Luftreiniger-Pflanze

Mit der Efeutute in die Zukunft: Start-up entwickelt genmodifizierte Pflanzen als Luftfilter

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Ein Pariser Start-up entwickelt eine Pflanze, die als Luftreiniger 30 Mal so effektiv wie eine herkömmliche Zimmerpflanze arbeitet. Wie geht das?

Pflanzen reinigen die Luft von Kohlendioxid. Auch deshalb spielen sie eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem. In der Wohnung verbessern Zimmerpflanzen das Raumklima. Gartencenter und Gärtnereien preisen Gewächse wie Bogenhanf, Grünlilie und Einblatt als Luftreiniger an. Dabei verschmutzen in den eigenen vier Wänden andere Stoffe unsere Atemluft, die Pflanzen nicht verwerten können: sogenannte flüchtige organische Verbindungen. Was es damit auf sich hat und wie ein französisches Start-up damit umgehen will, erfahren Sie hier. 

Was sind flüchtige organische Verbindungen?

Flüchtige organische Verbindungen dünsten langsam, aber stetig aus Kunststoffen, Farben oder Resten von Reinigungsmitteln aus. Darum ist ihre Konzentration in geschlossenen Räumen bis zu zehnmal höher als im Freien. Im Englischen heißen sie „volatile organic compounds” (VOC). Ein Start-up aus Frankreich bietet nun Pflanzen an, die diese VOC aus der Luft abbauen. Dies gelingt durch die Veränderung der DNA und besondere Nahrung für die Pflanze.

Eine Efeutute dient als Ausgangspflanze. Später wird aus ihr eine genmodifizierte Luftfilter-Pflanze.

Wer steckt hinter der genmodifizierten Luftreiniger-Pflanze?

Das französische Start-up Neoplants wirbt unter anderem mit dem Slogan „bis zu 30 Mal besser als top NASA-Pflanzen” für sein Produkt. Das Ziel: die Luftverschmutzung bekämpfen – mit Pflanzen. Mit seinem Team hat Gründer Lionel Mora die DNA einer Zimmerpflanze so verändert, dass sie VOC verstoffwechseln kann. 

Dazu haben die 20 Neoplants-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler eine Efeutute so modifiziert, dass sie vier VOC aus der Luft filtert: Formaldehyd, Benzol, Toluol und Xylol. 

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Was kostet der grüne Luftfilter?

Für 179 US-Dollar soll es die Neo P1 zu kaufen geben. Das klingt erstmal teuer, laut Neoplants ist die Pflanze aber so effizient wie 30 herkömmliche Pflanzen in Bezug auf die Reinigung der Luft. Mit inbegriffen im Preis sind ein spezieller Dünger, ein luftiger Topf und die Pflanze. Ohne den Dünger verliert die Neo P1 ihre luftreinigende Wirkung. Stand Mai 2023 steht die Lieferung der ersten Charge fest: Ende des Jahres 2023 sollen die ersten 20 Pflanzen ausgeliefert werden. Allerdings ist diese auf Kalifornien und eine Pflanze pro Person beschränkt.

Zimmerpflanzen für gutes Klima: 10 grüne Luftreiniger für Ihr Zuhause

Ein Mann hält einen Korb, in den ein Fensterblatt gepflanzt ist
Das Fensterblatt (Monstera) entzieht der Luft mit seinen großen Blättern zahlreiche Schadstoffe. © Westend61/Imago
Eine Dieffenbachie im Blumentopf vor einer Mauer
Große Blätter mit großer Wirkung: Die Dieffenbachie verdunstet viel Wasser und erhöht so die Luftfeuchtigkeit. © Panthermedia/Imago
Ein Schwertfarn in der Nahaufnahme
Zimmerfarne wie der Schwertfarn filtern Formaldehyd aus der Raumluft. © Panthermedia/Imago
Ein Topf mit einer grün-weißen Efeutute auf dem Wohnzimmertisch
Ebenso wie das Efeu neutralisiert die Efeutute Gerüche und sorgt für einen guten Schlaf. © Panthermedia/Imago
Ein Teenager sitzt arbeitend auf Sofa, auf der Kommode daneben steht ein Topf mit Bogenhanf
Der Bogenhanf entzieht der Luft Schadstoffe und produziert nachts viel Sauerstoff. © Westend61/Imago
Eine Aloe vera-Pflanze im Blumentopf in Nahaufnahme
Heilsam für Haut und Lunge: Die Aloe vera bereichert die Zimmerluft mit Sauerstoff. © Panthermedia/Imago
Eine grün-weiß gemusterte Calathea von oben fotografiert
Wie gemalt: Die Calathea oder Korbmarante liefert viel Sauerstoff und filtert Formaldehyde. © Panthermedia/Imago
Eine pinke Phalaenopsis-Orchidee in einem Blumentopf
Wer sagt, dass nur Grünpflanzen die Luft reinigen? Orchideen eliminieren Abgase wie Toluol und Xylol. © Stefan Rotter/Imago
Zweierlei farbig blühenden Chrysanthemen in einer Kokosnussschale gepflanzt
Hübsche Lufterfrischer: Chrysanthemen beseitigen Schadstoffe von Ammoniak bis Xylol. © Panthermedia/Imago
Eine rosafarbene Flamingoblumenblüte in der Nahaufnahme
Dekorativ und bunt: Die Flamingoblume ist ein effektiver Elektrosmog-Filter. © Panthermedia/Imago

Wie lange dauert die Züchtung der Pflanze?

Von der wilden Pflanze bis hin zum genoptimierten Luftfilter dauert es knapp 19 Monate. Dann ist die DNA-veränderte Mutterpflanze ausgereift und kann für Ableger verwendet werden.

Rubriklistenbild: © imagebroker/Imago

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