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Welpenanschaffung trotz Vollzeitjob: Ist das machbar?

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Der Wunsch nach einem niedlichen Welpen als Familienmitglied ist bei vielen groß. Wie eine Anschaffung trotz Arbeit zu meistern ist, lesen Sie hier.

Bevor Sie für sich oder Ihre Familie einen Welpen anschaffen, sollten Sie im Vorfeld gründlich überlegen, ob Ihr Termin- und Zeitplan genügend Freiraum für das Fellknäuel lässt. Der Zeitaufwand, den ein Welpe mit sich bringt, ist um einiges höher als bei einem erwachsenen Hund. Aber: Auch mit einem Vollzeitjob ist es möglich, einen Welpen zu halten.

Die Welpenzeit ist prägend für das Hundejunge

Gerade in der Anfangszeit ist es besonders wichtig, den Welpen nicht alleine zu lassen: In den ersten zwei bis drei Monaten nach dem Einzug des Babyhundes ist an eine Gewöhnung zum Alleinlassen nicht zu denken. Sollten Sie also feststellen, dass ihr Leben eine solch intensive Betreuung aktuell nicht zulässt, wäre ein älterer Hund wahrscheinlich die bessere Wahl. Hundeexperten weisen darauf hin, nur dann einen Welpen bei sich aufzunehmen, wenn seine bedarfsgerechte Haltung zu jeder Zeit gewährleistet ist. Der Hund wird immerhin für 12 bis 15 Jahre ihr treuer Gefährte sein und hat es verdient, in dieser Zeit so tierfreundlich und liebevoll wie möglich behandelt zu werden.

Selbst ausgewachsene Hunde sollte man im Optimalfall nicht länger als vier Stunden alleine zu Hause lassen. Da liegt es nahe, weshalb darauf geachtet werden sollte, Hundewelpen nicht alleine zu lassen, selbst dann nicht, wenn Sie nur den Müll nach draußen bringen. Die erste Zeit, nachdem der kleine Welpe von seiner Mutter und den Geschwistern getrennt wurde, ist besonders sensibel und sollte daher zu jeder Zeit gut überwacht werden.

Für die Erziehung eines Welpen sollten Sie viel Zeit haben. Mit den richtigen Tricks klappt das Welpen-Training trotz Arbeit.

In der Welpenzeit entwickeln sich im Gehirn die Nervenverbindungen, die das Hundebaby für die Anpassung an seine Umwelt benötigt. In dieser Zeit lernt der Welpe, mit der Welt, in der er lebt, umzugehen und neue, unbekannte Situationen zu bewältigen. Er muss erlernen, Teil einer Gemeinschaft zu sein und sich darin ein- oder unterzuordnen. Außerdem lernt das Hundejunge, die Sprache seiner Sozialpartner – Menschen und andere Hunde – zu verstehen. Es ist daher in Ordnung, wenn er sich völlig auf Sie fixiert und Ihnen auf Schritt und Tritt nachläuft.

Kann der Welpe alleine bleiben, wenn ich in die Arbeit gehe?

Bis zu einem Alter von 18 bis 20 Wochen können Welpen keinesfalls alleine gelassen werden – auch dann nicht, wenn Sie zur Arbeit müssen. Ab diesem Zeitpunkt können Junghunde langsam und behutsam an das Alleinbleiben gewöhnt werden.

Arbeiten Sie Vollzeit außer Haus, müssen Sie im Vorfeld abklären, ob der Welpe zuverlässig mit ins Büro darf. Wird das nicht gestattet, sollten die Alternativen stimmen:

  • Sie können das Welpen-Sitting mit dem Partner oder innerhalb der Familie abstimmen.
  • Klären Sie die Möglichkeit, vom Homeoffice aus zu arbeiten.
  • Wohnen Familienmitglieder in Ihrer Nähe und sind ausdrücklich einverstanden mit einer Betreuungsaufgabe, lässt sich auch das organisieren.

Lassen Sie bei Freunden oder netten Nachbarn Vorsicht walten: Die gut gemeinten Pläne sind schnell über den Haufen geworfen und die sonst zuverlässige Freundin hat vielleicht doch keine Zeit, wenn es wichtig wäre.

Wieso können Welpen nicht alleine gelassen werden?

Prinzipiell können nur Hunde alleine gelassen werden, die es Stück für Stück gelernt haben. Sie plötzlich ganz alleine zu Hause zu lassen, würde jeden Hund, unabhängig vom Alter, überfordern. Als Folge könnten Trennungsängste entstehen oder bereits bestehende Ängste verstärkt werden. Lassen Sie Ihren Hund also niemals einfach so alleine, wenn Sie es davor nicht behutsam mit ihm geübt haben. Unter Umständen würden Sie damit ein Verhalten hervorrufen, mit dem Sie langfristig zu kämpfen hätten.

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Welpe alleine zu Hause lassen: wie lange und ab wann?

Im Laufe des vierten Lebensmonats können Sie damit beginnen, dem Junghund etwas Distanz beizubringen. So gewöhnt er sich ganz langsam daran, dass Sie sich nicht nur um ihn kümmern können.

Wann kann ich den Welpen alleine zu Hause lassen?

Bis Sie das Hundejunge mal alleine lassen können, vergeht einige Zeit. Das Training, bis Sie Ihren Junghund entspannt und mit gutem Gewissen für drei bis vier Stunden alleine zu Hause lassen können, dauert im Schnitt ein bis eineinhalb Jahre.

