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Galeria Karstadt Kaufhof gerettet? 70 von 92 Filialen sollen erhalten bleiben

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Die insolvente Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof wechselt Eigentümer. Und damit tut sich auch neue Hoffnung auf. Ein Großteil der Filialen soll erhalten bleiben.

Update vom 11. April: Nach dem erneuten Rückschlag in der Galeria Karstadt Kaufhof-Pleite im Januar 2024 eröffneten sich wenige Wochen später neue beziehungsweise alte Möglichkeiten. Mit einem Mal war ein Eigentümer-Wechsel in vertraute Hände im Gespräch. Kein Geringerer als der Unternehmer und Fußball-Präsident Bernd Beetz ist für die Übernahme im Gespräch. Der Mannheimer war bereits in der Vergangenheit Aufsichtsratsvorsitzender bei Kaufhof. Und wenige Monate später, im April, ist es offiziell:

Ein Konsortium aus der US-Investmentgesellschaft NRDC und Beetz übernimmt den Laden, wie MANNHEIM24 berichtet. Das teilte Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus am Mittwoch (10. April) in Essen mit. So sollen auch mehr als 70 der 92 Filialen fortgeführt werden. Ob das gelingt, darüber entscheiden jedoch auch das Amtsgericht Essen und die Gläubigerversammlung, die dem von Denkhaus erstellten Insolvenzplan im Mai 2024 noch zustimmen müssen.

Galeria Karstadt Kaufhof schon wieder pleite – was passiert jetzt mit den Filialen?

Update vom 9. Januar: Nach den geplante Schließungen mehrerer Filialen lag die Hoffnung auf dem Mutterkonzern Signa des österreichischen Geschäftsmanns René Benko. Doch bereits im November 2023 mussten die Signa Holding und ihre Immobilientöchter Prime und Development selbst Insolvenz anmelden.

Bei der letzten Sanierung von Galeria Kaufhof im vergangenen Jahr hatte sich die Signa Holding dazu verpflichtet, einen Beitrag von netto 200 Millionen Euro Galeria Kaufhof zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile ist die Signa Holding jedoch selbst in die Insolvenz gerutscht.

Galeria Kaufhof droht Überschuldung – heutiger Tag ist „Befreiungsschlag“

Durch das ausbleibende Geld droht Galeria die Überschuldung. Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) hat beim Amtsgericht Essen daher einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte das Unternehmen am Dienstag (9. Januar) in Essen mit. Galeria sucht demnach einen neuen Eigentümer. Gespräche mit potenziellen Investoren seien bereits angelaufen, Ziel sei die Fortführung von Galeria. Diesmal werde ein Regelinsolvenzverfahren und nicht wie bisher eine Sanierung in Eigenverwaltung angestrebt.

Galeria-Chef Olivier van de Bossche sagte in einer Mitteilung: „Galerias operativer Erfolg wird durch die Rahmenbedingungen der alten Eigentümerstruktur belastet. Wir sehen in dem heutigen Tag ausdrücklich einen Befreiungsschlag.“ Weiter heißt es in der Mitteilung: „Die Insolvenzen der Signa-Gruppe schädigen Galeria massiv, behindern das laufende Geschäft und schränken durch hohe Mieten und teure Dienstleistungen die künftige Entwicklungsmöglichkeit stark ein.“

Zukunft von 15.000 Galeria-Beschäftigten bleibt ungewiss

Nach der vorigen Insolvenz wurde das Aus von etwa 40 Filialen beschlossen. Die letzten 18 davon machen im Laufe dieses Monats dicht. Durch das Insolvenzverfahren ist wieder einmal die Zukunft der 15.000 Beschäftigten in den 92 verbliebenen Warenhäusern ungewiss.

