Gartenbeleuchtung: Wie Solarleuchten Insekten und der Natur schaden
VonLaura Knops
schließen
Stimmungsvolle Gartenbeleuchtung ist schön. Tiere und Pflanzen leiden allerdings schnell unter künstlichen Lichtquellen. Wie Sie Ihren Garten naturverträglich beleuchten können.
Egal ob Lichterketten, Solarlampen oder gar Scheinwerfer – die richtige Gartenbeleuchtung sorgt an lauen Sommerabenden für besonders schöne Stimmung. Beleuchtete Gartenwege und bestrahlte Pflanzen sind zwar hübsch anzusehen. Doch die künstliche Beleuchtung im Garten hat nicht nur Vorteile. Zu viel Licht während der Abendstunde und in der Nacht ist für viele Nachttiere besonders störend und trägt zur Lichtverschmutzung bei. Doch auch Menschen können unter zu viel Licht leiden.
Lichtverschmutzung vermeiden: Zu viel Licht kann schädlich sein
Lichtverschmutzung durch große Werbetafeln, Straßenbeleuchtung oder das Bestrahlen von Gebäuden ist nicht nur in vielen Großstädten ein Problem. Auch in ländlichen Gebieten ist es vielerorts deutlich heller, als es eigentlich sein sollte. Die Folge: Der natürliche Rhythmus vieler Tiere, Insekten und Pflanzen gerät aus dem Gleichgewicht, wie der Deutsche Naturschutzbund (NABU) erklärt. Denn anders als Menschen können Tiere sich dem künstlichen Licht nicht einfach entziehen. Sie orientieren sich natürlich an Tag und Nacht sowie natürlichen Lichtquellen wie dem Mond.
Vor allem Insekten leiden unter der dauerhaften Beleuchtung. Während sich die Nachttierchen normalerweise am Sternenhimmel orientieren, ziehen künstliche Lichtquellen sie automatisch an. Das helle Licht hat dabei eine solch große Anziehungskraft auf die Insekten, dass sie die Lichtquelle bis zur Erschöpfung umkreisen. Da die meisten Insekten nachts unterwegs sind – und sich darunter dem MDR zu Folge rund 60 Prozent der Bestäuber befinden –, hat dies auch auf die Pflanzen einen großen Einfluss.
Auch andere nachtaktive Tiere wie Igel und Vögel leiden unter Lichtverschmutzung. Die Lichtquellen bringen den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander und lenken sie auf dem Weg durch den Garten zudem von ihren vertrauten Routen ab. Viele Vögel können nach Angaben der NABU-Experten außerdem durch Licht geblendet werden und so Hindernisse übersehen.
Lichtverschmutzung vermeiden: Darauf sollten Sie achten
Wer Insekten und Pflanzen vor der Lichtverschmutzung im eigenen Garten schützen möchte, muss jedoch keinesfalls ganz auf stimmungsvolle Gartenbeleuchtung verzichten. Gartenfreunde sollten bei der Planung und Wahl der Leuchten aber ein paar wichtige Hinweise beachten. Da Insekten sich gerade von blauem Licht angezogen fühlen, sollte eher zu warmweißen Leuchtmitteln gegriffen werden. Außerdem sollten nur Stellen beleuchtet werden, an denen das Licht unbedingt benötigt wird.
Viele naturbewusste Hobbygärtner greifen zu Solarleuchten. Diese helfen Strom einzusparen, denn um Leuchten bringt sie lediglich das tagsüber gespeicherte Sonnenlicht. Problematisch für Insekten und Pflanzen ist allerdings, dass sie automatisch mit der Dämmerung zu leuchten beginnen. Eine manuelle Steuerung würde der Natur dagegen zumindest ab und zu eine Pause gönnen.