VonJuliane Gutmannschließen
Viele Faktoren beeinflussen, ob wir gesund alt werden. Eine neue Studie zeigt jetzt auf, dass auch eine in Energydrinks enthaltene Substanz die Zellen jung hält.
Der Ruf von aufputschend wirkenden Drinks ist eher schlecht. Wer einmal eine Überdosis Energydrinks erwischt hat, weiß: Spaßig ist dieser Zustand nicht. Denn die enthaltenen Substanzen, allen voran Koffein, können Nebenwirkungen entfalten. Dazu zählen Schlafstörungen, Herzklopfen bis hin zu Angstzuständen und Herzrhythmusstörungen. Auch die Verbraucherzentrale warnt davor, zu häufig zu Energydrinks zu greifen. Die Begründung: Der süße Geschmack der Getränke übertüncht den bitteren Geschmack von Koffein. Infolge kommt es schnell zu Überdosierungen.
Energydrinks enthalten meist 32 Milligramm Koffein pro 100 Milliliter. Das entspricht der gesetzlichen Höchstmenge, informiert die Verbraucherzentrale. Neben Koffein zählen auch häufig folgende Substanzen zu den Inhaltsstoffen: Zucker und/oder Süßungsmittel, Säuerungsmittel, Vitaminmischungen und Taurin.
Letztere ist eine Aminosäure, die einem internationalen Forscherteam zufolge den Alterungsprozess positiv beeinflusst.
Taurin soll Zellen und Organe jung halten
„Eine Supplementierung mit Taurin verlangsamte wichtige Marker des Alterns wie erhöhte DNA-Schäden, Telomerase-Mangel, beeinträchtigte mitochondriale Funktion (...). Der Verlust von Taurin beim Menschen wurde mit altersbedingten Krankheiten in Verbindung gebracht“, heißt es vonseiten des Forscherteams um den bereits verstorbenen Parminder Singh vom National Institute of Immunology im indischen New Delhi. Auch Entzündungen würden durch Taurin gedämpft werden, heißt es in der Studie.
Untersucht hatten die Forschenden die Effekte einer Taurin-Supplementierung an Mäusen und Affen. Dabei hatten sie festgestellt, dass sich die Funktion von Knochen, Muskeln, Bauchspeicheldrüse, Gehirn, Darm und Immunsystem verbessert hat. Die Chance auf eine insgesamt längere Lebensdauer wäre so höher, so die Wissenschaftler.
Auch Sport erhöht Taurin-Konzentration im Körper
Ob die Erkenntnisse, die die Forschenden im Tierversuch gewonnen haben, auch bei Menschen anwendbar sind? „Um herauszufinden, ob Taurinmangel auch beim Menschen eine Ursache für das Altern ist, sind langfristige, gut kontrollierte Studien zur Taurinsupplementierung erforderlich“, so die Forschenden.
Gut zu wissen: Auch Sport kann die Taurin-Konzentration im Körper steigern, heißt es in der Studie.
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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.
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