2021 und 2022 hatte der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) dem Unternehmen mit insgesamt 680 Millionen Euro unter die Arme gegriffen. Laut dem Insolvenzplan vom Frühjahr 2023 sollte der WSF nur einen kleinen Teil aus der Verwertung des Warenbestands zurückerhalten. Dabei lief es zuletzt für den Warenhauskonzern offenbar besser. So prognostiziert Galeria für das Geschäftsjahr 2023/24, das bis Ende September läuft, ein positives Ergebnis. Im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“ soll das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) liegen. Jedoch rechnet Galeria unterm Strich noch mit einem Verlust.

Galeria Kaufhof schließt Filialen: Diese Warenhäuser bleiben bis Januar 2024 offen

Update vom 13. Juli: Im Juni hat Galeria Karstadt Kaufhof im Rahmen seiner Sanierungsmaßnahmen 19 seiner Warenhäuser geschlossen. Das geht aus einer Internet-Liste des Unternehmens hervor, berichtet die Deutsche-Presse-Agentur. Die Filiale in Düsseldorf Schadowstraße kann nach Vermittlung durch den Düsseldorfer OB geöffnet bleiben.

Bis Januar 2024 sollen 22 weitere Filialen geöffnet bleiben – darunter auch die Warenhäuser in Heidelberg am Bismarckplatz und in Viernheim im Rhein-Neckar-Zentrum.

Welche Galeria Kaufhof-Filialen werden im Januar 2024 geschlossen?

Anfang 2024 steht die Schließung folgender Galeria Karstadt Kaufhof-Warenhäuser an:

  • Berlin Wilmersdorfer Straße
  • Berlin Müllerstraße
  • Bielefeld
  • Darmstadt Am Weißen Turm
  • Essen
  • Esslingen
  • Hanau
  • Heidelberg Bismarckplatz
  • Hildesheim
  • Kempten
  • Krefeld
  • Leonberg
  • Limburg
  • Lübeck
  • Mönchengladbach
  • Pforzheim
  • Reutlingen
  • Schweinfurt
  • Siegburg
  • Stuttgart Eberhardstraße
  • Wuppertal

Galeria Kaufhof schließt Filialen: Liste zeigt, welche Standorte betroffen sind

Update vom 16. März: Galeria Kaufhof wird fünf Warenhäuser weniger schließen als noch zu Wochenbeginn angekündigt. Dank weiterer Zugeständnisse der Vermieter blieben die Warenhäuser in Bayreuth, Erlangen, Oldenburg, Rostock und Leipzig erhalten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) von einem Unternehmenssprecher. Die Zahl der Filialschließungen bei Deutschlands letztem großen Warenhauskonzern verringert sich damit auf 47, die Zahl der fortgeführten Häuser steigt auf 82.

Auch von anderer Seite hatte es zuletzt ermutigende Signale für die Galeria-Beschäftigten gegeben. Der Geschäftsführer der Modekette Aachener, Friedrich-Wilhelm Göbel, sagte der dpa, er habe Interesse an mehreren von der Schließung bedrohten Standorten. Es gebe momentan keine vertragliche Regelung mit Galeria, aber beidseitig unterschriebene Verträge mit Vermietern, sagte der Manager. Göbel versprach, man werde „allen Mitarbeitern der betroffenen Filialen ein Angebot machen, für uns zu arbeiten. Ohne Ausnahme.“

Galeria Kaufhof macht 47 Filialen dicht – Liste zeigt alle betroffenen Standorte

Folgende Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof sind (Stand 16. März) von den Schließungen betroffen:

