ADAC-Auswertung

Kraftstoffkosten im Ausland: In diesen (Nachbar-)Ländern können Deutsche Geld sparen

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Die Kosten für Treibstoffe wie Benzin oder Diesel variieren erheblich in Europa. Eine neue Studie offenbart, wo Autobesitzer Geld einsparen können. Zwei Länder sind besonders teuer.

Spätestens wenn die Tankleuchte im Auto aufblinkt, ist es Zeit an die Tankstelle zu fahren – besser sogar noch früher. Allerdings kann dies, abhängig von der Tageszeit, mit hohen Kosten verbunden sein. Darüber hinaus gehören die Spritpreise in Deutschland im europäischen Vergleich mit zu den höchsten. Grade auf der Fahrt in den Urlaub stellt sich daher die Frage: Kann man in den Nachbarländern günstiger tanken?

Benzin ist in Polen und Tschechien am günstigsten

Das kommt sowohl auf das Land als auch die Kraftstoffsorte an, wie eine Auswertung der Zahlen der EU-Kommission und des Touring Club Schweiz durch den ADAC (Stand 8. August 2024) zeigt. Beim Benzin liegt Deutschland mit durchschnittlich 1,73 Euro pro Liter (Stand 14. August 2024) im Mittelfeld – verglichen mit den direkten Nachbarländern sowie den beliebten Urlaubsstaaten Spanien und Italien.

In Tschechien können Autofahrer besonders günstig tanken (Symbolbild)

Besonders günstig ist Super E10 in Polen und Tschechien. Dort kostet der Liter jeweils 1,50 Euro. Und auch in Luxemburg (1,56), Österreich (1,60), Spanien (1,60) und Belgien (1,63) sparen Autofahrer ordentlich Geld. Deutlich teurer wird es derweil in Italien (1,84), den Niederlanden (1,98), der Schweiz (1,98) sowie Dänemark (2,11).

Spritschleudern der Autogeschichte: 43,5 Liter auf 100 Kilometer

Ein Chevrolet Camaro.
Mit dem Camaro reagierte Chevrolet Ende 1966 auf den beleibten Ford Mustang. Das Muscle Car aus Detroit erwies sich mit dem V8-Motor und 7 Litern Hubraum jedoch als sehr durstig: Bis zu 43,5 Liter auf 100 Kilometern waren keine Seltenheit. © Chevrolet
Ein roter Lamborghini Countach.
Im Heck des ersten Lamborghini Countach verrichtete ein V12-Motor mit 5 Litern Hubraum seinen Dienst. Mit bis zu 33,5 Litern auf 100 Kilometern war der Sportwagen jedoch alles andere als sparsam. Die Neuauflage dürfte dank Hybrid-Antrieb deutlich weniger verbrauchen. © Thomas Zimmermann/Imago
Rolls Royce Corniche Cabrio Baujahr 1984
Der Rolls-Royce Corniche ist mit rund drei Tonnen wahrlich kein Leichtgewicht. Kein Wunder also, dass sich auch der V8-Motor mit 7 Litern Hubraum als Schluckspecht erwies. Bis zu 29 Liter gönnte sich der edle Brite auf 100 Kilometer. © Sebastian Geisler/Imago
Ein Dodge Charger.
Auch der Dodge Charger ist ein Klassiker der amerikanischen Automobil-Geschichte. Getreu dem Motto „Höher, schneller, weiter“ fällt auch sein Spritverbrauch üppig aus. Bei frühen Modellen waren bis zu 27 Liter auf 100 Kilometer möglich. © Panthermedia/Imago
Aston Martin Lagonda
Optisch kann man vom Aston Martin Lagonda halten, was man möchte. In Sachen Spritverbrauch zählt der Brite, mit bis zu 26,1 Liter auf 100 Kilometern, aber zu den durstigsten Autos, die jemals gebaut wurden.  © Tim Graham/Imago
Hummer H1
Der Hummer H1 wurde ursprünglich vom US-amerikanischen Militär-Herstellers AM General gebaut. Dieser verkaufte die Markenrechte schließlich an General Motors. So wuchtig wie der Geländewagen aussieht, war auch sein Verbrauch, der bei bis zu 24,5 Liter auf 100 Kilometer lag. Die Neuauflage des Klassikers ist im übrigen rein elektrisch unterwegs. © Sebastian Geisler/Imago
Bentley Arnage
Bis 2010 baute Bentley den 2,6 Tonnen schweren Arnage, auf dem auch die State Limousine der verstorbenen Königin Elisabeth II basierte. Mit dem größten Motor war ein Verbrauch von 24,2 Liter auf 100 Kilometer möglich.  © Sebastian Geisler/Imago
Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport L Edition Type 35
Der Bugatti Veyron war eines der ersten Autos mit Straßenzulassung, das mehr als 1000 PS unter der Haube hatte. Der Motor des „Super Sport“ leistete sogar 1.200 PS. Die Folge: ein Verbrauch von durchschnittlich 24,1 Litern auf 100 Kilometer. Innerorts sind sogar bis zu 37,2 Liter möglich. © Sebastian Geisler/Imago
Dodge Challenger RT
Neben dem Charger eroberte Dodge auch mit dem Challenger den US-Muscle-Car-Markt. Letztere zeigte sich mit einem Verbrauch von 23,5 Litern auf 100 Kilometer etwas „sparsamer“. © Andre Poling/Imago
Dodge Viper RT10
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Das gilt auch für Dodge, denn auch die Viper erweist sich als besonders durstig: bis zu 21,1 Liter auf 100 Kilometer waren möglich. Gebaut wurde der Sportwagen von 1992 bis 2017. © Eibner/Imago

