Große Unterschiede

Preisfalle im Supermarkt: Bei diesen Aufdrucken sollten Verbraucher genau hinschauen

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Nicht immer lässt die Größe der Verpackung auf den Inhalt schließen. Verbraucherschützer raten daher, bei Produkten auf gewisse Details zu achten.

Kassel – Mit den steigenden Lebensmittelpreisen ist ein Trick der Hersteller wieder in den Fokus vieler Verbraucher geraten. Große Verpackungen, deren tatsächlicher Inhalt jedoch wesentlich überschaubarer ist. Immer wieder erreichen die Verbraucherzentrale Meldungen enttäuschter Kunden. Illegal ist diese Praxis jedoch nicht und manchmal führt auch kein Weg an einer etwas größeren Verpackung vorbei. In der September-Ausgabe hat Stiftung Warentest sich mit dem Problem befasst und im Gespräch mit Verbraucherschützern einige Tipps für Verbraucher gesammelt.

Bei Aufdrucken wie „neue Rezeptur“ sollten Verbraucher im Supermarkt Preis und Füllmenge prüfen

Vorsicht ist beispielsweise bei Hinweisen auf eine „neue Rezeptur“ oder „bessere Qualität“ geboten, heißt es auf der Webseite der Verbraucherzentrale. Oft würden Hersteller die Menge des enthaltenen Produktes anpassen, nicht jedoch den Preis. Dieses Phänomen nennt man Shrinkflation.

Auch bei Aktionspackungen sollte man nicht direkt zugreifen und stattdessen erstmal nachrechnen, ob man wirklich ein Schnäppchen macht. Oder aber auf eine Mogelpackung hereinfällt. Eine Möglichkeit ist es, sich Preis und Füllmenge aller Produkte, die man regelmäßig kauft, zu notieren.

Mehr für weniger zahlen: Das passiert schnell, wenn man beim Einkaufen nicht genau hinschaut. Verbraucher, die wissen, worauf man achte sollte, können diese Preisfalle jedoch gekonnt umschiffen.

Verbraucher sollten bei nachhaltigen Verpackungen ebenfalls genau hinschauen

Immer mehr Kunden sind auch bereit, für nachhaltige Produkte auch etwas mehr zu zahlen. Das ist eine durchaus positive Entwicklung, erfordert jedoch ein umso genaueres Hinschauen beim Einkauf. Denn: Viele als umweltfreundlich beworbene Produkte sind unterm Strich gar nicht so nachhaltig.

So wies etwa Elena Schägg von der Deutschen Umwelthilfe im Gespräch mit Stiftung Warentest (Ausgabe 09/2023) auf folgendes hin: „Einweg-Karton-Verpackungen haben oft eine viel schlechtere Öko-Bilanz als Leichtplastik.“ Auch Materialgemische, die neben Plastik beispielsweise einen Anteil Papier oder Bambus enthalten, werden oft angepriesen. In der Theorie ist das Produkt dadurch nachhaltiger, aber „so etwas erschwert das Recycling nur“, erklärte Schägg.

Verpackungen aus Monomaterial sind zumindest im Hinblick auf Recycling die bessere Alternative. Noch besser ist jedoch, soweit möglich, ganz auf Verpackungen zu verzichten. „Aus ökologischer Sicht ist grundsätzlich möglichst wenig Verpackung oder eine Mehrwegverpackung die beste Wahl“, rät auch Jana Fischer von der Verbraucherzentrale Hamburg gegenüber Stiftung Warentest. Das geht zum Beispiel in einem Unverpackt-Laden – diese werden immer beliebter. (sp)

Rubriklistenbild: © Michael Bihlmayer/Imago

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