  • Zum 30. Juni:
  • Celle
  • Coburg
  • Cottbus
  • Duisburg Düsseldorfer Straße
  • Gelsenkirchen
  • Hagen
  • Hamburg-Harbug
  • Hamburg-Wamdsbek
  • Leverkusen
  • München-Bahnhof
  • Neuss
  • Nürnberg-Königstraße
  • Nürnberg Langwasser
  • Offenbach
  • Paderborn
  • Regensburg Neupfarrplatz
  • Saarbrücken am Bahnhof
  • Siegen
  • Wiesbaden Kirchgasse
  • Ab 31. Januar 2024:
  • Berlin-Charlottenburg
  • Berlin-Müllerstraße
  • Bielefeld
  • Braunschweig
  • Bremen
  • Darmstadt am weißen Turm
  • Dortmund
  • Düsseldorf Schadowstraße
  • Essen
  • Esslingen
  • Frankfurt Zeil
  • Hanau
  • Heidelberg Bismarckplatz
  • Hildesheim
  • Kempten
  • Krefeld
  • Leonberg
  • Limburg
  • Lübeck
  • Mönchengladbach
  • Pforzheim
  • Reutlingen
  • Rosenheim
  • Schweinfurt
  • Siegburg
  • Stuttgart-Eberhard-Straße
  • Viernheim-RNZ
  • Wuppertal

„Rabenschwarzer Tag“: Galeria Kaufhof schließt Filialen in zwei Wellen – auch Heidelberg betroffen

Erstmeldung vom 13. März: Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof steckt seit Jahren in der Krise. Ende Oktober 2022 hat der Konzern zum zweiten Mal in kurzer Zeit ein Schutzschirm-Insolvenzverfahren beantragen müssen. Zehntausende Jobs stehen auf dem Spiel. Außerdem ist unklar, welche der 129 verbliebenden Warenhäuser schließen müssen. Wie jetzt bekannt wurde, wird es für 52 Filialen keine Zukunft mehr gehen – sie werden dichtgemacht.

„Dies ist ein rabenschwarzer Tag“, erklären die Arbeitnehmervertreter des Unternehmens Galeria Karstadt Kaufhof am Montag (13. März). Die 52 von der Schließung betroffenen Filialen sollen laut Galeria Karstadt Kaufhof in zwei Wellen geschlossen werden. Die Stichtage sind der 30. Juni 2023 und der 31. Januar 2024. Neben knapp 4.000 Stellen sollen auch in der Essener Zentrale sowie den Servicefunktionen wie IT und Facility Management rund 300 Jobs wegfallen. Ein harter Schlag, auch für die betroffenen Galeria Kaufhof-Mitarbeiter in Heidelberg.

In einer Meldung äußert sich auch Galeria Karstadt Kaufhof selbst zu den Schließungen. „Für sie besteht angesichts der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingen, der lokalen Bedingungen und auch nach intensiven Verhandlungen mit Vermietern und Städten keine positive Fortführungsperspektive“, schreibt der Handelsriese. Auch das Unternehmen Peek & Cloppenburg hatte zuletzt ein Schutzschirmverfahren beantragt.

Galeria Karstadt Kaufhof: Zwei Insolvenzen in drei Jahren

„Das ist zweifellos heute für uns alle ein schwerer Tag. Wir haben in den vergangenen Wochen intensiv um jeden einzelnen Standort gerungen und sind in harte interne wie externe Gespräche gegangen“, sagt Arndt Geiwitz, Generalbevollmächtigter Galeria. Die verbleibenden 77 Standorte hätten jedoch eine „tragfähige wirtschaftliche Perspektive.“ Ob womöglich ein aufstrebender Modehändler mehrere Galeria Karstadt Kaufhof-Filialen übernimmt, ist unklar.

Galeria Karstadt Kaufhof hatte bereits im April 2020 ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragen müssen. Letzten Oktober folgt dann das erneute Insolvenzverfahren. Als Grund für die bedrohliche Lage des Unternehmens nennt Konzernchef Miguel Müllenbach damals in einem Mitarbeiterbrief die explodierenden Energiepreise und die Konsumflaute in Deutschland. Der Manager lässt von Anfang an keinen Zweifel daran, dass die erneute Sanierung mit erheblichen Einschnitten in das Filialnetz und einem deutlichen Stellenabbau verbunden sein würde. (PM/dh mit dpa)

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

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