VonNatalie Hull-Deichselschließen
Gespräche mit Narzissten können schnell zur Belastung werden. Mit den richtigen Strategien können Sie dennoch souverän bleiben und sich selbst schützen.
Wenn Sie eine einfache Unterhaltung nur noch als schwierig und emotional belastend empfinden, können in manchen Fällen eine Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen Charakterzügen Ihres Gesprächspartners dahinter stecken. Narzissten neigen dazu, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und suchen ständig nach Bewunderung. Diese narzisstischen Merkmale führen jedoch oft dazu, dass Diskussionen mit ihnen schnell ins Stocken geraten oder in Streitigkeiten münden. Für das Gegenüber kann es von großer Bedeutung sein, die Hintergründe von Narzissmus zu verstehen, um besser reagieren zu können.
Sechs typische Verhaltensmuster, die die Kommunikation mit Narzissten erschweren
Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist weit verbreiteter als allgemein angenommen: Schätzungen zufolge ist etwa einer von hundert Menschen betroffen. Kennzeichnend für diese Störung ist, dass die ersten Anzeichen oft schon in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter auftreten, wie das Portal Quarks berichtet. Typische Charakterzüge und Verhaltensweisen von Personen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung sind:
- Immer im Mittelpunkt stehen: Narzissten lenken Gespräche häufig auf sich selbst. Statt wirklich zuzuhören, nutzen sie Gelegenheiten, um eigene Leistungen oder Meinungen in den Vordergrund zu stellen – ein Verhalten, das das Gefühl hinterlässt, übergangen zu werden.
- Fehlende Empathie: Da es Narzissten oft schwerfällt, sich in andere hineinzuversetzen, wirken ihre Antworten oft distanziert und wenig einfühlsam. Das kann beim Gegenüber Verletzungen und Frust auslösen.
- Manipulative Taktiken wie Gaslighting: Narzissten setzen mitunter auf Gaslighting – eine subtile Form der Manipulation, die das Erinnerungsvermögen und die Wahrnehmung des Gesprächspartners infrage stellt, um Unsicherheit zu erzeugen.
- Empfindlich gegenüber Kritik: Selbst sachliche Kritik löst bei Narzissten oft starke Abwehrreaktionen aus. Statt Einsicht folgt häufig ein Gegenangriff, der Gespräche eskalieren lässt.
- Unberechenbare Stimmungen: Narzissten können von einem Moment zum nächsten von charmant und freundlich zu abwertend oder aggressiv umschlagen. Diese Unvorhersehbarkeit erschwert eine stabile Kommunikation.
- Dominanz statt Augenhöhe: Gespräche mit Narzissten laufen selten gleichberechtigt ab. Sie tendieren dazu, die Kontrolle zu übernehmen, was oft in einem unterschwelligen Machtkampf mündet.
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Praktische Tipps für eine bessere Kommunikation mit Narzissten
Um den Umgang mit Narzissten zu erleichtern, ist es entscheidend, die Dynamik in der Kommunikation mit ihnen zu verstehen. Das Wissen über narzisstische Verhaltensweisen kann dabei helfen, effektive Strategien zu entwickeln und die eigene psychische Gesundheit zu schützen. Drei Tipps, die die Kommunikation mit Narzissten für Sie erleichtern können:
- Kritik achtsam äußern: Formulieren Sie Feedback behutsam und bevorzugt in Ich-Botschaften, um keine narzisstische Wut auszulösen und das Gespräch ruhig zu halten.
- Eigene Grenzen wahren: Machen Sie Ihre persönlichen Grenzen klar und bleiben Sie wachsam gegenüber manipulativen Verhaltensweisen, um nicht ungewollt in ein Machtspiel zu geraten.
- Distanz wahren: Wenn möglich, ziehen Sie sich aus dem direkten Umfeld zurück, um sich selbst zu schützen und unnötigen Konflikten aus dem Weg zu gehen.
Narzisstische Persönlichkeitsstörung: Was dahinter steckt
Die Gründe für Narzissmus sind vielschichtig. Eine Untersuchung von Brummelman et al. (2015) legt nahe, dass übermäßige Bewunderung durch die Eltern die Ausbildung narzisstischer Eigenschaften bei Kindern begünstigt. Diese „Soziale Lerntheorie“ verfolgt die These, dass Kinder narzisstisch werden, wenn sie von ihren Eltern übermäßig gelobt werden. Im Gegensatz dazu steht die sogenannte „Psychoanalytische Theorie“, die davon ausgeht, „dass jene Kinder zu Narzissten heranwachsen, die von ihren Eltern zu wenig Wärme und Wertschätzung erfahren haben. Sich selbst auf ein Podest zu stellen, sei eine Strategie, den Mangel an Anerkennung und Liebe zu stillen.“, wie Prof. Dr. Veronica Job im Rahmen ihrer Arbeit am Psychologischen Institut der Universität Zürich feststellt.
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