Automat in Hessen

Mann vergiftet sich mit Gummibärchen, die Fliegenpilzgift enthalten

  • schließen

Ein junger Mann erlitt Vergiftungserscheinungen nach dem Verzehr von Gummibärchen. Er griff zu einer speziellen Sorte, die Fliegenpilzextrakt enthielt.

Im Wetteraukreis in Hessen hat ein besorgniserregender Vorfall die Aufmerksamkeit der Behörden erregt: Gummibärchen, die den halluzinogenen Fliegenpilzgiftstoff Muscimol enthalten, wurden in mehreren Verkaufsautomaten angeboten. Ein junger Mann, der diese Gummibärchen konsumierte, wurde mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die anschließende Meldung an das Gesundheitsamt führte zu einer Untersuchung durch die Lebensmittelüberwachung des Wetteraukreises, die bestätigte, dass Muscimol in den Süßigkeiten enthalten war.

Behörden warnen vor Muscimol-Gummibärchen

Muscimol, ein psychoaktiver Stoff, der aus dem Fliegenpilz gewonnen wird, kann tiefgreifende Auswirkungen auf die Psyche haben und zu schweren Vergiftungen führen. Besonders gefährlich ist die Verwechslungsgefahr mit normalen Süßigkeiten, was insbesondere Kinder gefährdet. Die Gummibärchen waren bisher nur im Onlinehandel erhältlich, tauchten nun aber in öffentlich zugänglichen Automaten auf. Um weitere Vorfälle zu verhindern, wurden die Produkte umgehend aus dem Verkauf genommen und eine europaweite Warnmeldung herausgegeben.

Gummibärchen sind in aller Regel harmlos, doch ein aktueller Fall zeigt: Es können schädliche Substanzen enthalten sein. (Symbolbild)

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit finden Sie im regelmäßigen Newsletter unseres Partners 24vita.de.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Empfehlungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Aufstellen von Verkaufsautomaten sind vergleichsweise locker. Eine Gewerbeanmeldung genügt, um Automaten auf Privat- oder Unternehmensgrundstücken ohne weitere behördliche Genehmigung zu betreiben. Das Jugendschutzgesetz greift erst bei alkoholischen Produkten. Dennoch raten die Behörden des Wetteraukreises dazu, ungewöhnliche Waren in Verkaufsautomaten mit Vorsicht zu genießen und verdächtige Produkte sofort zu melden. Dieser Vorfall verdeutlicht die Notwendigkeit einer verstärkten Überwachung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit für potenziell gefährliche Produkte.

Nahrungsergänzungsmittel: Welche 8 Vitamine und Mineralstoffe gefährlich sind bei Überdosierung

Serum in Glasflasche
Vitamin E sollte nie langfristig und ohne ärztliche Empfehlung eingenommen werden. Wer dies nicht beachtet, riskiert Magen-Darm-Probleme und ein erhöhtes Blutungsrisiko. Als tolerierbare Tageshöchstdosis gelten 300 mg pro Tag, wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit informiert. Die Verbraucherzentrale warnt gleichzeitig, dass bei Dosierungen von 130 bis ca. 200 mg pro Tag die Häufigkeit eines hämorrhagischen Schlaganfalls (Hirnblutung) zunimmt. © Dasha Petrenko/Imago
Nahaufnahme Vitamin D-Tabletten
Eine Überdosierung von Vitamin D kann problematisch verlaufen. „Bei einer übermäßig hohen Einnahme von Vitamin D entstehen im Körper erhöhte Kalziumspiegel (Hyperkalzämie), die akut zu Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen oder in schweren Fällen zu Nierenschädigung, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und Tod führen können. Da Vitamin D im Körper gespeichert werden kann, ist neben einer akuten auch eine schleichende Überdosierung möglich“, heißt es vonseiten des Robert Koch-Instituts. © Imago
Nahrungsergänzungstabletten neben zwei Mörsern
Vitamin B6 kann einzeln, aber auch in Form von Kombi-Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden. Eine Überdosierung schädigt das Nervensystem. Infolge leiden Betroffene an Gangunsicherheit, die mit Stürzen einhergehen kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für den Zusatz von Vitamin B6 in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eine Höchstmenge von 3,5 Milligramm pro Tag. © Imago
Frau trinkt Vitamin-B12-Lösung.
Einige Menschen nehmen Vitamin B12 in Form von flüssiger Nahrungsergänzung zu sich. Auch hier gilt: Nehmen Sie das Präparat nur ein, wenn der Arzt es Ihnen rät. Gravierende Nebenwirkungen sind andernfalls möglich. Wie der NDR informiert, würden aktuelle Studien zeigen, dass ein zu hoher Vitamin-B12-Spiegel im Blut mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko verbunden sein kann. Eine Überdosis an Vitamin B12 wird dann wahrscheinlich, wenn man täglich mehr als 25 Mikrogramm des Vitamins über Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, so das BfR.  © Imago
Vitamin-3-Pillen so angeordnet, dass sie den Begriff „B3“ bilden
Die Einnahme von Vitamin B3 (auch Nicotinsäure oder Niacin) in überhöhter Dosierung kann die Gesundheit schädigen. Herzbrennen, Kopfschmerzen, Durchfall und Bauchschmerzen sind Anzeichen einer Überdosis. Auch potenziell lebensgefährlicher Blutdruckabfall und Leberschäden sind mögliche Folgen. Ein Niacin-Mangel kommt der Techniker Krankenkasse zufolge bei normaler Ernährung praktisch nicht vor. Allein durch Lebensmittel sei die kritische Höchstmenge von 35 Milligramm täglich kaum erreichbar.  © Imago
Mann hält Nahrungsergänzungsmittel in der Hand.
Viele Menschen nehmen täglich Vitamin A in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich. Eine Überdosis kann die Knochenstabilität senken. Bei Schwangeren steigt die Gefahr, dass das ungeborene Kind Schaden davonträgt. Für Erwachsene liegt die Tageshöchstdosis für Vitamin A (aus allen Quellen) bei 3.000 Mikrogramm, so die Verbraucherzentrale. Für Provitamin A gibt es keine derartige Empfehlung, weil eine Überdosis dieses Nährstoffs keine Beschwerden zur Folge hat.  © Michael Bihlmayer/Imago
Kalzium-Brausetabletten
Kalzium ist in zu hohen Dosen enorm schädlich. Wer den Mineralstoff in Form von Nahrungsergänzungsmitteln überdosiert, riskiert einen Herzinfarkt. Das sagt der Lübecker Professor für Pharmakonutrition Martin Smollich im Interview mit dem Wissensportal Spektrum: „Ab einer Tagesdosis von mehr als 1.500 Milligramm Kalzium steigt das Risiko nachweislich“. © Vlad Ispas/Imago
Vorsorgeuntersuchung: Ergebnisse einer Blutuntersuchung
Ein Kaliummangel, aber auch ein Kaliumüberschuss im Blut muss behandelt werden. Letzterer kann tödlich enden. Darmverschluss, Muskelschwäche und -lähmung, Lungenversagen sowie Herzrhythmusstörungen sind mögliche Folgen einer Überdosis Kalium, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Über die Ernährung werden in der Regel nicht mehr als fünf bis sechs Gramm Kalium pro Tag zugeführt, heißt es weiter. Bei intakter Nierenfunktion sei diese Menge unbedenklich. © Rüdiger Rebmann/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © photodaria/Imago

Kommentare