Deutschlandweit in Supermärkten

Konserven-Rückruf bei Rewe und Kaufland – es droht Atemnot

  • schließen

Immer wieder müssen für Lebensmittel wegen Produktionsfehlern Rückrufe gestartet werden. Ein Hersteller ruft Konserven zurück, die deutschlandweit bei Rewe und Kaufland im Sortiment sind.

Kassel – Ob Wasser, Nudeln oder Salz – es gibt Lebensmittel, die man einfach immer im Haus hat. Sie sind praktisch, verderben fast gar nicht und können daher im Notvorrat bedenkenlos gelagert werden.

Dazu gehört beispielsweise auch Gemüse aus Konservendosen oder Gläsern. Doch Fans der schnellen Küche sollten bei einem Konservenprodukt besonders vorsichtig sein. Wie das Portal produktwarnung.eu informiert, kann der Verzehr von Grünkohl im Glas für etliche Menschen gefährlich werden. Für das Produkt, das es unter anderem bei Rewe und Kaufland gibt, wurde ein Rückruf gestartet. Im Dezember wurde ein Produkt eines beliebten Smoothie-Herstellers zurückgerufen – damals wie jetzt waren fehlerhafte Allergen-Kennzeichnungen der Grund.

Deutschlandweiter Rückruf betrifft Rewe und Kaufland: Grünkohl gefährlich für Allergiker

Gründe für einen Rückruf können vielfältig sein. Der deutsche Lebensmittelhersteller Carl Kühne GmbH & Co KG informiert aktuell auf seiner Website über den Rückruf ihres Grünkohls der Produktlinie „Fix & Fertig“, mit der Artikelnummer 46245. Grund für die Maßnahme ist eine unzureichende Allergenkennzeichnung. Das Produkt ist unter anderem bei Rewe und Kaufland im Sortiment, wie aus den Webseiten der Supermärkte hervorgeht. Auch bei Edeka wurde das Produkt bereits verkauft, wie ein Eintrag auf prospektangebote.de hervorgeht. Der Lebensmittel-Lieferservice Flink listet die Konserven ebenfalls in seinem Online-Shop.

Deutscher Lebensmittelhersteller ruft Produkt wegen fehlerhafter Kennzeichnung zurück

Nach eigenen Angaben ist das Allergen Sellerie gemäß Rezeptur in diesem Produkt enthalten, das Rückseitenetikett weist dies allerdings nicht aus. Für Allergiker sei das Produkt daher nicht geeignet. Eine Sellerie-Allergie ist laut dem Paul-Ehrlich-Institut eine der häufigsten Nahrungsmittelallergien in Nordeuropa. Juckreiz und Schwellungen im Mund- und Rachenraum, aber auch schwere Reaktionen (zum Beispiel der lebensbedrohliche anaphylaktische Schock) können die Folge sein. In einer Studie hat ein internationales Forschungsteam zudem noch ein bisher unbekanntes Allergen in der Selleriewurzel identifiziert.

Für Menschen, die nicht allergisch auf Sellerie reagieren, sei der Verzehr hingegen unbedenklich. Kunden, die das Produkt mit entsprechender Artikelnummer bereits gekauft haben, können dieses dort zurückgeben, wo sie es gekauft haben und erhalten vor Ort ihr Geld zurück. Auch das Einschicken des betroffenen Produkts an das Unternehmen ist möglich.

Rückruf betrifft Rewe, Kaufland und Co.: Diese Symptome können auftreten

Viele verschiedene Nahrungsmittel können laut MSD Manual allergische Reaktionen verursachen. Diese können interindividuell stark variieren. „Nahrungsmittelallergien entwickeln sich typischerweise, weil das Immunsystem nicht richtig funktioniert und ein Nahrungsmittelprotein als gefährlich einstuft“, heißt es weiter. Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit hingegen ist das Immunsystem nicht beteiligt.

Die Symptome einer Nahrungsmittelallergie hängt Experten zufolge auch davon ab, welche Nahrungsmittel die Allergie verursacht hat. Auch das Alter kann dabei eine Rolle spielen. Nach Angaben des Gesundheitsportals Gesundheit.gv.at kann es zu folgenden leichten bis starken Beschwerden kommen:

  • Leichte Allgemeinreaktion: Hautreaktionen am ganzen Körper (Urtikaria, Rötungen, Schleimhautreaktionen, Unruhe, Übelkeit, Kopfschmerzen).
  • Ausgeprägte Allgemeinreaktion: milder Blutdruckabfall, Atemnot, Stuhl- und Urindrang.
  • Bedrohliche Allgemeinreaktion: Schock, Anschwellen und Verengung der Atemwege, Atemnot, deutlicher Blutdruckabfall, Bewusstseinseintrübung.
  • Organversagen: Kreislaufstillstand.

