VonJulia Cuprakowaschließen
Ab Juli drohen höhere Krankenkassenbeiträge. Nachdem es zu Beginn des Jahres bereits Beitragserhöhungen gab, haben nun weitere sechs Krankenkassen einen Antrag gestellt.
Ab Juli könnten Millionen gesetzlich Versicherte in Deutschland tiefer in die Tasche greifen müssen: Mehrere Krankenkassen planen laut Medienberichten Beitragserhöhungen. Grund sind steigende Ausgaben im Gesundheitswesen – unter anderem für Arzneimittel, Kliniken und Pflege. Die Ankündigungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Finanzlage vieler gesetzlicher Krankenkassen ohnehin angespannt ist. Verbraucher müssten sich damit auf zusätzliche Belastungen im zweiten Halbjahr einstellen.
Krankenkassen planen Beitragserhöhungen ab Juli 2025 – Millionen Versicherte betroffen
Ab Juli 2025 könnte die Krankenversicherung für viele Menschen in Deutschland deutlich teurer werden. Der Grund: Sechs weitere gesetzliche Krankenkassen planen, ihre Zusatzbeiträge zu erhöhen – nachdem bereits zahlreiche Kassen zu Jahresbeginn ihre Beiträge angehoben hatten.
Welche sechs Krankenkassen konkret betroffen sind, ist laut Krankenkassen Direkt noch unklar. Beitragserhöhungen seien jedoch bereits beantragt, wie Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, erklärt. Diese Krankenkassen haben ihre Beitragssätze im Jahr 2025 bereits unterjährig angehoben (Quelle: Krankenkassen Direkt).
- Zum 1. Februar 2025: IKK Innovationskasse um 0,50 Punkte auf 18,20 Prozent
- Zum 1. Februar 2025: BKK Merck um 0,80 Punkte auf 17,80 Prozent
- Zum 1. April 2025: BKK Salzgitter um 0,7 Punkte auf 3,5 Prozent, die mhplus Krankenkasse um 0,73 Punkte auf 17,79 Prozent
- Zum 1. April 2025: BKK Verbundplus um 1,04 Prozent auf 3,89 Prozent
- Zum 1. Mai 2025: BKK firmus um 0,34 Punkte auf 16,78 Prozent und die BKK Scheufelen um 0,65 Punkte auf 18,00 Prozent
Rekorddefizit und Reformstau: Krankenkassen schlagen Alarm wegen Milliardenlücke
Ursache der Erhöhungen sind ein Rekorddefizit bei den gesetzlichen Krankenkassen, steigende Ausgaben sowie das Ausbleiben dringend notwendiger Strukturreformen im Gesundheitssystem. Hinzu kommt laut dem Online-Portal Business Punk eine starke Zunahme versicherungsfremder, gesamtgesellschaftlicher Leistungen. Das Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung lag im Jahr 2024 demnach bei rund 6,2 Milliarden Euro.
„Wenn die Politik nicht schnell gegensteuert, setzt sich die Beitragsspirale ungebremst fort“, warnt Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands. Für Millionen gesetzlich Versicherte und ihre Arbeitgeber würde das spätestens Anfang 2026 erneut spürbar höhere Krankenkassenbeiträge bedeuten.
Der Spitzenverband fordert daher entschlossenes Handeln. „Nach zehn Jahren Gesundheitspolitik, die vor allem steigende Ausgaben zur Folge hatte, brauchen wir jetzt einen klaren Kurswechsel“, betonte GKV-Sprecher Florian Lanz gegenüber dem Westfälischen Anzeiger.
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