Naturschutz im Garten

Gartenbeleuchtung: Wie Solarleuchten Insekten und der Natur schaden

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Stimmungsvolle Gartenbeleuchtung ist schön. Tiere und Pflanzen leiden allerdings schnell unter künstlichen Lichtquellen. Wie Sie Ihren Garten naturverträglich beleuchten können.

Egal ob Lichterketten, Solarlampen oder gar Scheinwerfer – die richtige Gartenbeleuchtung sorgt an lauen Sommerabenden für besonders schöne Stimmung. Beleuchtete Gartenwege und bestrahlte Pflanzen sind zwar hübsch anzusehen. Doch die künstliche Beleuchtung im Garten hat nicht nur Vorteile. Zu viel Licht während der Abendstunde und in der Nacht ist für viele Nachttiere besonders störend und trägt zur Lichtverschmutzung bei. Doch auch Menschen können unter zu viel Licht leiden.

Lichtverschmutzung vermeiden: Zu viel Licht kann schädlich sein

Gartenbeleuchtung sorgt abends für eine gemütliche Stimmung. Viele Tiere und Insekten leiden allerdings unter dem künstlichen Licht.

Lichtverschmutzung durch große Werbetafeln, Straßenbeleuchtung oder das Bestrahlen von Gebäuden ist nicht nur in vielen Großstädten ein Problem. Auch in ländlichen Gebieten ist es vielerorts deutlich heller, als es eigentlich sein sollte. Die Folge: Der natürliche Rhythmus vieler Tiere, Insekten und Pflanzen gerät aus dem Gleichgewicht, wie der Deutsche Naturschutzbund (NABU) erklärt. Denn anders als Menschen können Tiere sich dem künstlichen Licht nicht einfach entziehen. Sie orientieren sich natürlich an Tag und Nacht sowie natürlichen Lichtquellen wie dem Mond.

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Vor allem Insekten leiden unter der dauerhaften Beleuchtung. Während sich die Nachttierchen normalerweise am Sternenhimmel orientieren, ziehen künstliche Lichtquellen sie automatisch an. Das helle Licht hat dabei eine solch große Anziehungskraft auf die Insekten, dass sie die Lichtquelle bis zur Erschöpfung umkreisen. Da die meisten Insekten nachts unterwegs sind – und sich darunter dem MDR zu Folge rund 60 Prozent der Bestäuber befinden –, hat dies auch auf die Pflanzen einen großen Einfluss.

Auch andere nachtaktive Tiere wie Igel und Vögel leiden unter Lichtverschmutzung. Die Lichtquellen bringen den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander und lenken sie auf dem Weg durch den Garten zudem von ihren vertrauten Routen ab. Viele Vögel können nach Angaben der NABU-Experten außerdem durch Licht geblendet werden und so Hindernisse übersehen.

Lichtverschmutzung vermeiden: Darauf sollten Sie achten

Wer Insekten und Pflanzen vor der Lichtverschmutzung im eigenen Garten schützen möchte, muss jedoch keinesfalls ganz auf stimmungsvolle Gartenbeleuchtung verzichten. Gartenfreunde sollten bei der Planung und Wahl der Leuchten aber ein paar wichtige Hinweise beachten. Da Insekten sich gerade von blauem Licht angezogen fühlen, sollte eher zu warmweißen Leuchtmitteln gegriffen werden. Außerdem sollten nur Stellen beleuchtet werden, an denen das Licht unbedingt benötigt wird.