Die zehn häufigsten Allergien: Heuschnupfen, Glutenunverträglichkeit bis zu Duftstoff- und Sonnenallergie

Bei einer Pollenallergie reagieren Betroffene mit typischen Symptomen wie Niesen, Schnupfen, brennende und tränende Augen, Husten sowie Atemwegsbeschwerden.
Heuschnupfen oder allgemein Pollenallergie zählt zu den häufigsten Allergien. Die Symptome bei Heuschnupfen werden durch Blütenpollen verschiedener Pflanzen, Getreide und Gräser wie Birke, Erle, Beifuß, Spitzwegerich, Akazie, Ampfer sowie Roggen hervorgerufen. (Symbolbild) © North Rhine Westphalia/Imago
Nicht nur Katzen, auch beispielsweise Pferde, Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen und sogar Ziegen können bei sensiblen Menschen allergische Symptome verursachen. Es sind nicht die Haare selbst, sondern bestimmte Eiweiße im Speichel, Schweiß, Talg, Urin, Kot oder in den Hautschuppen der Tiere – sogenannte Allergene – die Ursache für die allergischen Reaktionen beim Menschen.
Intensives Schmusen beispielsweise mit Katzen ist für Menschen mit empfindlichem Immunsystem beschwerdefrei nicht möglich. Selbst, wenn Katzen nicht vor Ort oder in einem Raum sind, aber ihre Haare bzw. Allergene hinterlassen haben, können Menschen mit Tierhaarallergie starke Symptomen wie Niesen und Husten zeigen. Die Überreaktion auf Tierallergene gehört nach Hauschnupfen zu den häufigsten Allergien. (Symbolbild) © Evgenia Sunegina/Imago
Eine Hausstaubmilbenallergie wird im Volksmund auch fälschlicherweise Hausstauballergie genannt. Dabei ist es nicht der Staub, der die Allergie bei Menschen auslösen kann, vielmehr der Kot der Hausstaubmilbe im Staub. Typische Reaktionen darauf sind dann rote Augen, Dauerschnupfen und ständiges Niesen – Vor allem nachts und morgens nach dem Aufstehen treten die Beschwerden auf, die sich nur schwer von anderen Allergien wie Heuschnupfen oder einer Erkältung unterscheiden.
Tränende Augen und Niesen am Morgen im Bett – wenn es kein Infekt ist, könnten Sie möglicherweise auf Hausstaubmilben bzw. deren Kot allergisch reagieren. Milben leben bevorzugt in Betten, da sie sich vorwiegend von menschlichen Hautschuppen ernähren. Grund für die allergische Reaktion bei Menschen sind Eiweiße, die sich im Körper der Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen befinden. Gelangen diese über die Luft in die menschlichen Schleimhäute, kann es zu den typischen Symptomen wie Schnupfen, tränende Augen und Niesen kommen. Hausstaubmilben gehören neben Pollen und Nahrungsmitteln zu den häufigsten Allergieauslösern. (Symbolbild) © leungchopan/Imago
Betroffene Hautpartien bei einer Sonnenallergie sind vor allem die Arme und Beine sowie Schultern, das Dekolleté, der Nacken und das Gesicht.
An einer Sonnenallergie leiden mehr als zehn Prozent der Mitteleuropäer – am häufigsten ist die sogenannte „Polymorphe Lichtdermatose“. Die Symptome können sich sehr unterschiedlich äußern, das heißt sind polymorph. Typisch für eine allergische Reaktion nach Sonneneinstrahlung sind Rötungen, Jucken, Schwellungen, Pusteln, Quaddeln und Bläschen. Betroffen sind hiervon vor allem die Schultern, Arme und Beine, das Dekolleté, der Nacken und das Gesicht. Aber auch die Hautflächen, die den Sonnenstrahlen aufgrund von Kleidung nicht direkt ausgesetzt sind, können Hautreaktionen aufweisen. (Symbolbild) © Christine Langer-Püschel/Imago
In der Regel handelt es sich bei einer Duftstoff- und Kosmetikallergie um eine Allergie des Typs IV, auch „Spättyp“ genannt. Wie der Name verrät, treten die Reaktionen also nicht sofort nach Kontakt mit dem Allergen auf, sondern erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung.
Den Lieblingsduft auflegen – und man fühlt sich gleich wohler. Doch was tun Menschen, die auf Parfum und Duftstoffe plötzlich mit starkem Jucken, Ausschlag und Exzemen reagieren? Möglicherweise liegt dann eine Duftstoffallergie vor, die vielen Betroffenen nicht bekannt sind – und das, obwohl die Duftstoff- und Kosmetikallergie zu den verbreitesten Kontaktallergien gehört. Das Ausmaß der Allergie hängt häufig von spezifischen Duftstoffen, deren Rezeptur und Dosierung ab. (Symbolbild) © Arne Trautmann/Imago
Gesunden Menschen fehlt das körpereigene Enzym Laktase, um im Dünndarm Milchzucker aufzuspalten und ihn so über das Blut aufnehmen zu können.
Menschen, die auf Milchzucker mit Beschwerden reagieren, trinken ihren Kaffee am liebsten schwarz oder mit der mittlerweile allseits beliebten Hafermilch. Symptome nach dem Genuss von Kuhmilch sind häufig Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen sowie kalter Schweiß. Etwa 15 Prozent der Menschen in Deutschland sind von einer Laktoseintoleranz betroffen. Eine echte Laktoseallergie kommt sehr selten vor. (Symbolbild) © Thomas Trutschel/photothek.de/Imago
Symptome bei einer Glutenunverträglichkeit sind Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Bauchkrämpfe sowie Darmblutungen mit zum Teil Blut im Stuhl.
Frisch duftendes Brot vom Bäcker, wie herrlich. Doch Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit oder Glutenallergie (Zöliakie) müssen es meiden. Das in Getreiden wie Weizen enthaltene Gluten löst bei ihnen eine entzündliche Reaktion aus, da sich die Antikörper gegen den eigenen Körper richten. In der Folge bilden sich die Darmzotten zurück. Durch die verringerte Oberfläche können Nährstoffe nicht mehr so gut aufgenommen werden und eine Mangelernährung droht. Symptome sind Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Bauchkrämpfe sowie Darmblutungen mit zum Teil Blut im Stuhl. (Symbolbild) © Fleig / Eibner-Pressefoto/Imago
Die Erdnuss gehört wie Soja, Bohnen, Linsen und Erbsen zu den Hülsenfrüchten. Allergiker müssen daher nicht zwangsläufig auf alle Nüsse verzichten, wenn keine Kreuzallergie vorliegt.
„Kann Spuren von Nüssen enthalten.“ – Ein Hinweis, den man häufig auf dem Etikett von Süßspeisen und Aufstrichen lesen kann. Er ist besonders wichtig für Menschen mit einer Erdnussallergie, da der Verzehr von Erdnüssen durch eine Schwellung der Atemwege im akuten Fall lebensbedrohlich werden kann. So gehört in den westlichen Ländern die Erdnussallergie nicht nur zu den am meistverbreiteten Nahrungsmittelallergien – Erdnüsse sind Ursache für die meisten Todesfälle im Bereich der Nahrungsmittelallergien. (Symbolbild) © Gottfried Czepluch/Imago
In Deutschland sind etwa zwei bis vier Millionen Menschen von einer Apfelallergie betroffen.
Herzhaft in einen saftigen Apfel beißen, lecker! Für Menschen mit einer Apfelallergie weniger verführerisch. Denn sie reagieren beim Verzehr mit einem sogenannten oralen Allergiesyndrom (kurz OAS). Eine Person, die von einer Apfelallergie betroffen ist, kann bereits mit dem Verzehr des Obstes Symptome wie Brennen in Mund und Rachen, pelzige Zunge und angeschwollene Lippen entwickeln. In Deutschland sind etwa zwei bis vier Millionen Menschen von einer Apfelallergie betroffen. (Symbolbild)  © Sunsi Albets/Imago
Häufig halten die Symptome länger als 24 Stunden an und werden von Frösteln und einem allgemeinen Krankheitsgefühl begleitet. Im schlimmsten Fall droht sogar ein anaphylaktischer Schock, der lebensbedrohlich sein kann.
So schön der Anblick einer Biene auf der Blume auch sein mag, Menschen mit einer Insektengiftallergie halten hier lieber Abstand. Sie reagieren bei einem Stich häufig nicht nur mit einer allergischen Reaktion wie Juckreiz, Brennen, Rötungen und Schwellungen der Haut rund um die Einstichstelle – im schlimmsten Fall kann es zu einem Allergieschock kommen und es besteht Lebensgefahr. (Symbolbild) © fotogroupmedia/Imago

