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Krebsforschung: Forschern gelingt Durchbruch bei der Behandlung von Krebs-Metastasen

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Deutsche Wissenschaftler haben einen Wirkstoff entdeckt, der die Bildung von Metastasen verhindern könnte. Bis dieser Anwendung findet, wird es allerdings noch Zeit brauchen.

Rund eine halbe Million Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Krebs. Wird der Tumor nicht rechtzeitig erkannt, kann dies für viele Patienten tödlich enden. Neben einer schnellen Diagnose und der Art der Krebserkrankung beeinflusst auch die Bildung von Metastasen die Heilungschancen. Um diese zu unterdrücken, galt bislang die Entfernung des ursprünglichen Tumors als wichtigster Schritt in der Behandlung. Bei vielen Patienten bilden sich Metastasen jedoch erst nach einer Operation.

Krebsforschung: Forschern gelingt Durchburch bei der Unterdrückung von Krebs-Metastasen

Hoffnung auf Behandlung gegen Krebs: Wissenschaftlern ist ein Durchbruch in der Therapie von Metastasen gelungen.

Bei der Entstehung von Krebs geraten eigentlich gute Zellen außer Kontrolle. Die größte Gefahr einer Krebserkrankung ist allerdings häufig nicht der ursprüngliche Tumor. Metastasen sind für rund 90 Prozent der Todesfälle bei Krebspatienten verantwortlich. Verlassen die Zellen den Tumor, wandern durch den Körper und nisten sich an anderen Stellen ein, kann das die Heilungschancen so in vielen Fällen verschlechtern. Die Bildung von Metastasen zu verhindern, gehört daher zu den wichtigsten Zielen in der Krebs-Behandlung.

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Zehn Krebsarten mit den geringsten Überlebenschancen

Menschliche Körper
Das Mesotheliom zählt zu den tödlichsten Krebsarten. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei nur knapp über zehn Prozent. Beim Mesotheliom handelt es sich um einen seltenen Tumor des Weichteilgewebes. Überwiegend Männer im höheren Lebensalter sind davon betroffen. Diagnostiziert wird er meistens im Brustfell, seltener im Bauchfell.  © Zoonar.com/ersin arslan/IMAGO
Menschlicher Körper mit Bauchspeicheldrüse
Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Pankreaskrebs gilt als eine der tödlichsten Krebsarten überhaupt. Nur etwa sieben bis acht Prozent der Patienten überleben die ersten fünf Jahre nach einer Diagnose. Häufig wird der Tumor zu spät erkannt und bildet Metastasen. Zudem kommt er oftmals nach einer Therapie wieder zurück. © Zoonar.com/ersin arslan/IMAGO
Leber
Auch wenn Leberkrebs relativ selten ist, so gehört er dennoch wegen seiner schlechten Prognose zu den häufigsten Krebstodesursachen. In Deutschland treten rund 9.500 neue Fälle im Jahr auf, bei ungefähr 8.000 Todesfällen. Das relative 5-Jahres-Überleben sowohl bei Männern als auch bei Frauen liegt bei etwa 15 Prozent. Die Prognose hängt dabei vom Zustand der Leber und vom Stadium der Krebserkrankung ab. © Science Photo Library/IMAGO
Person hält Zigarette in der Hand
Rauchen bzw. Tabakkonsum ist der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs, dessen Prognose in der Regel ebenfalls ungünstig ist. Laut RKI liegt die relative 5-Jahres-Überlebensrate bei Frauen bei rund 21 Prozent, bei Männern bei rund 15 Prozent. Auch hier unterscheiden sich die Überlebensaussichten jedoch deutlich nach dem Stadium der Krebserkrankung. Allerdings wird Lungenkrebs meist spät entdeckt, da er im frühen Stadium meist keine Beschwerden verursacht.  © ETfoto/IMAGO
Frau hält Modell von Gehirn in Händen
Das zentrale Nervensystem (ZNS) befindet sich im Schädel und im Wirbelkanal in der Wirbelsäule. Es umfasst alle Nerven und Nervenbahnen im Gehirn und Rückenmark. Krebserkrankungen des ZNS betreffen zu 95 Prozent das Gehirn, während sich die restlichen fünf Prozent auf vier Bereiche verteilen: das Rückenmark, Hirn- und Rücken­marks­häute und Hirn­nerven. Krebserkrankungen des ZNS zählen zu den gefährlicheren Krebsarten. Bei Männern liegt demnach die relative 5-Jahres-Überlebensrate für bösartige ZNS-Tumore bei 21 Prozent, für Frauen bei 24 Prozent. Trotz Forschung sind die genauen Ursachen für die verschiedenen Hirntumore weitgehend unklar. Über die Risikofaktoren ist deshalb wenig bekannt.  © Mareen Fischinger/IMAGO
Person hält sich Hände an Bauch
Gallenblasenkrebs und Gallengangkrebs kann sich unter anderem durch Bauchschmerzen im oberen Bauch bemerkbar machen. Schuld daran sind bösartige Tumore in der Gallenblase beziehungsweise in den Gallenwegen. Nur wenige Patienten mit der Krebserkrankung sind fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben. Die relativen 5-Jahres-Überlebensraten bei bösartigen Tumoren der Gallenblase und der Gallenwege betragen bei Männern 20 Prozent und für Frauen 17 Prozent und sind damit relativ niedrig. © Iordache Magdalena/IMAGO
Speiseröhre
Auch der Speiseröhrenkrebs zählt zu den Krebsarten mit ungünstigen Überlebensaussichten. Mit einer Rate von circa 90 Prozent ist er bezogen auf die Mortalitätsrate (Anzahl der Gestorbenen im Verhältnis zu den Erkrankten) mit am tödlichsten. Jedoch ist die Anzahl der Erkrankten bei dieser Krebsart auch niedriger. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt für Männer bei 22 Prozent, für Frauen bei 24 Prozent. Alkohol, Rauchen und Übergewicht zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren. © Science Photo Library/IMAGO
Frau bekommt Magenspiegelung
Die wichtigste und aussagekräftigste Untersuchung, um einen Magentumor feststellen zu können, ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Da die Krebserkrankung häufig erst spät erkannt wird, ist sie meist nicht mehr heilbar. Das macht die Prognose der Lebenserwartung bei Magenkrebs relativ ungünstig. Fünf Jahre nach der Diagnose lebt etwa nur noch ein Drittel der Betroffenen. Zwar haben sich laut RKI die Überlebensaussichten in letzter Zeit verbessert. Allerdings bleiben sie im Vergleich zu anderen Krebsarten immer noch ungünstig. Bei Frauen liegt die relative 5-Jahres-Überlebensrate demnach bei 37 Prozent, für die Männer bei 34 Prozent. © Kzenon/IMAGO
Eierstock
Eierstockkrebs ist um ein Vielfaches tödlicher als beispielsweise Brustkrebs. Laut RKI sind die Überlebensaussichten von Patientinnen mit Eierstockkrebs relativ schlecht. Aktuell liegt die relative 5-Jahres-Überlebensrate bei 42 Prozent. Je früher die Krankheit jedoch erkannt wird, desto besser sind die Überlebenschancen. Da die Symptome allerdings unspezifisch sind, ist eine Früherkennung des sogenannten Ovarialkarzinoms kaum möglich. So überleben nur knapp 50 Prozent der betroffenen Frauen nach fünf Jahren mit dem Krebs. © Zoonar.com/ersin arslan/IMAGO
Knochenmark
Eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks wird als Multiples Myelom bezeichnet. Dabei stellt es eine bösartige Vermehrung Antikörper produzierender Plasmazellen dar. Die Erkrankung tritt meist zuerst im Knochenmark auf, wo sie häufig mehrere Erkrankungsherde (z.B. Knochenbrüche, Blutbildveränderungen) bildet. Mit einer relativen 5-Jahres-Überlebensrate von 54 Prozent bei Frauen und 56 Prozent bei Männern ist auch ihre Prognose eher ungünstig. So ist mit einer dauerhaften Heilung in der Regel nicht zu rechnen. © Zoonar.com/ersin arslan/IMAGO

