- VonJulian Kaiserschließen
Telekom-Kunden sollten sich aktuell vor einer Phishing-Mail in Acht nehmen. Ein unbedachter Klick auf einen Link könnte Betrügern Tür und Tor öffnen.
Bremen – Beim Blick ins E-Mail-Postfach wird dem ein oder anderen Telekom-Kunden womöglich eine ungewöhnliche Mail mit dem Betreff „➁ Neue Sprachnachrichten“ aufgefallen sein. Der Kunde soll sich eine angebliche Sprachnachricht anhören, die am 12. Juni versandt worden sein soll. Dahinter steckt jedoch eine perfide Betrugsmasche.
Betrüger wollen Telekom-Nutzer durch eine Phishing-Mail aufs Kreuz legen
Die Verbraucherzentrale erklärt, dass sich hinter der angeblichen Telekom-Mail ein Phishing-Versuch verbirgt. Dabei wollen Betrüger mithilfe eines Vorwands ihre Opfer dazu bringen, unbedacht auf Links zu klicken. Geschieht das, können die Kriminellen im schlimmsten Fall auf Kundendaten zugreifen und auf Kosten ihrer Opfer auf Shoppingtour gehen.
Auch die Installation von Malware, also von Schadsoftware, könnte die Konsequenz eines undurchdachten Klicks sein. Ist so eine Software installiert, können Kriminelle ihre Opfer erpressen. Für Verbraucher kann der Preis für einen unbedachten Klick also hoch sein. Auch Betrugsversuche über das Telefon nehmen zu, sodass Verbraucher bei bestimmten Nummern besser erst gar nicht ans Handy gehen sollten.
Verbraucher sollten Aufforderungen in Phishing-Mails niemals nachkommen – Sonst kann es teuer werden
Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werden „die volkswirtschaftlichen Schäden von Cyber-Delikten, die mit gezielten Phishing-Attacken beginnen, (...) in Deutschland pro Jahr mindestens auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt“.
Vor dem Hintergrund dieser potenziellen Gefahren sollten Adressaten der vermeintlichen Telekom-Mail auf keinen Fall der Aufforderung des dubiosen Absenders nachkommen. Auch wenn die Betrüger alles daran setzen, die Neugier ihres Opfers zu wecken:
Betrugsopfer sollten auf Fehler in Phishing-Mails achten – Telekom-Betrügern unterläuft ein Fauxpas
Auch wenn die Zahl der Grammatik- und Rechtschreibfehler laut dem BSI in der Vergangenheit immer geringer worden ist, unterlaufen dem ein oder anderen Betrüger dennoch auffällige Fehler. In der Telekom-Mail wechselt der Absender von der höflichen „Sie“-Formulierung im letzten Satz in die „Du“-Form.
Das ist ein klares Anzeichen dafür, dass hier Betrüger am Werk sind und spricht auch für den dubiosen Charakter der ungewöhnlichen Telekom-Mail. Die Verbraucherzentrale erklärt, dass genau diese „abschließende Abschiedsgrußformel mit unförmlicher Anrede“ auf „eine unseriöse Quelle“ hindeute.
Verbraucher sollten Mail umgehend in den Spam-Ordner verschieben – BSI rät zur Vorsicht
Finden Kunden solche E-Mails in ihrem Postfach, sollten sie diese umgehend in den Spam-Ordner verschieben, rät das BSI. Außerdem sollte man nicht auf derartige Mails antworten, um den Betrügern nicht doch noch die Chance zu geben, einen unvorsichtigen Klick zu provozieren.
Wer sich unsicher ist, ob es sich bei einer Mail um einen Phishing-Versuch handelt, sollte laut dem BSI auf diverse Merkmale achten. Dazu zählen:
- Ein vorgegaukelter dringender Handlungsbedarf
- Eine mögliche Drohung
- Die Frage nach vertraulichen Daten, wie der PIN für den Online-Bankzugang
- Links oder Formulare
- Ein ungewöhnliches Anliegen einer an sich vertrauenswürdigen Organisation
Über weitere Hinweise und Handlungsorientierungen können sich Verbraucher auf der Homepage der Bundesbehörde informieren. Denn die Betrüger werden nicht müde, immer wieder neue Betrugsmails zu versenden. Wie RUHR24 berichtet, waren im Frühjahr 2023 auch Bank-Kunden wegen einer dreisten Phishing-Masche in Gefahr. Doch auch, wer einen Urlaub plant, sollte sich in Acht nehmen: Betrüger lauern auch hinter falschen Reise-Angeboten im Internet.
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