Für Bastler

Einfach selbst gemacht – der Mülleimer-Komposter für kleine Gärten oder Balkone

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Nicht jeder hat einen großen Garten, in dem man gut einen Kompost aufstellen kann. Dabei ist das mit einem umfunktionierten Mülleimer auch auf kleinem Raum, sogar auf dem Balkon, möglich.

Ein Kompost liefert bestes Nährstoff-Material für Blumen und Gemüse. Wer nur wenig Platz hat, kann sich auf dem Balkon oder der Terrasse beispielsweise mit einem Bokashi-Eimer behelfen – dafür benötigt man jedoch Mikroorganismen. Es gibt noch eine andere Möglichkeit: Ein selbst gebastelter kleiner Komposter, für den man lediglich einen Mülleimer, ein Fliegengitter und eine Bohrmaschine benötigt.

Mülleimer-Komposter selber machen: Für kleine Gärten oder Balkone

Die Größe des selbst gemachten Komposters richtet sich nach vorhandenem Platz – 120 Liter sollte der Eimer aber fassen.

Innerhalb von drei Wochen macht der selbst gemachte Komposter aus organischem Material fruchtbares Substrat für die Pflanzen. Dieser Prozess ist kürzer als die normalerweise üblichen rund zwei Monate, weil der Komposter regelmäßig belüftet wird. Wichtigstes Zubehör ist hierfür eine 120-Liter oder größere Mülltonne aus Kunststoff oder Metall mit einem dicht schließenden Deckel. Das Online-Magazin The Spruce erklärt, wie man sich den Eimer selber baut:

  • Bohren Sie in einem Abstand von etwa 15 bis 30 Zentimetern mit einer Bohrmaschine und einer Lochsäge über den Mülleimer verteilt (Deckel, Boden und Seiten) Löcher. Diese sorgen für den nötigen Sauerstoff, um die Kompostierung zu fördern.
  • Schneiden Sie mehrere Stücke Fenstergitter aus Metall so zu, dass sie die Löcher abdecken. Befestigen Sie die Gitter auf den Löchern auf der Innenseite des Eimers mit Epoxidharz oder Silikonkitt.
  • Stellen Sie Ihren Mülleimer-Komposter an einem geeigneten Ort auf, am besten auf ein paar Ziegelsteine, damit die Luft unter der Tonne zirkulieren kann.
  • Füllen Sie Küchen- und Pflanzenabfälle in den Komposter. Um die Zersetzung zu beschleunigen, fügen Sie eine Handvoll Stickstoffdünger oder etwas handelsüblichen Kompoststarter hinzu.

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Wöchentliche Belüftung des Komposts ist nötig

Nun lassen Sie den Kompost arbeiten. Beobachten Sie den Feuchtigkeitsgehalt während des gesamten Zersetzungsprozesses und passen Sie das Verhältnis zwischen Grün- und Braunmaterial entsprechend an. Der Kompost sollte sich wie ein ausgewrungener Schwamm anfühlen – leicht feucht, aber nicht nass. Wenn Sie zu viele grünes Material wie Obst- und Gemüseschalen, Unkraut und Gras verwenden, bleibt der Haufen zu feucht und beginnt zu stinken. Wenn Sie jedoch zu viele braune Materialien wie Blätter, Zweige, geschreddertes Papier und Kaffeesatz verwenden, wird sich der Haufen nur sehr langsam zersetzen. Versuchen Sie, ein Verhältnis von mindestens 4:1 zwischen braunem und grünem Material zu erreichen.

Regrowing: Aus Gemüseresten neue Pflanzen im Wasserglas züchten

Nachwachsender Stangensellerie in einem Wasserglas.
Regrowing heißt der Trend, bei dem Gemüse ganz einfach wieder nachwächst. Alles, was Sie dafür brauchen, ist ein Wasserglas und ein paar Gemüsereste. Schneiden Sie das Gemüse etwa zwei Zentimeter über der Wurzel ab und stellen es in ein Wasserglas.  © Sascha Steinach/Imago
Stangensellerie.
Nach ein paar Tagen wachsen dann die ersten Blättchen nach. Allerdings eignen sich nur bestimmte Gemüsesorten für Regrowing. Stangensellerie gehört dazu.  © membio/Imago
Karotten mit kurz geschnittenem Grün.
Wurzelgemüse wie Karotten wachsen im Wasserglas zwar nicht direkt nach, aber sie bilden neues Grün. © Snowfield Photography/Imago
Wurzelpetersilien auf einem Tisch.
Das nachwachsende Grünzeug schmeckt wunderbar in Salaten, in Smoothies oder als grünes Pasta-Topping. Neben Karotten und der hier abgebildeten Wurzelpetersilie ...  © Katharina Hild/Imago
Eine Frau wäscht Rote Beete unter dem Wasserhahn der Küchenspüle.
... zählt auch Rote Beete zu den Wurzelgemüsen, die sich für Regrowing eignen, ... © Jeannie/Imago
Frische Gartenradieschen auf Holz.
... genau wie Rettich oder Radieschen. Alle zwei bis drei Tage sollte das Wasser im Regrowing-Glas ausgetauscht werden, um Fäulnis und schlechte Gerüche zu vermeiden.  © Bernd Juergens/Imago
Aufgestapelte Frühlingszwiebeln.
Auch der Standort sollte gut gewählt sein: Eine warme Fensterbank mit viel Licht ist ideal, damit Gemüse nachwächst. Probieren Sie es doch einmal mit Frühlingszwiebeln...  © imagebroker/Imago
Lauch in Ringe geschnitten.
... oder Lauch, auch Porree genannt. Schneiden Sie dazu den Lauch etwa 4 cm über der Wurzel ab und stellen Sie den Wurzelrest ins Wasser. Nach etwa 14 Tagen können Sie bereits etwas ernten. © Fotografie.Bogdanski/Imago
Gewaschene Salatblätter in einem Sieb.
Regrowing bei Salat funktioniert am besten mit Eichblatt- oder Romana-Salat. Dazu benötigen Sie lediglich den Strunk, den Sie ins Wasser stellen. Schon nach kurzer Zeit sprießen dann neue Blätter.  © Deutzmann/Imago
Nahaufnahme eine Kohl-Kopfes im Garten.
Auch Kohl gehört zu den nachwachsenden Gemüsesorten, an dessen Strunk in Wasser neue Blätter sprießen. Für mehr Ertrag topfen Sie die ausgetriebenen Gemüsereste einfach in Erde um.  © Andreas Poertner/Imago

Außerdem müssen Sie den Kompost belüften, um für Sauerstoff zu sorgen. Dies gelingt, indem Sie Ihren Eimer ein- oder zweimal pro Woche einfach auf die Seite legen und ein paar Mal umdrehen.

Ihr Kompost ist gebrauchsfertig, wenn er ein einheitliches, krümeliges, dunkelbraunes Aussehen erreicht hat und keine Wärme mehr abgibt.

Rubriklistenbild: © ingimage/Imago

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