Lidl-Rettertüte im Preis-Test

So viel sparen Lidl-Kunden mit der Rettertüte wirklich

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Die Lidl-Rettertüten versprechen viel Obst und Gemüse für wenig Geld. Für gerade mal drei Euro können Kunden die Tüte erwerben. echo24.de macht den Test: Wie viel können Kunden wirklich sparen?
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Kunden können mit der Lidl-„Rettertüte“ etwas für die Umwelt tun. Aber lohnt sich der Kauf auch für den Geldbeutel? Die Lidl-Rettertüte im Preis-Test.

Der Wocheneinkauf kann ganz schön ins Geld gehen. Gerade Obst und Gemüse kosten unter anderem durch die Inflation und Umwelteinflüssen mehr als je zuvor. Laut Lidl können Kunden mit der Rettertüte gerade jetzt ein richtiges Schnäppchen machen und einen ganzen Einkauf für nur drei Euro ergattern. Eigentlich ein unschlagbarer Preis – oder? echo24.de macht den Preisvergleich.

Nur was ist eigentlich in der Lidl-Rettertüte drin? Teurer Bio-Müll oder doch brauchbare Früchte? Meist kommt rein, was sonst als schimmeliger Ladenhüter enden würde. Die zu krumme Gurke oder der angedrückte Apfel zum Beispiel. Laut Lidl sollen jedoch alle Produkte noch genießbar sein. Das deckt sich allerdings nicht mit den Erfahrungen der Tüten-Tester.

Das ist drin in der Rettertüte von Lidl

Nach einer ersten Inspektion mussten bereits erste Verluste hingenommen werden: der Spinat beispielsweise, der laut einer Testerin „einen beißenden, fischigen Geruch“ hatte. Auch ein ganzes Bündel Radieschen war nicht mehr genießbar. Zudem musste ein Brokkoli, der nicht sofort verwertet werden konnte, nach nur wenigen Tagen weggeschmissen werden. Besonders an warmen Sommertagen sollte daher darauf geachtet werden, dass das Obst und Gemüse aus der Rettertüte schnell verzehrt wird.

Lidl-Rettertüte im Test: Vom Kauf zum fertigen Gericht

Ein Aufsteller im Eingangbereich einer Lidl-Filiale zeigt Werbung für das „Rette mich“-Konzept des Discounters. Er liefert Informationen über die Rettertüte von Lidl, die nur 3 Euro kosten soll.
Direkt im Eingangsbereich steht der Aufsteller, der für die Rettertüte wirbt. In dieser Filiale muss es also welche geben... © Michaela Ebert/echo24.de
Ein fast leerer Regalaufsteller in einer Lidl-Filiale vor der Brottheke. Vergünstigtes Brot vom Vortag liegt abgepackt darin, jedoch keine Lidl-Rettertüte.
Leider leer - hier gibt es heute keine Rettertüte. Zu finden sind die Aufsteller meistens direkt neben der Obst- und Gemüseabteilung oder bei den Gebäck-Stationen, in den Filialen. Doch man muss Glück haben. In den Morgenstunden und gegen Mittag sollten die Chancen auf eine Tüte jedoch am besten stehen. © Michaela Ebert/echo24.de
Vier frisch gekaufte Lidl Rettertüten im August 2022.
Vier Lidl-Rettertüten direkt nach dem Kauf im August 2022. © Juliane Pia Reyle
Der Inhalt einer Lidl-Retertüte: Mais, Zucchini, zwei Äpfel, eine Mango, Raddieschen, Buschbohnen, Zwiebeln, 2 Kartoffeln
Der Inhalt einer Lidl-Rettertüte Zwei Maiskolben, Zwei Bio-Zucchini, zwei Äpfel, eine Mango, Radieschen, Buschbohnen, einige Zwiebeln, 2 Kartoffeln. © Juliane Pia Reyle
Vorbereitet zum Kochen: Der Inhalt einer Lidl-Rettertüte.
Vorbereitet zum Kochen: Der Inhalt einer Lidl-Rettertüte. Einiges ist noch frisch und gut kochbar. © Juliane Pia Reyle
Inhalt einer Lidl-Rettertüte: Zucchini, Paprika, Ananas, Bio-Babyspinat, Brokkoli, Landgurke.
Der Inhalt einer Lidl-Rettertüte: Zucchini, Paprika, Ananas, Bio-Babyspinat, Brokkoli, Bio-Landgurke. © Juliane Pia Reyle
Vorbereitet zum Kochen: Der Inhalt einer Lidl-Rettertüte.
Vorbereitet zum Kochen: Der Inhalt einer weiteren Lidl-Rettertüte.  © Juliane Pia Reyle
Brokolicreme-suppe aus einer Lidl-Rettertüte gekocht.
Aus einer Lidl-Rettertüte gekocht: Brokkolicremesuppe. © Juliane Pia Reyle
Tortilla mit Paprika und Gurkenwürfelchen aus der Lidl-Rettertüte.
Tortilla mit Paprika und Gurkenwürfelchen aus der Lidl-Rettertüte gekocht. © Juliane Pia Reyle
Gefüllte Zucchini-Schiffchen mit Paprikasauce ungarischer Art, Buschbohnen, gebutterte Maiskolben und Jogurt-creme-Speise mit Mango- und Ananas-Würfelchen.
Aus einer Lidl-Rettertüte gekocht: Gefüllte Zucchini-Schiffchen mit Paprikasauce ungarischer Art, Buschbohnen, gebutterte Maiskolben und Jogurt-Creme-Speise mit Mango- und Ananas-Würfelchen. © Juliane Pia Reyle
Zwei Lidl-Rettertüten stehen auf einem Tisch im Wohnzimmer. Die Tüten sind gut gefüllt und bestehen aus recyclebarem Papier. Oben sieht man schon etwas vom Inhalt: ein bisschen Ananas und Porree schauen hervor.
Zwei Lidl-Rettertüten haben es nach Hause geschafft. Von außen sehen sie vielversprechend aus. Gut gefüllt und noch dazu aus recyclebarem Papier.  © Michaela Ebert/echo24.de
Ein Blick in die Lidl-Rettertüte von oben. Sie ist gefüllt mit diversen Obst- und Gemüsesorten.
Ein erster Blick in einer der Rettertüten verrät eine reiche Ausbeute: Porre, Zucchini, Mais, Gurke, Äpfel und Mangos sind zu erkennen. Ob das Obst auch noch frisch ist? © Michaela Ebert/echo24.de
Lidl-Rettertüte von oben. Sie ist reich gefüllt.
Auch hier verrät ein erster Blick: die Rettertüte von Lidl ist gut gefüllt. © Michaela Ebert/echo24.de
Der Inhalt von zwei Lidl-Rettertüten liegt ausgebreitet vor ihnen. Ananas, Äpfel, Brokkoli, Gurke, Kartoffeln, Mais, Mangos, Radiesschen, Zucchinis, Zwiebeln waren drin.
Der gesamte Inhalt von zwei Rettertüten! Von A wie Ananas bis Z wie Zucchini ist einiges dabei. Auf den ersten Blick wirkt alles noch zum Verzehr geeignet. Ein paar kleine Macken haben die Äpfel, die Zucchini und die Zwiebeln. Auch der Brokkoli ist schon etwas gelblich und scheint nicht mehr ganz frisch zu sein. Die vorgereiften Mangos verströmen bereits einen überreifen Geruch, sind aber beim Aufschneiden noch in Ordnung. © Michaela Ebert/echo24.de
Gedeckter Tisch mit Speisen aus der Lidl-Rettertüte.
Ein gedeckter Tisch mit einer Variation von Speisen aus zwei Lidl-Rettertüten. © Juliane Pia Reyle
Der Inhalt der Lidl-Rettertüte eines echo24.de Lesers.
Der Inhalt der Lidl-Rettertüte einer echo24.de Leserin.  © Maximilian Etti

