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Beschlagene Scheiben trotz langem Lüften – Warum die Feuchtigkeit sich an die Fenster setzt und was man dagegen tun kann, erklärt ein Energieexperte.
Rostock – Sie kennen es: Beschlagene Fenster und egal wie lange man lüftet, die Tropfen bleiben an der kalten Oberfläche kleben. Im Winter kommt das Kondenswasser häufiger vor, als im Sommer. Aber was steckt dahinter und was kann man dagegen tun? Arian Freytag von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern erklärt der dpa, wie man mit hartnäckigem Kondenswasser umgeht.
Beschlagene Fenster: Wie entsteht Kondenswasser?
Bei den beschlagenen Fenstern handelt es sich um Kondenswasser, das auch herabtropfen kann. Kondenswasser bildet sich durch zu hohe Luftfeuchtigkeit, die auf kalte Flächen in einem Raum trifft. Diese Flächen sind meist Fenster, können aber auch Wände sein. Beim Zusammentreffen kondensiert die Feuchtigkeit, die an der Stelle 100 Prozent beträgt. Auch wenn ein Hydrometer eine niedrigere Luftfeuchtigkeit an anderer Stelle misst, ist die Kondensation an anderer Stelle nicht auszuschließen. Um das zu vermeiden, sollte man lüften, damit keine Feuchteschäden oder Schimmelbefall auftreten. Denn Kondenswasser bildet den perfekten Nährboden für Sporen.
Feuchte Luft: Wann bildet sich Schimmel?
Die Gefahr von Schimmelbildung besteht bereits vor einer 100-prozentigen Luftfeuchtigkeit. Denn schon ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 können Pilze wachsen, erklärt Freytag, Leiter des Fachbereichs Bauen, Wohnen, Energie der Verbraucherzentrale Rostock. Bei einer solchen Luftfeuchtigkeit sieht man an den Wänden meist kein Kondenswasser und sie fühlt sich auch nicht feucht an. Das täuscht, da die Struktur der Wand die Feuchtigkeit teils aufnehmen kann. Anders ist es bei Fenstern. Hier sieht man das Kondenswasser schon früher.
Luftfeuchtigkeit: Wie lüftet man richtig?
Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 und 60 Prozent – in der Regel ist man so vor einem Befall sicher. Freytag empfiehlt zwei- bis dreimaliges Stoßlüften pro Tag. Das jeweils für maximal drei bis fünf Minuten. Zudem hilft das Trockenwischen von feuchten Fensterscheiben zur Vorbeugung von Schimmel.
Lüften bis das Kondenswasser von den Scheiben verschwindet, lohnt sich nicht. So lüftet man zu lange und der Raumluft und den Wänden wird die Wärme entzogen. Das Aufwärmen kostet dann mehr Energie und vor allem Geld. Laut Freytag geht optimales Lüften so: Zuerst das Kondenswasser von den Fensterscheiben wischen und dann lüften. Beim Fensteröffnen tritt neuer Beschlag fast direkt ein. Wenn der verschwunden ist, soll das Fenster wieder geschlossen werden. Zum Schluss noch einmal die übrigen Wasserreste von der Scheibe wischen – und fertig. (dpa/hk)
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