Gartenbewohner und wie Sie sie anlocken können

Star (Sturnus vulgaris) badet in einer Vogeltränke.
Vögel sind nützliche Gartenbewohner, die helfen, Schädlinge wie Schnecken, Raupen und Käfer zu kontrollieren. Um Vögel anzulocken, stellen Sie Vogelhäuser, Vogeltränken und Futterstationen auf. Sie können auch Pflanzen wie Sonnenblumen, Lavendel und Beerensträucher pflanzen, die Vögel anziehen. © IMAGO/iFrank Sommariva
Tagpfauenauge Schmetterling sitzt auf einem Schmetterlingsflieder.
Schmetterlinge sind wunderschöne und nützliche Gartenbewohner. Sie helfen bei der Bestäubung von Pflanzen und sind ein wichtiger Teil des Ökosystems. Um Schmetterlinge anzulocken, pflanzen Sie blütenreiche Pflanzen wie Schmetterlingsflieder, Sonnenhut und Sonnenblumen. Vermeiden Sie den Einsatz von Pestiziden, da diese Schmetterlinge abtöten können. © IMAGO
Eine Biene sitzt in einer Blüte eines Löwenzahns in einem Garten.
Bienen sind sehr wichtig für die Bestäubung von Pflanzen und die Produktion von Honig. Um Bienen anzulocken, pflanzen Sie blütenreiche Pflanzen wie Lavendel, Sonnenblumen und Wildblumen. Sie können auch ein Bienenhotel aufstellen, um den Bienen ein Zuhause zu geben. © IMAGO/Silas Stein
Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) auf der Jagd nach Blattläusen.
Marienkäfer sind nützliche Gartenbewohner, die helfen, Schädlinge wie Blattläuse zu kontrollieren. Um Marienkäfer anzulocken, pflanzen Sie Pflanzen wie Dill, Fenchel und Koriander. Sie können auch Marienkäferhäuser aufstellen, um den Marienkäfern ein Zuhause zu geben. © IMAGO/Guenter Fischer
Igel sind nützliche Gartenbewohner, die helfen, Schnecken und andere Schädlinge zu kontrollieren.
Igel sind nützliche Gartenbewohner, die helfen, Schnecken und andere Schädlinge zu kontrollieren. Um Igel anzulocken, stellen Sie Igelhäuser auf und lassen Sie Bereiche im Garten unberührt, damit sich die Igel darin verstecken und nisten können. © IMAGO/F. Hecker
Die Erdkröte Bufo bufo ist ein häufiger Gast in Gärten.
Kröten sind nützliche Gartenbewohner, die Schnecken und Insekten fressen. Um Kröten anzulocken, können Sie flache Wasserstellen wie Teiche oder Schalen mit Wasser aufstellen, da Kröten Wasser benötigen, um zu überleben. Auch das Anpflanzen von schattenliebenden Pflanzen und das Bereitstellen von Versteckmöglichkeiten wie Totholz oder Steinhäufen kann helfen, Kröten anzulocken. © IMAGO/Steffen Schellhorn
Gemeine Kreuzspinne, Gartenkreuzspinne, Garten-Kreuzspinne (Araneus diadematus), lauert in ihrem Netz.
Spinnen wie die gemeine Kreuzspinne sind wichtige Räuber und helfen, Schädlinge in Schach zu halten. Um Spinnen anzulocken, können Sie ein Insektenhotel aufstellen oder ein paar Büsche und Sträucher in Ihrem Garten unberührt lassen. Auch das Vermeiden von Pestiziden kann dazu beitragen, dass sich Spinnen in Ihrem Garten niederlassen. © IMAGO/F. Hecker
Kleind greift nach einem Regenwurm in der Hand einer erwachsenen Person.
Regenwürmer helfen, den Boden zu belüften und Nährstoffe in den Boden zu bringen. Um Regenwürmer anzulocken, können Sie Kompost oder organische Materialien in Ihrem Garten verwenden, die als Nahrung für Regenwürmer dienen. Auch das Vermeiden von Chemikalien und das Aufrechterhalten einer feuchten Umgebung kann dazu beitragen, dass sich Regenwürmer in Ihrem Garten wohlfühlen. © IMAGO/Ute Grabowsky
Schneckenfressende Nematoden sind winzige Fadenwürmer, die Schnecken und deren Eier fressen.
Schneckenfressende Nematoden sind winzige Fadenwürmer, die Schnecken und deren Eier fressen. Um sie anzulocken, können Sie bestimmte Pflanzen wie Ringelblumen, Kamille oder Tagetes pflanzen, die sie anziehen. Auch das Auftragen von Nematoden auf den Boden in Ihrem Garten kann dazu beitragen, dass sich diese nützlichen Gartenbewohner ansiedeln. © IMAGO/F. Foxx
Zauneidechse, Zaun-Eidechse (Lacerta agilis), Weibchen am Boden.
Eidechsen sind nützliche Gartenbewohner, die Insekten, aber auch Spinnen fressen. Um Eidechsen anzulocken, können Sie Felsbrocken oder Steinhaufen in Ihrem Garten aufstellen, die als Versteck- und Sonnenplätze dienen. Auch das Anpflanzen von bestimmten Pflanzen wie Salbei, Thymian und Lavendel kann dazu beitragen, dass sich Eidechsen in Ihrem Garten wohlfühlen. © IMAGO/R. Mueller

Viele naturbewusste Hobbygärtner greifen zu Solarleuchten. Diese helfen Strom einzusparen, denn um Leuchten bringt sie lediglich das tagsüber gespeicherte Sonnenlicht. Problematisch für Insekten und Pflanzen ist allerdings, dass sie automatisch mit der Dämmerung zu leuchten beginnen. Eine manuelle Steuerung würde der Natur dagegen zumindest ab und zu eine Pause gönnen.

Rubriklistenbild: © Ronstik/Imago

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