Falter und Maden im Essen

Wer die Motten hat, sollte alle Lebensmittel überprüfen und die Tiere schnell bekämpfen

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Haben Sie Maden in den Lebensmitteln entdeckt oder eine Motte in der Wohnung? Keine Panik, Lebensmittelmotten sind wirklich eklig, lassen sich aber gut bekämpfen.

Im Garten dienen Motten zum Beispiel Fledermäusen als Nahrung, in der Wohnung oder gar im Essen möchten wir sie aber sicher nicht haben. Ein Befall mit Lebensmittelmotten ist gar nicht so selten. Was unansehnlich aussieht, kann schlimmstenfalls der Gesundheit schaden und sollte entsorgt werden, die Tiere lassen sich aber auch gut bekämpfen.

Lebensmittelmotten: So sehen sie aus und so können Sie sie bekämpfen

Neben anderen Plagegeistern in Haus oder Wohnung wie Kellerasseln, Spinnen, Wanzen oder Silberfischchen sind Lebensmittelmotten und ihre Larven wahrscheinlich die Schädlinge mit dem größten Ekelfaktor. Aber ist ihre Anwesenheit auch schlecht für die Gesundheit? Schaden entstehe laut Umweltbundesamt durch die Spinntätigkeit, den Kot und den Larvenfraß der Tiere. Zudem können sie Milben oder Pilze einschleppen, als Krankheitsüberträger gelten sie jedoch nicht, so das Umweltbundesamt weiter.

Ein Problem beim Verzehr befallener Lebensmittel: Sie könnten Hauterkrankungen, Allergien oder auch Magen-Darmerkrankungen auslösen. Daher gilt es, befallene Lebensmittel komplett zu entsorgen. Oft löst das alleine aber das Problem nicht.

Lebensmittelmotten: Das sind die häufigsten Arten

Lebensmittelmotten wie diese Dörrobstmotte werden auch mit dem Einkauf eingeschleppt.

Motte ist nicht gleich Motte. Wenn der Befall stärker ist, lohnt sich durchaus ein Blick auf die genaue Art. Folgende Lebensmittelmotten kommen in Europa häufig vor:

  • Mehlzünsler
  • Dörrobstmotte
  • Samenmotte (Braune Hausmotte)
  • Kornmotte
  • Mehlmotte

Einige davon finden sich vor allem in größeren Getreidelagern, aber auch im Haushalt fressen die Tiere gerne mit. Vor allem eingeschleppte Motten lassen sich kaum vermeiden, denn der Befall wird nicht immer sofort erkannt.

Lebensmittelmotten in Haus oder Wohnung erkennen Sie entweder an herumfliegenden erwachsenen Tieren oder an den Larven. Die kleinen „Maden“ sind im Gegensatz zu ihren Eltern tagaktiv. Sie erkennen Gartenfreunde an ihrer Spinntätigkeit, aber auch an Kotbröckchen und pulveriger Substanz in den Lebensmitteln. Oft ist der Befall schon ausgeprägt, wenn er festgestellt wird. Dann gilt es, befallene Lebensmittel unbedingt wegzuwerfen, alle anderen zu überprüfen und die Motten zu bekämpfen. Die Weibchen der Dörrobstmotte legen laut Umweltbundesamt bis zu 300 Eier in 14 Tagen, vorwiegend in Fugen und Ritzen. Auch diese gilt es, bei der Bekämpfung zu berücksichtigen.

