wurden 50 Marken unter die Lupe genommen. In einigen Mineralwassern sind Verunreinigungen wie Pestizidabbauprodukte und Süßstoffe aufgefallen, aber auch erhöhte Nitratgehalte, die krebserregend sein können. Jetzt halten die Verbraucherschützer außerdem fest, dass Wasser in Flaschen - ob aus Kunststoff oder im Glas - auch einige Risiken berge.
Diese Gefahren lauern in Wasserflaschen:
Sofern Wasser direkt aus der Flasche getrunken wird, gelangen Keime über den Speichel ins Wasser. Auf diese Weise verkeimt die Flüssigkeit schneller, Infektionskrankheiten werden so leichter übertragen.
Wasserflaschen sollten stets vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Die Wärme sorgt dafür, dass Kohlensäure schneller entweichen kann und sich Keime schneller vermehren.
Doch auch Wassersprudel-Geräte sind nicht vor Keimen sicher. Die Düse der Geräte ist laut Öko-Test ein Keimherd für Mikroorganismen. Verbraucher, die daher ihr Wasser vor dem Trinken nochmals filtern, werden enttäuscht. Denn die „Filterkartuschen in entsprechenden Produkten, die eigentlich zur Reinigung da sein sollten, entwickeln sich nach einiger Zeit vom Keimstopper zum Keimherd“, so das Urteil der Tester.
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Erstaunlich ist dennoch, dass trotz der Erkenntnisse erst vor kurzem ein bekanntes Mineralwasser auf dem Handel zurückgerufen werden musste, weil sich möglicherweise Schimmel in einzelnen Flaschen bilden könnte. Über die Gründe der Entstehung informierte der Hersteller nicht.