Rewe, Kaufland, Edeka: Eckdaten zum Konserven-Rückruf

Lebensmittel, die gesundheitsschädlich oder falsch gekennzeichnet sind, dürfen laut Verbraucherschützer nicht in Umlauf geraten. Allerdings kommt es nicht selten vor, dass Produkte zurückgerufen werden, die bereits in den Supermarkt-Regalen waren. Rewe informiert auf seiner Webseite über den Rückruf. Ob die betroffenen Chargen auch bei Kaufland, Edeka oder anderen Supermärkten verkauft wurden, ist nicht bekannt. Die genauen Eckdaten zu dem vom Rückruf betroffenen Produkt nochmals im Überblick.

HerstellerCarl Kühne GmbH & Co KG
Produkt„Kühne Grünkohl Fix & Fertig“
VerpackungseinheitGläser mir Füllmenge 660 Gramm, Abtropfgewicht 450 Gramm
Betroffenes MHD15.12.2025
Artikelnummer46245

Häufige Rückrufgründe sind laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Verunreinigungen (Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder E.coli, Schimmelpilze oder auch Viren), Fremdkörper im Produkt oder Überschreitungen gesetzlicher Grenzwerte. Für ein Edeka-Produkt wurde kürzlich in fünf Bundesländern ein Rückruf gestartet – der Verzehr könnte zu Verletzungen führen. In einem anderen Fall musste ein Hähnchen-Produkt aufgrund eines Pestizids zurückgerufen werden. (Vivian Werg)

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/ Imago

Kommentare