10 Tierchen in der Wohnung, die wirklich harmlos sind – Silberfischchen bis Tausendfüßer

Eine Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris) auf einem Stein
Sieht aus wie eine Kakerlake, ist aber keine: Die harmlose Bernstein-Waldschabe ist im Gegensatz zum Schädling auch tagsüber aktiv. © blickwinkel/Imago
Eine Hauswinkelspinne auf einem aufgeschlagenen Buch
Hauswinkelspinnen sind zwar nützlich, aber in den eigenen vier Wänden kein gern gesehener Gast. © blickwinkel/Imago
Eine Gemeine Florfliege (Chrysoperla carnea) auf einem Blatt
Die Florfliege ist sogar ein Nützling: Nur etwa einen Zentimeter groß, aber eine Meisterin im Blattlausvertilgen. © imagebroker/Imago
Eine Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) auf Brombeere
Wespen sollte man sanft nach draußen geleiten – sie sind nur für Allergiker gefährlich © imagebroker/Imago
Ein Silberfischchen (Lepisma saccharina) auf Holz
Das Silberfischchen liebt hohe Luftfeuchtigkeit und huscht bei Licht betrachtet schnell weg. © blickwinkel/Imago
Ein Tausendfüßer auf einem Holzstück in der Nahaufnahme
Solange der Tausendfüßler nicht in Massen auftritt: Den Lästling einfach nach draußen kehren. © Panthermedia/Imago
Eine Grüne Stinkwanze (Palomena prasina), zwischen zwei Fingern
Wenn Stinkwanzen sich bedroht fühlen, geben sie einen fauligen Geruch ab. Darum nicht zerdrücken! © blickwinkel/Imago
Eine Gelbtafel mit Trauermücken
Trauermücken sind schädlich für Zimmerpflanzen, aber nicht für den Menschen. Gelbtafeln helfen am besten. © Panthermedia/Imago
Eine Menge Kellerasseln in Holzritze
Wenn so viele Kellerasseln herumwimmeln, ist dies ein Hinweis auf eine (zu) hohe Luftfeuchtigkeit im Raum. © blickwinkel/Imago
Ein Gemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia) auf einem Holzbrett
Ohrenkneifer oder Ohrwürmer sind für den Menschen vollkommen ungefährlich – sie krabbeln nachts auch nicht in die Ohren. © blickwinkel/Imago

Lebensmittelmotten: So beugen Sie vor und bekämpfen sie

Bereits beim Einkauf kann versehentliches Einschleppen oft verhindert werden. So beugen Sie einem Befall vor oder bekämpfen die Tiere:

  • Unversehrte Verpackungen: Auch dann könnten theoretisch noch Tiere eingeschlossen sein, aber eine unversehrte Verpackung minimiert das Risiko, Lebensmittelmotten mit nach Hause zu nehmen.
  • Nutzen sie verschließbare Gefäße: Vor allem beliebte Lebensmittel wie Mehl, Schokolade, Nüsse oder Getreide sollten nie offen herumstehen. Nutzen Sie dicht verschließbare Gefäße aus Kunststoff, Glas oder anderem Material.
  • Motten abschrecken: Als sogenannte Repellenzien nennt das Umweltbundesamt Duftstoffe wie Lavendel, Nelken, Zedernholz, Thuja, Patschuli und Pfefferminz. Wer eine Thujahecke, Lavendel oder Pfefferminz im Garten hat, kann sich also selbst helfen, wobei Öle natürlich konzentrierter sind.
  • Pheromonfallen: Sie seien laut Umweltbundesamt vor allem dazu geeignet, das Ausmaß des Befalls herauszufinden, reichen alleine aber nicht aus.
  • Gründlich reinigen: Das gilt für sämtliche Schränke oder Flächen, mit denen befallene Produkte oder die Motten Kontakt hatten. Hierfür eignet sich Essigwasser, für Ritzen oder Löcher ein Föhn.
  • Schlupfwespen: Sie vernichten die Motteneier und sobald sie ohne Motten keine Nahrung mehr finden, verschwinden auch die Wespen wieder. Schlupfwespen gibt es zu kaufen.

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Zur Not können auch Insektizide eingesetzt werden, wobei zu bedenken ist, dass Biozide immer auch die Umgebung schädigen können, also Kinder, Haustiere oder Sie selbst.

Rubriklistenbild: © Zoonar/Imago

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