Teurer Ausflug: Mann geht mit Python surfen und muss Strafe zahlen – Welche Regeln gelten bei uns?
VonSophie Kluß
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Der Strandausflug mit seiner Python hat einen Australier eine hohe Geldstrafe gekostet. Warum und welche exotischen Tiere in Deutschland als Haustiere gehalten werden dürfen, erfahren Sie hier.
Mit dem Haustier zum Strand, ein bisschen surfen und die freie Zeit einfach mal genießen. So ähnlich muss ein Australier gedacht haben, als er seine Python eingepackt hat und mit ihr südlich von Brisbane zum Surfen gefahren ist. Mit seinem Tier um den Hals stieg der Mann aufs Board und ritt einige Wellen. Doch der gemeinsame Ausflug endete teuer: Eine umgerechnete Strafe in Höhe von 1.400 Euro musste der Australier für seinen ausgefallenen Freizeitspaß bezahlen, wie Spiegel online berichtet.
Doch der Grund für die verhängte Geldbuße überrascht: Nicht weil er eine Rautenpython als Haustier hält, sondern weil er keine entsprechende Erlaubnis habe, die Schlange von ihrer „gemeldeten Adresse zu entfernen oder gar zum Surfen mitzunehmen“, habe die Behörden zur Strafe bewegt, so Spiegel. Demnach teilte das Umwelt- und Wissenschaftsministerium von Queensland mit, dass das Wasser für die Python sehr kalt gewesen sei. Zwar könnten die Kaltblüter schwimmen, Wasser würden sie für gewöhnlich dennoch meiden, so das Ministerium weiter.
Welche exotischen Tiere sind in Deutschland erlaubt?
So kurios sich die Geschichte auch anhören mag, ganz abwegig ist sie auch hier nicht. Denn auch in Deutschland ist die Faszination für exotische Wildtiere groß. So würden laut Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) hierzulande ebenfalls „viele Wildtiere in privaten Haushalten gehalten“ werden – und zwar meist völlig legal. Besonders beliebt seien demnach Vogelspinnen und Affen, genauso wie – wie im Fall des Australiers – Schlangen. Aber auch die Privathaltung von Pumas sei gemäß Spiegel keine Seltenheit.
Das Problem dabei sei jedoch, so das RND, dass es bisher keine bundesweite einheitliche Pflicht zum Nachweis der Haltungsbedingungen gebe und das trotz der Gefahren, die manche Wildtiere mit sich brächten. Die meisten Bundesländer haben diesbezüglich eigene Regelungen. Doch nur neun der 16 Bundesländer hätten laut Spiegel entsprechende Verordnungen und Gesetze, die sich jedoch voneinander unterscheiden würden. Streng seien demnach Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen: Hier ist das Halten von gefährlichen Tieren verboten, es sei denn, der Halter kann nachweisen, dass er mit den Tieren umgehen kann.
12 gefährliche Tiere, die Sie lieber meiden sollten
In Brandenburg dürfen beispielsweise Löwen gehalten werden, eine artgerechte Haltung vorausgesetzt. Auch die Haltung von Wildkatzen, Spinnen und sogar Krokodilen sei in den meisten Fällen erlaubt. Um den Tierschutz zu gewährleisten, würde die Bundesregierung aktuell das Tierschutzgesetz überarbeiten. Auch ein generelles Verbot wäre denkbar, denn: 81 Prozent aller Deutschen würden sich dem RND zufolge „ein vollständiges Verbot der privaten Wildtierhaltung wünschen.“
Welche Wildtiere in Deutschland privat nicht gehalten werden dürfen
Nicht in privaten Haushalten gehalten werden dürfen hingegen artgeschützte Tiere wie „einige Bärenarten, alle Walarten und alle Meeresschildkrötenarten“, klärt das Redaktionsnetzwerk auf. Auch manche Affenarten sowie bestimmte Arten von Bären, Katzen, Papageien oder Schlangen fallen unter das Verbot. Aber auch invasive Tierarten wie „Waschbären, Rotwangen-Schmuckschildkröten und Feuerameisen“ stehen dabei auf der Liste, die insgesamt 46 invasive Tiere, aber auch Pflanzen umfasst.