Schweizer zahlen am meisten für Diesel

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch beim Diesel. Dieser kostet in Deutschland laut dem ADAC im Durchschnitt rund 1,60 Euro pro Liter (Stand 14. August 2024). Mit 1,45 Euro pro Liter ist Tschechien das günstigste Nachbarland. Dicht gefolgt von Luxemburg mit 1,47 Euro. Und auch in Spanien (1,47) und Polen (1,50) lässt sich im Vergleich einiges sparen. Österreich ist mit 1,59 Euro pro Liter nun marginal günstiger als Deutschland.

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Teurer wird es derweil in Belgien. Hier kostet Diesel im Schnitt 1,67 Euro. Und auch in Dänemark (1,70), den Niederlande (1,71) und Italien ist der Kraftstoff teurer als in Deutschland. Am meisten müssen Autofahrer aber in der Schweiz bezahlen. Dort kostet Diesel umgerechnet 2,04 pro Liter.

LandBenzin (in Euro)Diesel (in Euro)
Belgien1,631,67
Dänemark2,111,70
Luxemburg1,561,47
Niederlande1,981,59
Österreich1,601,59
Polen1,501,50
Schweiz1,982,04
Tschechien1,501,45
Spanien1,601,47
Italien1,841,72

Allerdings betont der ADAC, dass die Datenbasis der Länder sehr unterschiedlich ist und es bei der Preismeldung zu großen Verzögerungen kommen kann. „Die abgebildeten Preise sind daher als Größenordnung zu verstehen und nicht 1:1 mit den Spritpreisen in Deutschland vergleichbar. Zudem gibt es auch im Ausland zum Teil starke regionale Unterschiede.“ Wer den günstigen Sprit aus dem Ausland im Kanister im Auto mitführen möchte, sollte sich zudem schlaumachen, welche Freimengen gelten. So darf man aus Luxemburg gar keinen Sprit nach Deutschland exportieren. Wer die Freimenge überschreitet, muss diese im Zweifel in Deutschland nach versteuern, wenn er vom Zoll erwischt wird.

Rubriklistenbild: © CTK Photo/Imago

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