Trauer um Münchner Schauspieler

Fünf Wochen Krankenhaus wegen Blutvergiftung – Fritz Wepper stirbt mit 82 Jahren

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Schauspieler Fritz Wepper stirbt knapp ein halbes Jahr nach seinem Bruder Elmar Wepper. Krebs, Covid-19 und zuletzt eine Sepsis hatten den Münchner stark geschwächt.

Fritz Wepper hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich. Geboren im Jahr 1941 in München, begann seine Laufbahn bereits in jungen Jahren. Sein Talent wurde schnell erkannt und er erhielt zahlreiche Rollenangebote für Film und Fernsehen. International bekannt wurde er 1959 durch den Antikriegsfilm „Die Brücke“. Die jüngere Generation kannte ihn vor allem wegen seiner langjährigen Rolle als Harry Klein in der Kultserie „Derrick“. Im März 2024 ist Fritz Wepper in seiner Heimatstadt München gestorben, wie sein Anwalt und Freund Norman Synek dem Spiegel zufolge mitteilte.

Wie das ARD-Format Brisant informiert, war Wepper im Dezember 2023 an einer Blutvergiftung erkrankt, von der er sich nicht mehr wirklich erholte. Nach fünfwöchigem Aufenthalt im Krankenhaus musste er Anfang März 2024 in ein Hospiz nach Oberbayern verlegt werden, heißt es weiter. In den Jahren zuvor hatten den Schauspieler eine schwere Covid-19-Krankheit und metastasierter Hautkrebs geschwächt, so Brisant-Informationen.

Wie gefährlich ist eine Blutvergiftung?

Eine Blutvergiftung, auch Sepsis genannt, kann tödlich verlaufen. Ohne frühzeitige medizinische Behandlung endet sie oft tödlich oder geht mit schwerwiegenden und langanhaltenden Folgen einher, heißt es vonseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Sie sei ein medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss.

Fritz Wepper während der Berlinale in Berlin im Jahr 2013 (Archivbild).

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Eine Sepsis gilt als schwerste Verlaufsform einer Infektion. Sie entsteht, wenn krankheitserregende Keime, Viren oder Bakterien von einem zunächst lokal begrenzten Infektionsherd ins Blut gelangen und dann über den Blutkreislauf in den gesamten Körper geschwemmt werden. Der Entzündungsherd ist aber nicht immer klar zu erkennen, wie die Techniker Krankenkasse weiter informiert. So kann eine entzündete Wunde der Haut eine Blutvergiftung zur Folge haben, wenn sie nicht gut versorgt wird. Aber auch Infektionskrankheiten können Auslöser sein, etwa eine Lungenentzündung oder eine Harnwegsinfektion – wenn das eigene Immunsystem die Krankheitserreger nicht überwältigen kann oder keine ausreichend gute medikamentöse Behandlung stattfindet.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Höheres Risiko für Blutvergiftung bei Älteren

Manche Menschen sind stärker gefährdet, eine Sepsis zu entwickeln. Dazu zählen der BZgA zufolge:

  • Säuglinge unter einem Jahr
  • Ältere Menschen ab ca. 60 Jahren
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen, z.B. der Lunge, der Leber oder der Nieren
  • Menschen mit Diabetes, Krebs oder geschwächtem Immunsystem

An welchen Symptomen Sie eine Blutvergiftung erkennen, erfahren Sie im Artikel „So verhalten Sie sich bei einer Sepsis richtig“.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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