Lange Wartezeiten beim Waschen

Warum dauert die letzte Minute bei der Waschmaschine so lange?

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Die letzte Minute bei der Waschmaschine zieht sich endlos. Häufig kommt es vor, dass man doch länger wartet, als die Zeitangabe anzeigt – daran kann es liegen.

Kassel – Beim Wäschewaschen muss man geduldig sein. Denn immer wieder kommt es vor, dass man eine Wäsche anschmeißt und dann trotz der angegebenen Zeitangabe vor einer noch laufenden Waschmaschine steht und wartet. Die letzte Minute des Schleudergangs dauert gefühlt ewig. Das nervt. Angesichts steigender Strom- und Energiepreise wollen viele Verbraucher sparen, wo es nur geht. Gerade im Haushalt gibt es einige Stromfresser. Mit einfachen Tricks können Stromkosten gesenkt werden. Es gibt noch weitere Maßnahmen, die unternommen werden können, um Strom und Gas zu sparen.

Wer schon mal die letzte Minute abgewartet hat, wird aber schnell bemerkt haben, dass sie häufig länger dauert als 60 Sekunden. Dafür kann es verschiedene Gründe geben.

Warum die Waschmaschine oft länger braucht als erwartet (Symbolbild)

Waschmaschine: Warum die letzte Minute beim Waschen so lange dauert – das steckt dahinter

„Grundsätzlich ist es so, dass bei unseren Waschmaschinen jeder Prozessschritt mit einer erwarteten Durchlaufzeit angegeben wird“, erklärt Maria Beltran von der Robert Bosch Hausgeräte GmbH gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Folglich gibt die Waschmaschine die Zeit in Minuten an, die für diesen Vorgang programmiert ist. „Allerdings kann es im finalen Schleudergang passieren, dass beispielsweise Wäscheknäuel entstehen. Das führt wiederum zu einer Unwucht, auf die die Maschine reagiert, in dem sie diese versucht auszugleichen. Das beansprucht etwas Zeit, bis der normale Vorgang weiterlaufen kann. Die Zeitangabe bleibe trotzdem unverändert“, so Beltran weiter.

Wie das Verbraucherportal CHIP schreibt, gibt es aber noch weitere Gründe, warum die letzte Minute bei der Waschmaschine oft länger dauert:

  • Falsche Beladung der Wäsche: Zu viel Wäsche kann zu einer Verzögerung der Waschdauer führen. Anstatt dass die Kleidungsstücke gleichmäßig an den Rand der Trommel gedrückt werden, gerät sie bei zu viel oder zu wenig Wäsche in ein Ungleichgewicht. myHOMEBOOK zufolge erkennt das Gerät, dass die Trommel unrund läuft und bricht das Schleudern ab, um Schäden zu vermeiden. Die Trommel dreht sich dann rückwärts, um die Wäsche gleichmäßiger zu verteilen. Da dies bei einzelnen großen Teilen aber nicht gut funktioniert, wiederholt die Maschine den Vorgang so lange, bis sie schließlich den Waschgang ohne Schleudern beendet. 
  • Zu viel Waschmittel: Auch die Dosierung des Waschmittels kann für die Verzögerung eine Rolle spielen. Wird zu viel Waschmittel verwendet, bildet sich mehr Schaum. Das Waschprogramm spült so lange Wasser nach, bis er sich aufgelöst hat. Es gibt keine Faustregel für die richtige Dosierung des Waschmittels. Um Waschmittel zu sparen, sollten man besonders dreckige Kleidung vor dem Waschgang dementsprechend einweichen oder mit Fleckentferner behandeln.
  • Kaltes Wasser und Wasserdruck: Ist die Waschmaschine an einem Kaltwasseranschluss, kann der Waschvorgang länger dauern. Die Maschine muss das Wasser erst erhitzen. Besser ist es, das Gerät an einem Anschluss mit warmem Wasser anzuschließen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Stromkosten. Auch geringer Wasserdruck sorgt für lange Wartezeiten.  Kommt das Wasser nämlich mit zu wenig Druck aus dem Zulauf, dauert das Befüllen länger. 
  • Ungenaue Zeitangaben: Die Zeitangaben auf der Waschmaschine gelten eher als Richtwert. Viele Modelle berechnen die Zeit bei optimalen Bedingungen für das Waschprogramm. Variieren Beladung, Wasserdruck, etc. ändert sich die Dauer des Waschgangs.

Waschmaschine: Mit diesen Tipps dauert der Waschgang wie geplant

Es kann passieren, dass die gleiche Menge Wäsche mal kürzer und mal länger dauert. Wenn die Waschmaschine früher fertig ist, kann das laut Expertin der Robert Bosch Hausgeräte GmbH daran liegen, dass sie nicht voll beladen ist. Sprich, wenn man die Kilozahl für das ausgelegte Baumwollwaschprogramm nicht erreicht hat. „Generell seien Waschmaschinen mit Sensoren ausgestattet, die messen, wie viel Wäsche vorhanden ist und wie sehr das Wasser verschmutzt ist. Daraufhin werde der Prozess angepasst, so die Expertin.

Laut dem Online-Magazin für Haus und Garten myHOMEBOOK gibt es Tipps, wie man unnötige Wartezeiten vermeiden kann:

  • In manchen Zulaufschläuchen befindet sich ein Sieb, das Schmutz zurückhalten soll. Ist das Sieb verstopft, läuft das Wasser mit zu wenig Druck ein. Prüfen und reinigen Sie es gegebenenfalls.
  • Achten Sie auf die Dosierungsanweisungen beim Waschmittel. Zu viel Pulver kann zu einer großen und unnötigen Schaumbildung führen. Zudem sollte geeignetes Waschmittel verwenden werden: Wollwaschmittel erzeugt beispielsweise viel Schaum, weshalb sie dabei auch weniger Wäscheteile in die Trommel geben sollten.
  • Beim Beladen sollten Sie vermeiden, einzelne, große Stücke zu waschen. Mischen Sie stattdessen große und kleine Textilien, damit sich die Wäsche besser verteilen kann. Dadurch vermeiden Sie Unwucht, die auf Dauer das Gerät beschädigen kann.

Kurzwaschprogramme von Waschmaschinen sind eine tolle Sache, doch Verbraucher sollten lieber darauf verzichten, weil sie gravierende Nachteile mit sich bringen können. Viele machen auch den Fehler, Wäsche bei 40 Grad zu waschen. Nicht immer ist das sinnvoll. Bei 30 Grad zu waschen ist zwar umweltschonend und energiesparend, aber birgt auch gewissen Risiken. Denn die Maschine kann schnell zur Bakterienschleuder werden. Es gibt aber auch Tipps und Tricks zum Sparen beim Wäschewaschen. (Vivian Werg)

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