Gleichgewicht

Lebenserwartung: Einfacher Balance-Test lässt Rückschlüsse zu – wie lange können Sie auf einem Bein stehen?

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Krankheitsfälle in der Familie bis Lebensstil: Es gibt eine Reihe von Kriterien, die die Lebenserwartung beeinflussen. Auch ein einfacher Balance-Test gibt einer neuen Studie zufolge Aufschluss.

Wie lange lebe ich? Eine Frage, die die meisten verdrängen. Aus gutem Grund: Der Gedanke an das Lebensende ist nicht unbedingt erbaulich für die meisten Menschen. Für Forschende weltweit ist die Frage nach der Lebenserwartung allerdings eine medizinisch gesehen interessante. Unzählige wissenschaftliche Arbeiten befassen sich mit der Frage, welche Faktoren unser Leben verlängern oder verkürzen. Auch Anzeichen für einen frühzeitigen Tod werden empirisch untersucht.

Ein internationales Forscherteam kam zu dem Schluss, dass eine einfache Balance-Übung zeigen kann, wie es um die eigene Lebenserwartung steht. „Unser Ziel war es zu untersuchen, ob die Fähigkeit, einen 10-sekündigen einbeinigen Stand zu absolvieren, mit der Gesamtmortalität in Verbindung steht und ob sie über die üblichen demografischen, anthropometrischen und klinischen Daten hinaus relevante prognostische Informationen liefert“, so die Forschenden um Claudio Gill Araujo von der Exercise Medicine Clinic-CLINIMEX in Rio de Janeiro, Brasilien.

Schlechte Angewohnheiten können Ihre Leber zerstören

Frau geht joggen
Sport unterstützt den ­Stoffwechsel und kann Leberfett abbauen. Durch eine Fettleber steigt die Gefahr, Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Auch Herz-Kreislauf-Krankheiten werden durch eine verfettete Leber gefördert.  © Angel Santana Garcia/Imago
Weiße und rote Pillen liegen auf einer Fläche
Manche Medikamente, wie zum Beispiel Paracetamol, werden über die Leber abgebaut. Daher sollten Sie, wenn Sie Arzneien zu sich nehmen, stets den Beipackzettel studieren. Besonders dann, wenn Sie infolge der Einnahme unter Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder sogar Oberbauchbeschwerden leiden. Dann sollten Sie besser zu Ihrem Hausarzt gehen und checken lassen, ob es von den Medikamenten kommen könnte. © Imago
Sympolbild: Mann mit nacktem Oberkörper und großem Bauchumfang steht am Strand mit einer Entenmaske auf dem Kopf
Übergewicht bringt meist schwerwiegende gesundheitliche Folgen mit sich: Von Diabetes, über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu einer Leberverfettung. Denn überschüssiges Fett wird aus Ermangelung an Platz nicht nur in den Depots unter der Haut gelagert, sondern auch um die inneren Organe herum. Das sogenannte viszerale Fett soll Studien zufolge hochaktiv sein und Entzündungen an Leber und Co. auslösen können. Wer allerdings regelmäßig Sport treibt, der beugt Übergewicht und damit einer Leberschädigung vor. © Oscar Carrascosa Martinez/Imago
Toast mit Margarine-Flocken
Sie befinden sich in Burger, Kekse oder auch in der ach so gesunden Margarine: die Transfettsäuren. Dabei handelt es sich um künstliche Fette in stark verarbeiteten Lebensmitteln, welche bei übermäßigem Verzehr schnell zu Übergewicht führen können. Das haben jetzt auch Ernährungswissenschaftler erkannt – seitdem stehen sie in Verruf. Wer also in Zukunft darauf verzichten will, sollte stets auf die Zutatenliste einer Ware achten. Schließlich müssen die Transfettsäuren durch den Hinweis „…-Öl, zum Teil gehärtet“, gekennzeichnet sein. © Imago
Mann trägt Sixpacks: Cola und Fanta
Cola, Limo und Co. stehen schon lange in Verruf, dick zu machen. Außerdem enthalten diese oftmals den vermeintlich gesunden Fruchtzucker. Doch zu viel des Guten plus etwaiges Übergewicht sorgt für eine doppelte Vergiftung der überforderten Leber. Die Folge: eine nichtalkoholische Fettleber. Wenn sich diese zusätzlich entzündet, kann am Ende sogar eine Leberzirrhose drohen. © Michael Gstettenbauer/Imago
Frauen essen Wassermelone
Im Gegensatz zu Glukose muss Fruchtzucker, auch Fruktose genannt, erst in der Leber umgewandelt werden, damit es als Energielieferant den Zellen zur Verfügung stehen kann. Wer allerdings zu viel Fruchtzucker in Form von Obst isst, der soll Studien zufolge sogar eine Fettleber riskieren. Experten raten daher zu maximal 25 Gramm Fruktose pro Tag. Zum Vergleich: In 100 Gramm Apfel stecken bereits rund sechs Gramm Fruktose. © Imago

Zehn Sekunden stehen auf einem Bein: Balance-Test-Ergebnisse im Detail

Im Rahmen der Studie erfassten die Wissenschaftler die Gesundheitsdaten von 1.702 Personen (68 Prozent davon waren Männer) im Alter von 51-75 Jahren, die zwischen 2008 und 2020 gesammelt wurden. Die Probanden absolvierten auch den zehn-sekündigen einbeinigen Stand. Sieben Prozent der Studienteilnehmer verstarben während des durchschnittlichen Beobachtungszeitraums von sieben Jahren. Die meisten aufgrund von Krebs, gefolgt von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Corona-Komplikationen. Auffällig: Der Anteil der Todesfälle war bei denjenigen, die den Balance-Test nicht bestanden hatten, deutlich höher, nämlich 17,5 Prozent gegenüber 4,5 Prozent, wie auch das Ärzteblatt informiert.

Wie lange man auf einem Bein balancieren kann, sagt viel über den Gesundheitszustand aus.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Wie das Ärzteblatt weiter informiert, war die Unfähigkeit, zehn Sekunden lang ohne Unterstützung auf einem Bein zu stehen, mit einem um 84 Prozent erhöhten Risiko verbunden, innerhalb des nächsten Jahrzehnts an einer beliebigen Ursache zu sterben. „In einem bereinigten Modell, das Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index und Komorbiditäten berücksichtigte, verstarben die Menschen, die nicht länger als zehn Sekunden auf einem Bein stehen konnten, früher. Die Fähigkeit dazu dagegen war mit einer signifikant verbesserten Vorhersage des Mortalitätsrisikos verbunden“, so die Forschenden in ihrer Studie.

Mehr Informationen zur Studie „Successful 10-second one-legged stance performance predicts survival in middle-aged and older individuals“

Veröffentlichungsdatum: 21. Juni 2022

Untersuchungszeitraum: 2008 bis 2020; durchschnittlicher Beobachtungszeitraum von sieben Jahren

Veröffentlicht im British Journal of Sports Medicine

Umfang: 1.702 Studienteilnehmer

Studienautoren: Internationales Forscherteam um Claudio Gill Araujo von der Exercise Medicine Clinic-CLINIMEX in Rio de Janeiro, Brasilien

Rubriklistenbild: © Imago

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