VonClara Kistnerschließen
Listerien, das sind Bakterien, die viele Menschen ausschließlich mit tierischen Produkten verbinden. Doch auch Vegetarier können sich infizieren.
Während eine Infektion mit Listerien (Listeriose) bei gesunden Menschen eigentlich harmlos und meist sogar unbemerkt vorübergeht, kann sie für Menschen mit einem angeschlagenen beziehungsweise geschwächten Immunsystem durchaus lebensbedrohlich sein. Besagte Risikogruppe kann auf eine Infektion folgend sogar an einer Hirnhaut- und Gehirnentzündung oder einer Blutvergiftung schwer erkranken.
| Bezeichnung | Listerien |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Listeria (Pirie, 1940) |
| Familie | Listeriaceae |
| Gattung | Listerien |
| Ordnung | Caryophanales |
| Zugehörige Infektion | Listeriose |
Was sind Listerien und warum sie nicht zu unterschätzen sind
Listerien sind Lebensmittelkeime, die in erster Linie für Neugeborene, Schwangere, ältere oder kranke Menschen gefährlich werden können. Die stäbchenförmigen Bakterien sind besonders widerstandsfähig und überstehen in der Regel von kühlen, über trocknen, bis hin zu tiefgefrieren so ziemlich alle Umgebungen der Küche. Auch Sauerstoffmangel tötet sie nicht ab. Sie haben laut rki.de nur geringe Nährstoffbedürfnisse und können weltweit und fast überall in der Umwelt vorkommen.
Die Bakterien kommen häufig sowohl in der Erde und in Pflanzen als auch im landwirtschaftlichen Bereich, also in Tierfutter, im Verdauungstrakt und Kot der Tiere, vor. Demnach können nicht nur Fleischliebhaber, sondern auch Vegetarier und Veganer durch ihre Ernährung eine Infektion riskieren.
Auch schwangere Frauen müssen sich besonders vor dem Bakterium in Acht nehmen, da dieses über die Plazenta zum Ungeborenen gelangen kann, das noch keinerlei Abwehrkräfte besitzt. Das kann zu einer Früh- beziehungsweise einer Totgeburt oder alternativ zu späteren Schäden des Neugeborenen führen, berichtet verbraucherzentrale.de.
Listerien können in diversen alltäglichen Lebensmitteln enthalten sein
Nicht selten kommt es aufgrund von Listerien sogar zu Rückrufen von Lebensmitteln, wie zum Beispiel Camembert-Käse.
- Rohe tierische Produkte (zum Beispiel Fleisch, Fisch und Milch)
- Räucherfisch (-lachs)
- Kurz gereifte Rohwurstsorten (aufgeschnittene Wurst und Fleischpasteten)
- Weichkäse, Rohmilchkäse, Sauermilch-, Schafs- und Ziegenkäse
- Frischgemüse
- Blattsalate, vorverpackte Salatmischungen
Denn auch große Supermarktketten wie Aldi, Lidl und Co. können sich vor solchen Befällen, die meist bereits während der Herstellung unbemerkt auftreten, nicht schützen.
Symptome, die bei einer Listerien-Infektion meist auftreten
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Ansteckung mit dem Bakterium und dem Ausbruch der Listerien-Infektion (Listeriose) beträgt, laut verbraucherzentrale.de, etwa drei Wochen. Sollten anschließend Symptome auftreten, äußern sich diese meist in einer leichten fieberhaften Reaktion, Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Vergleichbar mit einer Magen-Darm-Grippe. Im Rahmen eines leichten Verlaufs sollten die Symptome bereits nach wenigen Tagen wieder abklingen.
Menschen, die zu den oben genannten Risikogruppen gehören, sollten sich beim Auftreten dieser Symptome besonders aufmerksam verhalten. Wenn der Verdacht einer Infektion durch das Bakterium besteht, kann Ihr Hausarzt durch eine entnommene Blutprobe, die anschließend im Labor untersucht wird, eine Listeriose feststellen oder ausschließen. Listeriose zählt zu den meldepflichtigen Krankheiten.
Diagnostizierte Listeriose – so wird sie behandelt
Behandelt wird eine Listeriose bei besonders gefährdeten Menschen möglichst zeitnah mit hoch dosierten Antibiotika. Die Behandlung beträgt zwischen drei bis, bei schwereren Krankheitsverläufen, sechst Wochen, schreibt apotheken-umschau.de.
So schützen Sie sich gegen Listerien
Durch das vollständige Kochen, Braten oder Backen von Lebensmitteln (Durchgaren an allen Stellen des Lebensmittels bei mehr als 70 °C für mindestens zwei Minuten) werden die Listerien abgetötet. Brauchen Sie die eingekauften Lebensmittel, besonders frische, aber auch verzehrfertige, bereits zubereitete Lebensmittel zeitnah an und achten Sie auch auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Die übriggebliebenen Reste frisch gekochter Speisen sollten Sie vor dem Kühlen gut abdecken.
Achten Sie auf eine richtige und hygienische Lagerung und Zubereitung Ihrer Lebensmittel. Empfindliche Lebensmittel sollten gekühlt gelagert werden. Rohe Lebensmittel, wie Obst und Gemüse, sind vor dem Verzehr gründlich zu waschen. Vor der Zubereitung Ihrer Speisen, sollten Sie sich vergewissern, dass sowohl Ihre Hände, als auch die Arbeitsflächen und Küchenutensilien sauber sind.
Rubriklistenbild: © Valentyn Semenov/Shotshop/Imago