Mit vier Tipps: So gewöhnen Sie den Junghund langsam daran, alleine zu bleiben

Nach den ersten Wochen und Monaten haben Sie eine tiefe Bindung zu Ihrem jungen Familienmitglied aufgebaut, der Welpe orientiert sich an Ihnen und Sie sind seine Bezugsperson. Damit das Ende der Zweisamkeit nicht zu schmerzhaft für beide Parteien ausfällt, gibt es einige Tipps, die Sie beachten sollten. Wichtig ist, in kleinen Schritten vorzugehen, um den Welpen nicht zu überfordern. So riskieren Sie auch nicht, dass Ihr Babyhund die Situation als negativ abspeichert.

Denken Sie beim Training mit Ihrem Welpen stets daran: Beginnen Sie langsam und freuen Sie sich über die kleinen Erfolge. Am Anfang steht immer der schwierigste Part. Dranbleiben lohnt sich und Ergebnisse sind häufig schnell feststellbar.

  • Beginnen Sie damit, den Raum ohne Ihren Welpen zu verlassen: Nutzen Sie den Moment, wenn er auf seinem Lieblingsspielzeug kaut und ohnehin nicht bemerkt, dass Sie aus dem Raum gehen. Im Anschluss kommen Sie einfach wieder in das Zimmer zurück.
  • Wiederholen Sie diese Übung: Verlassen Sie mehrmals am Tag über einige Tage hinweg den Raum ohne den Welpen. Im Idealfall ist es ihm sogar egal, wenn Sie ohne ihn aus dem Zimmer gehen. Durch das Wiederholen lernt er, dass Sie auch zu ihm zurückkommen.
  • Klappen die Wiederholungen problemlos, können Sie das Haus oder die Wohnung kurz verlassen, die Türe hinter sich schließen und gleich wieder zurückkommen. Wichtig dabei: Verleihen Sie diesem Vorgang keine große Aufmerksamkeit, verabschieden Sie sich nicht vom Welpen und gehen Sie nicht großartig auf ihn ein, wenn Sie wiederkommen. Klingt komisch, hat aber eine große Auswirkung auf spätere Verhaltensweisen des Junghundes.
  • Steigern Sie die Zeitabstände langsam und unaufgeregt: Bringen Sie beispielsweise den Müll ohne Ihren Welpen nach draußen, gehen Sie zum Briefkasten, drehen Sie eine Runde ums Haus, warten Sie ein paar Minuten vor der Tür. Erhöhen Sie die Frequenzen Ihrer Abwesenheit langsam, aber stetig. Bei regelmäßigem Training und einem vertrauensvollen Verhältnis knacken Sie schnell die 30-Minuten-Marke.

13 Hunderassen, von denen Anfänger lieber die Finger lassen sollten

Welpe eines Australien Shepherd im Laub.
Der Australien Shepherd ist Fremden gegenüber wenig aufgeschlossen und braucht viel Bewegung pro Tag. © Sofiya Garaeva/Imago
Siberian Husky in Nahaufnahme.
Der Siberian Husky braucht sehr viel Auslauf pro Tag. © Design Pics/IMago
Drei Dackel sitzen nebeneinander vor einer Holzwand.
Ihre Größe verrät noch nichts über den Eigensinn der Dackel. © D. Maehrmann/Imago
Ein Border Collie liegt auf einer Wiese.
Border Collies sind anspruchsvoll, wenn es um ihre Auslastung und Beschäftigung geht. © Aida Martinez/Imago
Zwei Schäferhunde sitzen im Wald.
Als Wachhund ist der Schäferhund perfekt. Dafür braucht es aber eine strenge Erziehung. © Nikolai Tsvetkov/Imago
Ein Beagle-Welpe auf einer Wiese mit Spielzeug.
Süß, aber richtige Kläffer: Beagles müssen ihre Grenzen kennen, sonst wird es anstrengend. © Buffy1982/Imago
Ein Rottweiler am Strand.
Rottweiler brauchen eine strenge Erziehung und wollen gefordert werden. © cynoclub/Imago
Ein Weimeraner am Strand.
Weimeraner sind wunderschön, brauchen aber extrem viel Auslauf. © Markel Laskurain/Imago
Ein Akita liegt auf einer Wiese.
Akitas sind bekannt für ihren Eigensinn und ihrer Skepsis Fremden gegenüber. © cynoclub/Imago
Ein brauner Dobermann liegt auf dem Boden.
Der Dobermann beeindruckt mit seiner Größe und seinem Willen, zu beschützen. © gsdonlin/Imago
Deutscher Zwergspitz in Nahaufnahme
Klein, aber oho: Der Zwergspitz ist ein liebenswürdiger Dickkopf. © B. Rainer/Imago
Ein Chow Chow liegt auf dem Boden.
Der Chow Chow war ursprünglich ein Hütehund und braucht eine strenge Erziehung. © Ryhor Bruyeu/Imago
Shih tzu Hund, der im Laubhaufen sitzt.
Der Shih Tzu ist ein treuer, aber eigensinniger Begleiter des Menschen. © CSP_chaoss/Imago

Mithilfe dieser Tipps sowie viel Liebe und Geduld erziehen Sie einen Welpen, der Ihnen überall hin folgen möchte, zu einem unabhängigen Junghund, der souverän mit Ihrer Abwesenheit umgehen kann, ohne die Wohnung auf den Kopf zu stellen oder ungesunde Verhaltensweisen an den Tag zu legen.

Rubriklistenbild: © Zoonar/Imago

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