VonSebastian Oppenheimerschließen
Die Kosten sind bei einer Auto-Kaufentscheidung ein wichtiges Kriterium. Eine Studie zeigt nun, ob ein Elektroauto oder ein Benziner über einen Zeitraum von vier Jahren günstiger ist.
Wer auf der Suche nach einem Neuwagen ist, steht zunächst einmal vor einer grundlegenden Entscheidung: Greift man zum guten alten Verbrenner – oder ist vielleicht doch ein Elektroauto die bessere Wahl? Verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle, unter anderem: Kommt man mit der Reichweite klar? Und wie steht es um die Ladesituation zu Hause? Zu den wichtigsten Kriterien gehört aber definitiv auch der Preis. Gerade in Zeiten, in denen Neuwagen immer teurer werden – laut einer Analyse gibt es lediglich noch vier Neuwagen für unter 15.000 Euro. Am Ende zählen die Gesamtkosten – und laut einer Studie sind diese bei einem Elektroauto geringer als bei einem Benziner.
E-Auto gegen Benziner: Studie vergleicht Gesamtbetriebskosten über vier Jahre
Einer Studie des Thinktanks International Council on Clean Transportation (ICCT) zufolge, fährt man mit einem Benziner über einen Betrachtungszeitraum von vier Jahren billiger als mit einem E-Auto. Analysiert wurden die Gesamtbetriebskosten von Klein- und Kompaktwagen. Berücksichtigt wurden neben dem Kaufpreis auch Förderungen, Steuern, Wartung und Kraftstoff- bzw. Stromkosten.
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Kompaktklasse: Elektroauto laut Studie günstiger als Benziner
Verglichen wurde beispielsweise der elektrische VW ID.3 Pro und der benzinbetriebene VW Golf VIII Style 2. Hier kommt das ICCT über vier Jahre beim E-Modell auf eine Kosteneinsparung von 5.100 Euro gegenüber dem Benziner (49.900 Euro gegenüber 55.000 Euro). Wenn man zusätzlich noch die Kaufprämie für E-Autos mit einberechne, steige der Kostenvorteil sogar auf 12.300 Euro an.
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Elektroauto gegen Verbrenner: Im Kleinwagensegment kommt es auf die Förderung an
Ein anderes Bild ergibt sich bei der Betrachtung von Fahrzeugen aus dem Kleinwagensegment. Verglichen wurde hier der batterieelektrische Dacia Spring Extreme Electric 65 und der benzinbetriebene Toyota Aygo X 1.0. In diesem Fall wäre der elektrische Dacia über vier Jahre ohne Einberechnung der Förderung um 6.000 Euro teurer als der Toyota (34.000 Euro gegenüber 28.000 Euro). Unter Einbeziehung der Kaufprämie hat dann aber laut ICCT-Studie der Dacia die Nase bei den Gesamtkosten wieder vorn: um 1.100 Euro ist er günstiger.
Benzinkosten gegen Stromkosten: Laut ICCT ist das E-Auto in dieser Disziplin deutlich günstiger
Zwar seien beide Benziner-Modelle im Basispreis billiger als die Elektroautos gewesen – bei den Tankkosten schnitten sie jedoch deutlich schlechter ab. Der Untersuchung zufolge lagen aber beispielsweise die Benzinkosten über vier Jahre beim Golf bei rund 6.700 Euro und beim Toyota Aygo bei rund 5.100 Euro. Die Stromkosten für den VW ID.3 lagen laut ICCT in dem genannten Zeitraum nur bei 3.000 Euro und beim Dacia Spring bei rund 2.800 Euro – vorausgesetzt man lädt die Elektroautos zu Hause.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Die Autoren der Studie fordern eine Neugestaltung der Förderprämien für Elektroautos, die sich am Einkommen orientiert. Dem ICCT zufolge sollte der aktuelle Förderbetrag von 7.200 Euro auf 14.400 Euro verdoppelt werden – und nur Käufer mit einem Nettoeinkommen von weniger als 5.000 Euro sollten überhaupt unterstützt werden.
Rubriklistenbild: © Jürgen Ritter/Imago