Bilden sich lebensbedrohliche Metastasen, nachdem der Haupttumor bereits entfernt ist, sprechen Mediziner von einer sogenannten „concomittant tumor resistance“, also einer „begleitenden Resistenz“. Der ursprüngliche Tumor unterdrückt demnach das Wachstum von Metastasen. Als Ursache dafür kommen verschiedene Botenstoffe infrage. Welche Botenstoffe der Tumor in das umliegende Gewebe abgibt, konnten Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Medizinischen Fakultät Mannheim nun entschlüsseln.

Krebsforschung: Bestimmte Botenstoffe sind krebsfördernd

In ihrer Studie, die sie im Fachmagazin „Journal of Experimental Medicine“ veröffentlichten, untersuchte das Team um Hellmut Augustin die den Botenstoff Angiopoietin-like 4 (ANGPLT4). „Wir sind auf diesen Botenstoff schon vor Jahren aufmerksam geworden, weil es dazu viele Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen gab“, erklärte Studienautor Hellmut Augustin gegenüber Focus Online. Bereits frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass der Botenstoff krebsfördernd sei.

Im Körper ist der Botenstoff für folgende Vorgänge verantwortlich:

  • Angiopoietin-like 4 (ANGPLT4) wird von den Zellen des Primärtumors gebildet und unterstützt dessen Wachstum.
  • Gleichzeitig scheint ANGPLT4 das Wachstum von Metastasen jedoch auch zu hemmen.

Diese beiden Eigenschaften führen die Wissenschaftler darauf zurück, dass der Botenstoff sich im Körper in zwei Fragmente abspaltet. Die Eigenschaften, die das Wachstum des Tumors fördern, befinden sich im sogenannten c-Fragment. Die antitumoralen Eigenschaften dagegen im n-Fragment. Weitere Studien an Mäusen und Tumorpatienten zeigten zudem, dass das c-Fragment vor allem im Tumor und das n-Fragment fast ausschließlich im Blut vorkommt.

Krebsforschung: Weitere Studien notwendig

Ähnliche Beobachtungsstudien an Patienten mit schwarzem Hautkrebs zeigten laut den Forschern, dass sich bei Abnahme der Konzentration des n-Fragments im Blut die Überlebensprognosen von Betroffenen mit Metastasen verschlechterten. Das n-Fragment wirkt also protektiv. Bei Mäusen bewirkte das n-Fragment zudem die Unterdrückung der Metastasen-Bildung. Langfristig könnte diese Erkenntnis also die Überlebensprognosen von Patienten erhöhen.

Trotzdem raten die Forscher zu Geduld. Denn obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, bedarf es weiterer Studien. So sei die Entdeckung der Substanz ein wichtiger Schritt in der Krebsforschung. „Dass wir in naher Zukunft die Metastasenbildung verhindern können, das lässt sich daraus noch nicht ableiten“, erklärte Studienautor Hellmut Augustin.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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