VonRomina Kunzeschließen
Der DB Navigator bekommt einen neuen Anstrich: neues Design, neue Funktionen – alte Probleme? Reisende kritisieren allen voran die fehlende Übersichtlichkeit.
München – Lange wurde darüber spekuliert, nun rollt die Deutsche Bahn schrittweise das neueste Update für ihre App aus. Und mit ihr neben neuen Funktionen auch ein neues Design. Überzeugt sind von dem neuen Vertriebssystem aber längst nicht alle Nutzer. Auf X (Twitter) finden sich reihenweise Beiträge von unzufriedenen Reisenden.
Nach dem Update scheint der DB Navigator in den Augen vieler Nutzer seinen Namen nur noch wenig Ehre zu machen – es kränkelt vor allem an der Übersichtlichkeit, so der übereinstimmende Tenor in den sozialen Medien.
Reisende genervt vom DB Navigator-Update: „Genießer von Windows 95 werden es noch kennen“
Mit dem Schlagwort „Smarter reisen“ informiert die Deutsche Bahn in einer Pressemitteilung über das neue Update (Version 24.1.0) ihrer App. Doch weder die „weiterentwickelten Funktionen“, noch der Akku sparende „Dark-Mode“ oder die „optimierte Benachrichtigungen zur Reise“ scheint für das Gros der Reisenden den Ausschlag zu geben. „Einfach und schnell“ soll sich die App laut der DB-Ankündigung heißt bedienen lassen. Doch nur die wenigsten Nutzer in den sozialen Netzwerken scheinen das so zu empfinden.
Im Gegenteil: Unübersichtlich, überlastet und unvollständig, so das vernichtende Urteil vieler im Netz. War die vorherige Version noch passabel, verschlechtere das Update alles, was vorher noch Zuspruch von vielen genoss, schreibt ein X-Nutzer. „Nach dem großen Update ist die App leider überhaupt nicht mehr zu gebrauchen“, so sein Fazit. Damit bewahre sich die Deutsche Bahn „die gute alte Tradition der Updates, die Dinge schlechter machen, die Genießer noch von Windows 95 kennen“.
Deutschlandticket, Bahncard und Co. sind nach Update weg
Steht eine Reise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an, sollte vorab öfters mal präventiv die App geöffnet werden. Denn ist das automatische Update auf dem Handy aktiviert, kann mitunter das Update unerwartet aufgespielt sein – und die bestehenden Ticket-Abos damit erst einmal weg. Äußerst ungünstig für denjenigen, dem in diesem Moment der Kontrolleur gegenübersteht.
@DB_Bahn
— Frau Müller (@FrauMll50260758) September 30, 2023
Das Update der App ist eine Frechheit.
Ich komme nicht mehr an mein Deutschlandticket, meine Bahncard. Viele Funktionen gibt es nicht mehr. Bei einigen Funktionen wird man zum Bahn-Server geleitet, der überlastet ist.#Wissing - Digitalversager. Treten Sie zurück!
Wer erwartet, wie gewohnt sein Deutschlandticket oder die Bahncard direkt auf der Startseite der App vorzufinden, wird mitunter eines Besseren belehrt. Nach dem Update müssen sich Nutzer neu anmelden und die bestehenden Abos mit der Auftragsnummer nochmals in der App hinterlegen. Das erfordert mitunter Spitzfindigkeit; hat man sie nicht weitsichtig irgendwo gespeichert oder abgeheftet, kann noch darauf hoffen, die Bestätigungsmail des Abos nicht gelöscht zu haben. Darin findet sie sich auch. Ansonsten ist man auf die Hilfe des Kundenservice der Deutschen Bahn angewiesen.
Ist diese Hürde genommen, finden sich Deutschlandticket und Co. fortan unter dem Reiter „Reisen“, die in einem Balken unten angezeigt werden. Nutzer mit weniger Fortune landen jedoch womöglich im IT-Limbus der DB-Homepage – und werden mit der Fehlermeldung eines überlasteten Servers vertröstet. So wie es der X-Nutzerin „Frau Müller“ erging. „De- und neuinstallieren kann helfen“, rät ein anderer User.
Technische Probleme mit App: Nutzer lassen kein gutes Haar an Bahn-Update
Finden sich einige Nutzer nicht auf Anhieb mit der neuen Aufteilung zurecht, bemängeln andere, dass gewohnte Verbindungen schlichtweg nicht mehr angezeigt werden. Auf Informationen zum Gleis ihrer Bahn suchen einige vergebens, aktuelle Auskünfte über Verspätungen werden im Reiseplan mitunter ebenfalls vermisst. Andere berichten von technischen Problemen beim Login, bei manchen startet die App erst gar nicht.
Dabei sollte das Update nach Bahn-Mitteilung eigentlich dazu beitragen, Reisende digital besser zu informieren. Kritik erntete die Deutsche Bahn für mangelnde Verbraucherfreundlichkeit zuletzt im Zwischenfazit zum 49-Euro-Ticket. Etliche unzufriedene Verbraucher sind deshalb jüngst wieder auf das Auto umgestiegen. (rku)
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