Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Koronare Herzkrankheit: Wer weniger sitzt, reduziert sein Risiko

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Ausreichend Bewegung zählt zu den effektivsten Maßnahmen, einen Herzinfarkt vorzubeugen. Zu diesem Schluss kommen US-amerikanische Forscher in einer aktuellen Studie.

Bei der koronaren Herzkrankheit verengen sich die Arterien so sehr, dass nicht mehr ausreichend Blut ins Herz gelangen kann. Typische Symptome sind neben Schmerzen in der Brust und Herzrasen auch Atemnot – ähnlich wie bei einem Asthmaanfall oder einer Panikattacke und Schwindel. Häufig treten die Beschwerden sehr plötzlich ein, bleiben diese unbehandelt steigt damit allerdings das Risiko eines Herzinfarkts. Neben Risikofaktoren wie Übergewicht und Rauchen spielt vor allem das Aktivitätslevel eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Prävention der Erkrankung. Forscher der Universität New Orleans haben in diesem Zusammenhang nun herausgefunden, dass gerade eine Reduzierung der im Sitzen verbrachten Zeit einen positiven Effekt auf die Herzgesundheit hat.

Regelmäßige körperliche Aktivität beugt koronare Herzkrankheit vor

Verschiedene Risikofaktoren können eine koronare Herzerkrankung begünstigen.

Die koronare Herzkrankheit gilt als die weltweit häufigste Herzerkrankung. In Deutschland sind etwa drei Millionen Menschen von einer Herzschwäche betroffen. Gerade ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken. Ursache für die Erkrankung ist eine verringerte Blutversorgung des Herzens, ausgelöst durch verengte Gefäße.

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Gene, aber auch der Lebensstil haben einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung einer koronaren Herzkrankheit. Wer sich gesund ernährt und regelmäßig Sport treibt, kann das genetisch bedingte Risiko Wissenschaftlern zu Folge demnach beinahe um die Hälfte reduzieren. Welchen Einfluss die körperliche Aktivität hat, haben Forscher nun in einer aktuellen Studie untersucht.

Zeit im Sitzen scheint Risiko auf koronare Herzerkrankungen zu erhöhen

Das Ergebnis: Wer tagsüber sehr viel Zeit im Sitzen verbringt, lebt mit einem erhöhten Risiko für eine koronare Herzkrankheit. Im Rahmen der Studie untersuchten die Wissenschaftler dabei rund 455.298 Probanden. Zu Beginn der Untersuchung waren alle Teilnehmer gesund und wiesen keine Diagnose einer Herzerkrankung vor. Die Probanden mussten zudem Angaben über ihr tägliches Aktivitätslevel machen. Unterteilt wurde die Aktivität dabei in drei verschiedene Kategorien:

  • Zeit im Sitzen vor dem Fernseher, Computer oder im Auto
  • Körperliche Aktivität wie beispielsweise beim Spazierengehen oder Heimwerken
  • Sportliche Aktivität wie Sport

Etwa 11 Jahre wurden die Probanden begleitet, rund 20.162 von ihnen entwickelten in dieser Zeit eine koronare Herzkrankheit. Das Risiko, daran zu erkranken, war dabei signifikant mit der im Sitzen verbrachten Zeit verbunden – und das unabhängig von der körperlichen täglichen Aktivität.

Vorsicht: So erkennen Sie sofort einen Herzinfarkt

Wer einen Herzinfarkt erleidet, verspürt starke, langanhaltende Schmerzen im Brust- und Herzbereich. Doch auch andere Körperregionen wie Arme und Oberbauch können betroffen sein. Meist strahlt der Schmerz von der Brust in die Extremitäten, zwischen die Schulterblätter bis in den Rücken oder in den Hals und Kiefer.
Wer einen Herzinfarkt erleidet, verspürt oft starke, langanhaltende Schmerzen im Brust- und Herzbereich. Meist strahlt der Schmerz von der Brust in die Extremitäten, zwischen die Schulterblätter bis in den Rücken oder in den Hals und Kiefer. © dpa
Mann fasst sich an Arm
Auch Schmerzen im Arm können auf einen Herzinfarkt hinweisen.  © AntonioGuillem/Imago
Frau fasst sich an Bauch
Doch auch in anderen Körperregionen wie dem Oberbauch können sich bei einem Herzinfarkt Schmerzen auftun.  © Iordache Magdalena/Imago
Frau fasst sich an Rücken
Der Schmerz im Brustbereich kann bei einem Herzinfarkt bis in den Rücken ausstrahlen.  © ArtmannWitte/Imago
Junge attraktive Frau fasst sich mit den Händen an den Rücken
Zu den starken Schmerzen kommt häufig noch ein heftiger Druck oder ein sehr starkes Engegefühl im Brust- und Herzbereich hinzu. Viele Betroffenen haben dann das Gefühl, dass ihnen die Luft abgeschnürt wird und ihnen ein Elefant auf der Brust steht. © Imago
Mann hat Schmerzen in der Brust
Neben den stechenden Schmerzen und der Brustenge verspüren manche Betroffene ein stark brennendes Gefühl, das nicht aufhören will. © Imago
Einer Frau ist übel
Auch wenn es erst auf etwas anderes hindeuten kann: Übelkeit und Erbrechen können ebenfalls darauf hindeuten, dass Sie gerade einen Herzinfarkt erleiden. Die sogenannten „unspezifischen“ Anzeichen treten bei Frauen sogar häufiger auf als bei Männern. Die Deutsche Herzstiftung rät, immer dann den Notarzt zu rufen, wenn die Beschwerden in zuvor noch nie erlebtem Ausmaß auftreten. © Imago
Frau schaut aus Fenster
Einen Herzinfarkt kann man jemandem sogar im wahrsten Sinne des Wortes ansehen: Meist werden Betroffene vor Schmerz und Angst ganz fahl und totenblass im Gesicht und bekommen zudem Angstschweiß. © Bernd Feil/Imago
Frau ist erschöpft
Es gibt auch eher unspezifische Anzeichen, die für einen Herzinfarkt sprechen können. Dazu zählt extreme Müdigkeit und Erschöpfung. © Imago
Auch Kieferschmerzen zählen zu den eher unspezifischen Herzinfarkt-Symptomen. Bei extremen Beschwerden sollten Sie besser einen Arzt aufsuchen.
Auch Kieferschmerzen zählen zu den eher unspezifischen Herzinfarkt-Symptomen. Bei extremen Beschwerden sollten Sie besser einen Arzt aufsuchen.  © Imago

Anstrengende körperliche Aktivität verringert das Erkrankungsrisiko deutlich

Schon kleine Veränderungen können laut den Forschern allerdings einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben. Wer schon 30 Minuten der im Sitzen verbrachten Zeit durch körperliche Aktivitäten ersetzt, senkt sein Risiko an einer koronaren Herzkrankung zu erkranken um etwa drei bis zwölf Prozent. Eine Stunde ging sogar mit einer Risikominderung von sechs bis 23 Prozent einher. Doch auch die Art der Anstrengung hat einen Einfluss. Den größten Nutzen haben demnach anstrengende körperliche Aktivitäten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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