Lidl-Rettertüte im Preisvergleich – das können Kunden wirklich sparen

Zwei der vier Test-Tüten wirkten auf den ersten Blick nicht besonders gut gefüllt, weshalb hier zuerst davon ausgegangen wurde, dass das Ersparnis nicht besonders hoch wäre. Allerdings sorgte die Hochrechnung der regulären Preise für Verwunderung. Bei allen Rettertüten konnte mehr als die Hälfte vom ursprünglichen Preis gespart werden.

Die regulären Preise der einzelnen Tüten aus dem echo24.de-Testkauf zusammengerechnet:

  • Rettertüte 1: 8,45 € – Inhalt: eine Packung Buschbohnen, zwei Äpfel, eine Mango, 2 Maiskolben, zwei Bio-Zucchini, eine normale und eine kleine Kartoffel, ein Bund Radieschen, ein Lauch, Zwiebeln.
  • Rettertüte 2: 7,94 € – Inhalt: eine Ananas, ein Brokkoli, zwei Zucchini, eine Packung Spitzpaprika, eine Bio Landgurke, Bio-Babyspinat Packung.
  • Rettertüte 3: 7,26 € – Inhalt: eine Ananas, drei kleine Zucchini, eine Packung Mangos (vorgereift), ein Brokkoli.
  • Rettertüte 4: 9,73 € – Inhalt: ein Porree, ein Bündel Bio-Zucchini, ein Bund Radieschen, eine Gurke, drei Äpfel (Golden Delicious), sechs Zwiebeln, eine Bio-Mango, eine Packung Zuckermais, fünf Kartoffeln.

Ist die Lidl-Rettertüte ein echter Spar-Tipp?

Für gerade mal drei Euro kann, besonders mit Blick auf die steigenden Lebenshaltungskosten, mit der Rettertüte wohl nicht allzu viel falsch gemacht werden. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass hin und wieder einzelnes Obst oder Gemüse weggeschmissen werden muss, was die Tüte unter Umständen sehr teuer machen kann. Mit Glück können Kunden allerdings ein echtes Schnäppchen schlagen und, wie im Fall der Rettertüte 4, mehr als sechs Euro sparen.

Für alle, die auf mehr Auswahl und dennoch kleine Preise hoffen, lohnt sich eventuell auch ein Einkauf an bestimmten Tagen. Auch die Uhrzeit kann entscheidend sein. Oftmals reduzieren Discounter vor allem gegen Abend, etwa ein bis zwei Stunden vor Ladenschluss, die Preise von Obst und Gemüse um bis zu 50 Prozent.

Dieser Artikel wurde bereits am 22. August 2022 erstmals veröffentlicht.

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