Stoßlüften ist ein guter Anfang. Doch es gibt weitere Tipps und Tricks, um Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen zu reduzieren und damit gesundheitsgefährdende Schimmelbildung vorzubeugen.
München - Zu trockene Luft ist ungesund. Sie führt zur Austrocknung der Schleimhäute. Studien sagen, dass sie zudem Erkältungen begünstigt, Augenbeschwerden verursacht und die Haut reizt. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung dagegen, lässt die Gefahr von Schimmelbildung steigen. Auch ungesund. Doch das richtige Raumklima hinzubekommen ist kein Hexenwerk. Es gibt ein paar wenige Dinge beim Lüften, Heizen, Kochen und Duschen zu beachten.
So viel Prozent Luftfeuchtigkeit ist in einer Wohnung in Ordnung
Gut für Konzentration und Wohlbefinden soll eine Raumtemperatur zwischen 18 und 21 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 50 Prozent sein. In Zimmern, in denen viel Wasser verdampft wie Küche und Badezimmer, kann die Luft kurzzeitig auch mal mehr Feuchte enthalten. Ist die Luftfeuchtigkeit permanent höher, kann sich Schimmel an den Wänden bilden. Der wiederum kann Allergien oder Krankheiten auslösen. Messbar ist Luftfeuchtigkeit mit einem sogenannten Hygrometer. Den preiswerten Schimmel-Vorbeuger gibt es bereits für wenige Euro im Fachhandel.
Stoßlüften senkt Luftfeuchtigkeit
Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern sorgt schnell für einen kompletten Luftaustausch. Trockene Winterluft kommt rein, feuchte Luft strömt raus. Wo vorhanden, sollte das Fenster auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls geöffnet sein. So entsteht ein Durchzug, der den Luftaustausch beschleunigt. In den Wintermonaten beziehungsweise bei kälteren Temperaturen sollte das Fenster ein paarmal über den Tag verteilt fünf bis zehn Minuten offen sein.
Im Sommer können die Fenster ohne Weiteres länger geöffnet bleiben. Es wird keine Energie beim Heizen verschwendet. Ist es sehr heiß, empfiehlt es sich gegen Abend, nachts oder am frühen Morgen die Fenster weit zu öffnen. In der Zeit sind die Temperaturen niedriger und die Außenluft kühler und trockener als ab dem späten Vormittag.
Vernünftig Heizen kann Luftfeuchtigkeit in Räumen senken
Warme Luft kann Feuchtigkeit besser aufnehmen als kalte Luft, schreibt Focus.de. Gerade in Räumen mit hoher Feuchtigkeit, etwa in denen Wäsche getrocknet wird, sei es deswegen ratsam zu heizen. Die Heizung muss nicht voll aufgedreht sein. Es passt, wenn den ganzen Tag in den entsprechenden Räumen eine konstante Temperatur besteht.
Jeder Topf hat einen Deckel - Luftfeuchtigkeit in der Küche reduzieren
Ein Raum, in dem das Hygrometer in die Höhe schießt, ist die Küche. Zum Beispiel, wenn das Nudelwasser kocht oder die Spülmaschine ausdampft. Soweit möglich, sollte ein Deckel auf dem Kochtopf sein oder die Dunstabzugshaube aktiviert werden. Nach dem Kochen gilt Stoßlüften. So bekommt man nicht nur Gerüche, sondern auch Feuchtigkeit aus dem Zimmer
„Dschungel“ in der Wohnung kann Luftfeuchtigkeit erhöhen oder reduzieren
Viele Pflanzen geben das aufgenommene Wasser wieder an die Luft ab. Die Feuchtigkeit im Raum nimmt zu. Es gibt allerdings einige Pflanzen, die Luftfeuchte senken. Dazu gehören Kakteen, Aloe Vera oder der Drachenbaum. Grüne Zimmerpflanzen schauen nicht nur hübsch aus, sie können als weiteren positiven Effekt Schadstoffe binden.
Technik gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit
Manch einer tut sich schwer, die heimische Luftfeuchtigkeit „natürlich“ zu senken. Dann kann entsprechende Technik Abhilfe schaffen. Ein Luftentfeuchter hilft. Der saugt die Raumluft an und schickt sie durch ein Kühlelement im Inneren des Geräts. Dort kondensiert das Wasser aus der Luft und fließt in einen Behälter. Die Luft wird trocken. Wichtig ist es, den Behälter regelmäßig zu entleeren. Andernfalls stoppt das Gerät. Oder es entsteht beim Überlaufen ein Wasserschaden am Boden.
Luftentfeuchter verbrauchen Strom. Bei der Anschaffung ist es relevant, auf die ausgewiesene Energieeffizienzklasse zu achten. Das Gerät kann man in Second-Hand-Möbelhäusern oder via Online-Plattform gebraucht kaufen.