Jagdverhalten

Freigänger-Katzen: Ihre Beute ist eine Lektion im Jagen, kein Geschenk

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Ihre Katze bringt tote Mäuse nach Hause und Sie denken, es ist ein Geschenk? Experten erklären die wahre Bedeutung dieses Verhaltens.

Wer eine Katze besitzt, die gerne draußen unterwegs ist, kennt die Freude und Spannung, die sie mit ihren Abenteuern rund um das Haus und im Garten bereitet. Doch nicht immer ist es erfreulich, insbesondere wenn sie tagelang abwesend ist oder eine Vorliebe für die Jagd zeigt. Es mag zwar erfreulich sein, dass der Haustiger seinen Spiel- und Jagdtrieb ausleben kann, doch kann dies für den Katzenhalter unangenehme Konsequenzen haben.

Tote Tiere, die die Katze nach Hause bringt: kein Geschenk für Sie

Katzen bringen ihren Besitzern gerne die erjagte Beute – die wenigsten freuen sich darüber. (Symbolbild)

Es ist ein wenig erschreckend, wenn man morgens die Haustür öffnet und auf dem Fußabtreter einen zerbissenen Mäusekörper findet. Noch schlimmer ist es, wenn das kleine Nagetier noch halb lebendig als Geschenk mitten im Bett platziert wird. Viele Katzenbesitzer haben es sich jedoch abgewöhnt, ihre Katze dafür zu tadeln. Immerhin hört man oft, dass es ein Geschenk für den Besitzer sein soll. Wenn man die Katze zu hart behandelt, könnte sie beleidigt sein. Daher entsorgen viele Katzenhalter heimlich die gruseligen Überreste der nächtlichen Jagd. Aber ist das wirklich die ganze Wahrheit?

Experten haben sich dieser Frage angenommen und kommen zu einem erstaunlichen Schluss. Das Jagen ist ein natürlicher Teil des Katzenlebens und sollte nicht unterdrückt werden. Allerdings sollten Katzenfreunde sich nicht einreden, dass es eine freundliche Geste oder sogar für sie bestimmt ist. Der tote Vogel auf dem Küchenboden ist anscheinend keine „Opfergabe“ für den Hausherrn. Der wahre Grund für dieses tierische Verhalten ist ein anderer: Die selbstbewussten Katzen versuchen uns tatsächlich, das Jagen beizubringen!

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Freigänger-Beute: Katzen wollen Ihnen das Jagen beibringen

Diese Geste ist eigentlich recht liebenswert: Die Katzen betrachten diese Fähigkeit als lebensnotwendig, da sie zur Nahrungsbeschaffung dient. Zudem ist es ein reiner Instinkt, um potenziellen Nachwuchs zu versorgen. Verhaltensforscher haben festgestellt, dass Katzen besonders viel jagen, wenn sie Junge haben. Und je älter der Nachwuchs wird, desto mehr Beute erhalten sie, die noch lebt.

Der Grund dafür ist einfach: Die Jungen müssen theoretisch lernen, selbst Beute zu fangen und zu töten. Aber anstatt den potenziellen Nachwuchs zu unterrichten, versucht die Katze, uns das beizubringen, damit wir uns selbst versorgen können. Es ist also eine fürsorgliche Geste Ihrer Katze, für die Sie sie nicht bestrafen sollten. Sie meint es nur gut mit Ihnen.

Rubriklistenbild: © Wirestock/Imago

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